Eggers 1757/I
Jacob von Eggers, Neues Kriegs- Ingenieur- Artillerie- See- und Ritter-Lexicon, worinnen Alles, was einem Officier, Ingenieur, Artilleristen und Seefahrenden aus der Tactique, der Civil-Militair- und Schiffsbaukunst, der Artillerie, der Mechanic, dem Seewesen &c. zu wissen nöthig, sattsam erkläret und mit Kupfern erläutert ist I, Dresden – Leipzig [Georg Conrad Walther] 1757.
col. 506
Chaufour
Chaufour, heißt im Französischen nicht nur der Ort, wo die Kalksteine und das zum Kalkbrennen vorräthige Holz aufgehoben, sondern auch der Ofen, in welchem der Kalk gebrannt, und das Behältniß, wo selbiger nachgehends verwahret wird. Chaufourniers werden die Kalkbrenner, und auch die Kalkverkäufer, genennet. Siehe Kalkofen.
col. 614
Crepi
Crepi, enduit, Tünche, womit die Wände der Gebäude überzogen werden. Sie wird von Kalk und Sand, Gyps oder sogenannem Stuc præpariret und gefertiget. Crepir ist das Verbum, und heißt eine Wand ausbessern, berappen und von neuem übertünchen. Enduire hat die nämliche Bedeutung, wird aber mehr von neuen Mauern gesagt. Siehe Tünche.
col. 1287–1289
Kalk
Kalk, de la Chaux, ist eine aus Kalksteinen, Alebaster oder See-Muscheln gebrannte weiße Materie, welche, wenn sie angefeuchtet, auch wohl mit etwas reinem Sande vermischet wird, die Steine in den Mauern zusammen binden kann, und auch zu Estrichen und zu Weißungen der Mauern dienet. Der Kalk wird unterschieden in Leder- und in Gyps-Kalk; Ersterer wird auch Bitter- und letzterer Spar-Kalk genennet.
Der Leder-Kalk wird, wenn er gebrannt ist, in ein Behältniß gethan, und mit Wasser überschüttet, welches man den Kalk löschen, éteindre, délaïer, détremper la chaux nennet, da er denn von selbsten zu kochen anfängt, zerfällt, mit dem Wasser sich vermischet, zu einem Brey durch stetes Umrühren gebracht, und in eine Erdgrube gelassen wird, wo er viele Zeit aufgehoben werden kann, und fast immer besser wird, je länger er in der Grube liegt, indem sich die überflüßige Feuchtigkeit, so sich mit den Kalk-Theilen nicht vermenget, desto besser ab- und in die Erde zieht. Beym Gebrauche wird er aus der Grube geholet, mit Sande vermenget und zum Vermauern gebraucht. Ist er sehr fett, so nimmt er mehr Sand an als seine Massa ausmacht, ist er es aber nicht, so muß weniger Sand darzu genommen werden.
Der Gyps-Kalk, le plâtre, worzu die Alabaster-Steine gut sind, wird, wenn er gebrannt ist, zu Mehl geklopft, welches mit besondern Hölzern geschieht, oder wird auf eigenen Kalkmühlen gemahlen. Nach dem klein klopfen oder malen muß er bald entweder mit etwas Sande vermenget, oder allein verbraucht werden, und dienet zum Mauern, zu Gyps- oder Stuccatur-Arbeit, zu Estrichen; wobey zu merken, daß er weit geschwinder trocken wird und bindet, als der Leder-Kalk.
Ungelöscht-Kalk, Chaux vive heißt der Kalk, wie er aus dem Ofen kömmt.
Gelöscht-Kalk, Chaux éteinte, ist der Kalk, wenn er durchs Wasser in eine schmeidigere Massa gebracht worden.
Verwitterter, von sich selbst erloschener Kalk, Chaux fusée, ist zu nichts mehr nutze. Der beste Kalk ist, welcher von den härtesten Steinen gebrannt, und gleich so, wie er aus dem Ofen kommt, gelöschet wird. Der gute Kalk ist schwer, klingt wie Thon, und giebt einen dicken Rauch, der jedoch leicht in die Höhe steigt.
Kalkbrenner, s. Chaufour.
Kalkmilch, s. Tünche.
Kalkofen
Kalkofen, Chaufour, ist ein viereckichtes, besser aber rundlichtes, unten mit einem Roste versehenes Gemauer, worein unten Holz, und auf dieses Kalksteine gethan, das Holz nachhero angezündet, und die Steine dadurch gebrannt werden, welches bisweilen nach Beschaffenheit der Steine wol 48 Stunden dauert. Wie mit den gebrannten Kalksteinen weiter verfahren wird, ist unter dem Worte Kalk berühret. Siehe auch Chaufour.
Kalkrost
Kalkrost, ist die Quantität Kalksteine, so auf einmal gebrennet wird. Oder man nennet auch wol einen Kalkrost, wenn kein Kalkofen in der Nähe ist, und man doch Kalk brennen will, da denn ein Kreis von Kluftholze, etwann 3 Fuß hoch, und 20 bis 30 Fuß im Diameter breit aufgestapelt, und unter dem Kluftholze eine Lage Heck- oder Reißholz, so leicht brennet, geleget wird, auf das Kluftholz aber ein Haufen Kalksteine aufgethürmet, die Hecke und das Holz darauf angezündet, und also der Kalk unter freyem Himmel so lange gebrennet wird, bis das gesammte Holz verbrannt ist. Worzu, wie leicht zu erachten, merklich mehr Holz erfordert wird, als wenn man den Kalk in einem Kalkofen brennet.
