Gude 1707
[Heinrich Ludwig Gude], Staat Von Böhmen, [Halle] [Rengerische Buchhandlung] [1707]
Das 9. Capitel/
Geographische Beschreibung
des Königreichs Böhmen.
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§. 28.
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pp. 338–339
Kalck-Ofen
Findet man in grosser Anzahl aller Orten an den Wäldern. Die besten Kalck-Steine werden gebrochen in den grossen Bergen bey Prag, hinter Wissebrad [sic!], auch auff dem weissen Berge; selbiger Kalck ist gantz Schnee-weiß/ und rein / dahero zur Stuccatur Arbeit sehr beliebt.
Stein-Brüche
Hat Böhmen, auch einige von Marmor, wiewohl wenige; schwarzer Marmor, der öfters mit Goldgelben Adern durchzogen/ wird gebrochen bey Dobrizcoviz; weisser/ auch bunter vieler Orten/ sonderlich in den Bergen bey Carlstein. Im Kaurzimer Krayß findet man einen schneeweissen Marmor, welchen die Maurer reiben/ stossen/ und öffters mit Wasser durcharbeiten, da er dann den allerbesten/ festesten und daurhafftesten Kalck giebet.
