Orelli 1787/II

[Johann Heinrich Orelli], Vollständige theoretische und praktische Geschichte der Erfindungen. Oder Gedanken über die Gegenstände aller drey Naturreiche, die im menschlichen Leben theils zur Beschäftigung des Körpers, theils auch der Seele, beygetragen haben. In einer systematischen Ordnung nach Eintheilung der Naturreiche vorgetragen II, Zürich [Johann Caspar Füeßly] 1787.


Baukunst

. . .

pp. 570–571

Decke.

o) Deke. Diese ist in einem Gemach derjenige oberste horizontale Teil, der auf den vier Wänden ruhet, und dieselbe zu oberst schließet, es giebt in der Baukunst viele Arten als gewölbte, von denen ich schon geredt, die man in Kirchen und grossen Säälen öfters, oder in untern Zimmern anbringt. Felderdeken, oder Dekenstük; dieses ist dasjenige perspektivische Gemäld, welches man in grossen Zimmern an der Deke pflegt anzubringen, und das Ansehen hat, als wäre es ein besonderes Stokwerk. Insgemein ist es Malerei auf nassen oder trokenen Kalk oder Leinwand. (Vide Freskomalerei.) Man macht auch erhabene Figuren von Stukkaturarbeit darein, um das Aug desto leichter zu betriegen; oft ist das ganze Dekenstük von vergoldetem, oder unvergoldetem Stuk. Man kann hiezu mer Gips nemmen, als wenn die Stukkaturarbeit in freie Luft gebracht wird, woselbst der Gips eher verwittert als in einem Zimmer. (Vide Stukkaturarbeit.) Ferner giebt es Spiegeldeken, die in irer Mitte platte Viereke, oder eine reguläre Rundung haben. Plattdeke, diese ist die platte ebene Deke eines Feldes. Man verzieret die Deken eines Zimmers auf verschiedene Art, entweder werden sie von dem Tischler getäfelt, mit Schnizwerk versehen, gefuttert, vertieft, eingefast, auf teutsche und französische Art verkröpft, mit edlem Holz ausgeleget oder geadert, (siehe Tischler, ) oder durch den Maler mit historischen oder allegorischen Gemälden, bemalet, und mit einem Gesimse von Stukkaturarbeit eingefaßt. (Siehe Freskomalerei.)

Vor diesem wurden die meisten Deken mit Gipsarbeit ausgezieret, ja auch das Mittelstük war mit Stukkaturarbeit versehen, und vergoldet; jetzt aber wird nur noch die Einfassung oder das Simsewerk von Stuk verfertiget, welches denn manchmal auf das prächtigste vergoldet oder versilbert wird. Was die Balken und Unterzüge betrift, die zur Befestigung des Lasts, den sie tragen müssen, dienen, werden wir bei dem Zimmermann auch sehen; nun wollen wir uns noch bei einer Arbeit verweilen, mit der die Deken öfters ausgeziert werden, die aus Gips bereitet wird, und einen besondern Künstler unter dem Namen Stukkaturarbeiter beschäftiget. Diese Arbeit rechne ich hieher, weil sie am häufigsten an Plafonds verschwendet wird.


pp. 571–580

Stukkaturarbeiter.

Diese Arbeit ist die Stukkaturarbeit, das ist, eine figürliche Verzierung von erhabener Arbeit, die aus einer Masse von Gips, Kalk und Sand zusammengesezt und gebildet wird.

Das Wort Stukkatur kömmt vom italiänischen Stucco her, welches eine Art Mörtel bedeutet, der aus Kalk und fein gestoßnem Marmor gemacht wird. Und in der Stukkaturarbeit werden allerhand Zierarten der Baukunst, als Laubwerk, Festone, Blumen und Früchte, Cartuschen u. dgl. begriffen. Mit derselben ziert man insonnderheit die Gesimse und Deken der Zimmer. Man kann sie aber auch an den Aussenseiten anbringen, wenn sie nur dem Regen nicht allzusehr ausgesezt sind.

Kunstwerke von Stuk verfertigen, heißt nichts anders, als in Stuk modelliren. Das Wesentliche dieser Kunst beruhet daher auf einer Fertigkeit in der Zeichnungskunst, die mechanischen Handgriffe sind das Unbeträchtlichste. Dieser Arbeiter muß nicht nur Verzierungen, sondern auch Figuren im runden, und in Bas-relief verfertigen können.

Der Sand, den man zum Gips und Kalk hinzumichet, muß fein seyn, und keine fremden Teile enthalten, daher wält man am liebsten einen gesiebeten Flussand. In vielen Fällen, wo feinere Teile auszuarbeiten sind, tut der Spar- oder Erdkalk bessere Dienste, als der Steinkalk. Ueberdies bindet der Gips mit einer Beimischung von Sparkalk nicht so schnell, als in Vereinigung mit dem gelöschten Steinkalk. Jeder Stukkaturarbeiter mischt diese Bestandteile in solcher Proportion unter einander, als er durch die Erfarung belert, in jedem Vorfall für die schiklichste hält. Er verwandelt den Sand, Gips und Kalk, vereinigt, mit Wasser in einen Brei, gerade wie der Maurer den Mörtel, doch muß er etwas Leimwasser unter die Masse giessen: denn das Leimwasser verzögert das Binden des Gipses. Er erleichtert seine Arbeit mit einer Mauerkelle, womit er den Stük in grossen Teilen anwirft, und überdem mit einem Poussireisen, das dem Spatel des Wundarzts gleicht. Einige dieser Eisen sind gerade, andere aufgeworfen, beide sind an der einen Seite glatt, an der andern rund oder hol, oder gleichfalls glatt. Mit den aufgeworfenen Eisen hölt der Künstler Vertiefungen aus. Vermittelst einiger Eisen beschneidet er so zu sagen den Stuk, mit anderen wirft er ihn in kleinen Teilen an, und glättet mit diesen zugleich die verfertigte Arbeit.

Ueberhaupt bearbeitet dieser Arbeiter seine Kunstwerke vom Grunde aus in die Höhe. Daher entwirft er da wo er eine Verzierung oder ein Bas-relief von Stuk anbringen will, eine Zeichnung, trägt die beschriebene Masse mit einer Mauerkelle oder nur mit einem Poussireisen, so dik an jedem Ort auf, als es die Teile der Zeichnung erfordern. Da der Gips schnell bindet, so muß er einen Teil seines Kunstwerks nach dem anderen verfertigen, und den Handwerkern und Künstlern &c. anfänglich nur so viel Stuk auftragen, als hinreichend ist, die niedrigsten Teile einer Verzierung auszubilden. Sind diese bearbeitet, so trägt er für jeden höheren Teil Stuk eine erforderliche Masse auf, und bearbeitet jeden erhöheten Teil einzeln. Jedesmal muß er die sämtlichen Teile zum öfteren übergehen, nach und nach zur Vollkommenheit bringen, und zuletzt die Feinheiten ausbilden. Bei dieser Verfeinerung des ganzen trägt er zuletzt noch wohl etwas weniger von der beschriebnen Masse auf. Er arbeitet aus freyer Hand, mit Beihülfe der Poussireisen. Allemal wählt er das Eisen, das die Natur der Fläche, die er ausbildet, erfordert. Bei wichtigen Kunstwerken hat er eine Zeichnung vor sich, die er selbst entwirft, oder durch einen Kunstverständigen entwerffen läßt.

Verzierungen der Fenster und der Kapitäller einer Säulenordnung, die Ausbildung der Larven und Fruchtschnüre, die Schilder, ja auch historische Stuke in erhabner Arbeit u. dgl. m. gehören zur Stukkaturarbeit ausserhalb eines Gebäudes. Wenn der Besizer eines Hauses die Kosten dieser Verzierungen in Stein gehauen ersparen will, und da diese Stuke alle der Witterung ausgesezt sind, so muß die Masse des Stuks fest seyn. Diese besteht aus ¼ Sand; ¾ Kalk, und so viel Gips als beides zusammen beträgt: Denn wenn man auf die Dauer sehen will, so kann eine Verzierung ausserhalb des Gebäudes nie von gegossnem Gips seyn. Oft nötigen aber Zeit und Umstände solche Arbeit anzubringen, und im Winter im Vorrath zu giessen. Wenigstens sollte diese Verzierung von Gips nie unter einer Traufe angesezet werden: Denn der Gips verwittert onedies in der freyen Luft, daher noch mer an einem der Nässe ausgesezten Ort. Diese Gipsverzierungen werden über eine Form von Thon gegossen, nach der Gestalt seines Modells. Zuweilen läßt sich der Künstler eine Blume vom Bildhauer aus Holz schneiden, drukt sie in Ton ab, und gießt mit Gips in der eingeprägten Vertiefung. Insgemein sparet er den Gips, und giesset die Verzierungen hohl. In die Verzierung von Gips bohrt er für jeden Nagel ein Loch, wenn nemlich der Gipsausguß massiv ist, stekt die Verzierung auf die Nägel, und sezet sie mit einer Mischung von 1/3 Kalk, und 2/3 Gips an. Da dieses Kitt gröstenteils aus Gips zubereitet wird, so bindet er in kurzer Zeit hol gegossne Verzierungen von Gips; diese hänget der Künstler blos auf die Nägel auf, und kittet sie mit der nun gedachten Masse an.

Arbeitet der Stukkaturarbeiter die Verzierung eines Dekenstüks aus freyer Hand von Stuk aus, so versezet er schon die Masse mit einem grösseren Teil Gips als bei Verzierungen in freyer Luft, z. E. Steinkalk und Gips zu gleichen Teilen, und etwas weniger feinen Flussand. Soll der Stuk vergoldet werden, so vermeidet der Künstler den lokeren Sparkalk: denn der untere Grund bei einer Vergoldung, muß jederzeit dichter seyn als der obere, wenigstens muß der Vergolder sich mit dem Leim und Kreide-Gold nach dem lokern Sparkalk richten. Der Stuk kann auf Oelgrund vergoldet werden.

Die Verfertigung des Dekenstüks setzt eine Zeichnung voraus, die der Künstler vor sich hat, nach deren er die einzeln Teile bildet, oder aus Gips gegossen ansetzt. Das Dekenstük wird stets in Viertel zerteilt, wenn das Zimmer vier Wände hat. Er arbeitet ein Viertel nach dem anderen aus, legt jede Verzierung erst im Groben an, und fürt sie nach und nach vollkomner aus. Zuweilen übertaucht er die verfertigte Verzierung auch wol mit Alabaster-Gips, oder arbeitet sie zuletzt mit Gipsmarmor aus, so daß der Gipsmarmor die Verzierung des Dekenstüks durchgängig, gleich einer dünnen Rinde überziehet; zuletzt wird geschliffen und poliret. In einem Zimmer das durchgängig mit Blumen nach der Natur gemalet verzieret ist, werden die Blumen von Stuk im Dekenstuk von einem Blumenmaler ausgemalet. Gipsmarmor muß die Verzierung eines Zimmers von natürlichem Marmor nachahmen. Mit natürlichem Marmor verzieret man einen Saal gerade so, wie mit einer Vertäfelung von Holz ein gewöhnliches Zimmer. Die Füllungen können entweder leer seyn, oder sie werden mit Guirlandes oder Bas-reliefs ausgeschmükt. Ueberdem pflegt eine bestimmte Marmorart, z. E. weisser Marmor zwar den grösten Teil des Saals zu verzieren; allein kleinere Teile z. E. die Glieder der Baukunst legt man mit Marmor von einer abgeänderten Farbe aus. Alles dies muß der Stukkaturarbeiter mit Gipsmarmor nachahmen.

Ehe der Gipsmarmor aufgetragen wird, muß der Maurer vorher durchgängig einen rohen Anwurf mit einem Mörtel von Gips und Kalk auftragen: denn der Gipsmarmor vereiniget sich eher mit einem rohen Anwurf, als mit einer glatten Wand. Durch den Anwurf werden schon die Füllungen und Kehlen &c. angeleget, so daß der Stukkaturarbeiter nur darf die sämtlichen Abteilungen der Wand mit Gips überziehen. Der Besizer des Gebäudes überliefert dem Künstler entweder ein oder ein Paar Marmortafeln, die dieser bei seinem Gipsmarmor nachahmen soll, oder er überläßt die Mischung der Farben der Wal des Künstlers oder dem Ungefär. Z. E. wenn man ihm eine Marmortafel giebt, die einen grauen Grund, und weisse und rote Adern hat, so muß er sich zum Gipsmarmor dieser Art gleichfalls einen grauen, roten und weissen Taig zubereiten, und zwar jeden besonders. Er macht mit Leimwasser von Pergament-Spänen, oder von Hornbein einen Brei von Gipsmehl, und färbt im angenommenen Fall einen Teil vom Gipsbrei grau, und andere Teile rot und weiß. Chemische Farben verschiessen mit dem Gips vermischt, er muß daher nur Farben aus dem Mineralreich wählen. Den Teig zum Gipsmarmor braucht er natürlicher Weise nicht zu färben, er nimmt aber dagegen Mehl von Alabaster-Gips. Jeder Teil von einer besonndern Farbe färbt er besonders, und wikelt sie in kleine Rollen. Ehe der Gips bindet, mischet er z. B. den grauen, weissen und roten Teig in derjenigen Portion unter einander, die er in der natürlichen Marmorplatte bemerkt, und trägt ihn auf die Wand etwa ¼ Zoll dik mit seinem Poussireisen auf. Er kann den Gips mit jeder anderen Farbe färben. Schadhafte Stellen krazt er ab, überziehet sie von neuem mit Gipsmarmor in der erforderlichen Mischung. Ist das ganze gehörig ausgebessert, und ausgetroknet, so schleift der Künstler den Gipsmarmor hintereinander mit einem Sandstein und endtlich mit Blutstein. Der Blutstein glättet schon in etwas den Gipsmarmor, und erleichtert dem Künstler die Arbeit, wenn er den Marmor polirt. Da bei Wetter-Aenderungen in kalten Monaten der Gipsmarmor gerne schwizt, und daher grossen Schaden leidet, so findt man diese Verzierungen von denselben in warmen Ländern mer als in kalten. Man verzieret z. E. in den italienischen Kirchen ganze Altäre damit.

Nicht selten verzieret man einen solchen Saal mit Bas-reliefs, oder auch mit Figuren von Stuk oder Gips. Bas-reliefs bildet der Künstler aus freier Hand, wie ich alles dieses schon gesagt habe. Figuren aber, die in ein solches Zimmer kommen, macht man folgender Gestalt: Die Grösse einer solchen Figur muß der Höhe angemessen seyn, in welcher sie an den Wänden des Saals zu sehen kommt. Daher giebt es Figuren dieser Art die 4 bis 5 Fuß hoch sind. Der Künstler läßt sich nach der ganzen Grösse der Figur ein Skelet von Eisen verfertigen, und an den Ort, wo die Figur von Stuk iren Plaz erhält, an der Wand befestigen. Das Skelet von Eisen ist aber die Grundlage, auf welche der Stuk aufgetragen wird. Grosse Teile der Figur, z. E. den Rumpf bildet der Stukkaturarbeiter nie massiv von Stuk aus: denn die ganze massive Figur würde sich durch ire eigene Schwere zerstören. Er füllet vielmer die gedachten Teile mit einem Körper aus, der keiner Fäulnis unterworffen ist. z. E. Kolen (verkohltes Holz), und diese überkleidet er mit Stuk. Die Kunst und sein Genie müssen ihn bei der Ausfürung der Figur leiten: denn er bildet sie mit dem Poussireisen aus wie der Bildhauer sein Modell aus Ton. Ist der Stukkaturarbeiter nicht geübt, so vermischt er blos die Stukmasse, trägt sie auf, die Ausfürung aber überläßt er dem Bildhauer: denn im Grunde betrachtet, ist der Stukkaturarbeiter nichts anders, als ein Bildhauer der mit Stuk verzieret.

