Krünitz – Korth – Koßarski – Hoffmann 1846/CLXXXIX

Johann Georg Krünitz – Johann Wilhelm David Korth – Ludwig Koßarski – Carl Otto Hoffmann, Johann Georg Krünitz’s ökonomisch-technologische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, und der Kunstgeschichte, in alphabetischer Ordnung CLXXXIX, Berlin [Paulische Buchandlung] 1846.


pp. 431–432.

Tünche

Tünche. Eine aus Wasser und Kalk bereitete weiße Farbe, womit man die Wände überstreicht. Um die Farbe haltbarer zu machen vermischt man die Auflösung des Kalkes auch mit Leimwasser, zuweilen auch mit Milch. Eine mit solcher Tünche überstrichene, oder wie man auch sagt geweißte Wand färbt nicht so leicht ab, wenn man sie mit einem andern Gegenstande berührt oder reibt.

Tünchen

Tünchen ist das Verfahren eine Wand mit Tünche zu überstreichen. Dieser Arbeit unterziehen sich in der Regel gelernte Maurer, die durch dieselbe den Malern vorangehen, indem letztere auf die weiße Farbe das Bunte aufsetzen. Sollen Wände und Mauren übertüncht werden, ohne daß später eine andere Farbe aufgetragen wird, so versteht man unter tünchen auch: die Mauer mit feinem Putz überziehen. Hierzu wird eine Mischung von Kalk und Sand mit Wasser verwendet, wozu man häufig auch noch Gyps mengt. Gypsformen tünchen heißt in der Bildhauerei die inneren Wände der Formen vor dem Gusse mit Oel oder geschmolzenem Wachs tränken. Das Wort tünchen wird im bildlichen Sinne auch in der Bedeutung gebraucht, einer Sache einen guten Anstrich, ein äußeres gutes Ansehen geben.

Tünchscheibe

Tünchscheibe, ein dünnes Brettchen, welches mit einem Griffe versehen ist. Der Tüncher nimmt darauf, wenn er feinere Putzarbeit und nicht bloß das Anstreichen zu verrichten hat, seinen Mörtel, mit welchem die Unebenheiten der Wand zuvor geglättet und ausgefüllt werden.