Man verfertiget in Florenz noch eine Art eingelegter Arbeit, welche Lavoro di Scaglinola, Arbeit mit Fraueneis heißt. Auf eine steinerne Tafel wird eine Küte geschmiert, in diese wird die Zeichnung des verlangten Gemählds eingehauen, und eine Komposition von Gips hineingestrichen. Wenn alles hart geworden, nimmt es die Pollitur von Marmor an, ist dauerhaft, und behällt die Farbe in Regen und Sonnenschein beständig. Die Arbeit steht gut aus, und ist nicht kostbar. Man macht auf diese Art Tischblätter, Landschaften. Ein Stuk von einer Elle im Quadrat kostet ungefär drei Dukaten. Das Fraueneis, (la Scaglinola,) Specchio d’asino,) ist ein rautenförmiger Selenit, den man im Ofen calcinirt, zu Pulver stößt, auf das feinste durchsiebet, und mit Wasser und Leim zu einem Teig bringt, mit welchen verschiedene, zu jedem dienliche, Farben gemischt werden. Dies ist die Masse deren sich der Künstler bedient. Er planirt die Arbeit hernach mit Bimsstein, macht sie mit Oel und Filz sauber und glänzend. Die Kunst war ungefär vor 200 Jahren von einigen Lombarden nach Florenz gebracht, welche mit diesem Selenit, der zu Spichia juola im volterranischen Gebiete, in grossen Stuken gegraben wird, geographische Charten oder den seltensten Marmor vorzustellen wußten. Die Kunst brachte Abt Hugfort erst kürzlich zur Vollkommenheit. Dieser hat seinem Freund Gori dies Geheimnis geoffenbart. Man sieht Stüke dieser Art im Pallast Pitti.

Stukkaturarbeiten werden aber meistens in den Gesimsen und Deken der Zimmer angebracht, wenn schon auch oft die Wände und Aussenseite eines Gebäudes damit überzogen werden. Sie sind die schönsten Verzierungen für Kirchen und grosse Sääle.

Diese Arbeit war schon zu des Kaisers Augusti Zeiten bekannt: denn Vitruv, wenn er davon redet, nennt sie Opus Coronarium. Der Deutsche erlernte diese Kunst von den Italienern, wo man den Gipsmarmor am häusigsten findt. Eine der schönsten Arbeiten in Gipsmarmor ist in der Peterskirche in Rom.

Diese Arbeit ist darum schätzbar, weil sie an Vergleichung dessen, was ähnliche Zierraten in harten Stein oder auch nur in Holz geschnitten, kosten, ser geringen Aufwand erfordert. Sie wird aber dem Aug des Kenners zum Ekel, wenn man die Aussenseiten der Gebäude ganz damit überladet.

Um aber wieder auf die Deken überhaupt zu kommen. Die schlechteste Art von Deken ist die glatte Kalk-Deke, ire weisse Farbe vermert die Helligkeit der Zimmer, will man sie verzieren, so kann man sie durch Kalkleisten in Felder abteilen, oder mit allerhand Stukkaturarbeit verschöneren. In prächtigen Zimmern ziert man sie nach eben gesagter Art mit Zierraten von Stuk in der Mitte sowohl, als an den vier Eken der Deke aus. Allzuprächtige Auszierungen derselben sind dem guten Geschmak nicht gemäß, wenn es schon beschwerlich ist in die Höhe zu sehen, so wird doch das Aug dahin gelokt. Wolgezeichnete Cartouchen in den Eken der Deken stehen am besten, weil man sie bequem sehen kann. Diese Cartouschen sind Einfassungen, in welche man Aufschriften, Devisen, Wappen, Sinnbilder u. dgl. einschliesset. Man gab ihnen diese Benennung, weil man sie gemeiniglich wie ein zusammengerolltes, und am Rande eingebogenes Blatt vorstellet. Vermutlich kamen sie zuerst in der Baukunst auf, da man über Türen, oder an den Giebeln der Häuser, solche Schilde mit dem Wappen des Eigentümers hingesezt hat: Von da erstrekte sich ir Gebrauch weiter, so daß man sie jetzt an ser verschiedenen Orten, z. E. über Türen, Fenstern, an den Stützen der Kamine, und an allen Orten der Einfassungen, in gleichem überall, wo Aufschriften sollen oder können gesezt werden, anbringt. Ire Form hat nichts bekanntes. Ir Gebrauch wird von unwissenden Verziereren übertrieben.

Unter die kostbarsten Verzierungen der Deken gehören auch die Dekengemälde. (Siehe Fresco-Malerei.)

Warscheinlich entstanden die Deken, zugleich mit der Einteilung der Gebäude in Stokwerke; was den Zimmeren auf dem ersten Stokwerk zum Fußboden diente, war dem darunter zu unterst im Hause gelegenen Zimmer eine Deke, die ersten waren, wie heut zu Tage noch die schlechtesten, von Brettern zusammengesezt, und ruheten auf Balken, erst nach und nach wurden sie verschönert, und ausgeziert.