Krünitz – Floerken – Flörke 1811/CXIX
Johann Georg Krünitz – Friedrich Jakob Floerken – Heinrich Gustav Flörke, Johann Georg Krünitz’s ökonomisch-technologische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft, und der Kunst-Geschichte, in alphabetischer Ordnung CXIX (Pürsch–Quercus), Berlin [Joachim Pauli] 1811.
p. 268
Quargkäse
Quargkäse, eine im gemeinen Leben übliche Benennung der einheimischen aus gelabter Kuhmilch bereiteten Käse, welche auch Kuhkäse und Bauernkäse genannt werden. Gemeiniglich leitet man dieses Wort von dem folgenden Quark, gelabte Milch, ab, und schreibt alsdann Quarkkäse. Allein, da alle Käse, sie senen von welcher Art, sie wollen, aus Quarke bereitet werden, so würde solches eine allgemeine Benennung aller Käse, und kein unterscheidender Nahme der inländischen kleinen Kuhkäse seyn. Da nun diese Käse an vielen Orten wirklich Zwergkäse und Zwerge genannt werden, um sie von den größeren ausländischen Arten zu unterscheiden: so ist glaublicher, daß durch eine nicht ungewöhnliche Vertauschung das Q und Z hieraus Quargkäse geworden; pflegt man doch eine ungewöhnlich kleine Person oder Sache, im verächtlichen Verstande und im gemeinen Leben sehr häufig einen Quarg, im Plur. Quärge zu nennen.
pp. 268–269
Quark
Quark, 1) der dicke zusammen geronnene Theil der Milch nach den davon geschiedenen Molken, welcher an einigen Orten auch Käse, Käsequark, in Baiern Topfen und in der Schweiz Buldern genannt wird, und woraus man unter andern die Käse bereitet. Wenn man ihn nicht zu Käse verhärten läßt, sondern ihn statt der Butter auf Brot streicht, so heißt er in Obersachsen Streichkäse, in den niedrigen Sprecharten aber steifer Matz, in Niedersachsen Käsebutter. Im Art. Milch findet man die Untersuchung über die Bestandtheile dieser Masse, und im Art. Käse wird die vorzüglichste Anwendung derselben gezeigt.
2) Weicher Koth, und in weiterer Bedeutung ein jeder Koth, eine jede Unreinigkeit wird im gemeinen Leben häufig Quark genannt, und in noch weiterer Bedeutung pflegt man im gemeinen Leben oft eine jede geringschätzige Sache aus Verachtung mit diesem Nahmen zu belegen, da es denn als ein anständigerer Ausdruck für das niedrigere Dreck gebraucht wird.
p. 269
Quarkfaß
Quarkfaß, in der Haushaltung ein hölzernes Faß, worin der im Quarksacke trocken gewordene und zum Käse bestimmter Quark geschüttet wird.
Quakhänge
Quarkhänge, eben daselbst ein hangendes Gerüst, den Quark sowohl als die frisch geformten Käse darin abzutrocknen.
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pp. 269–270
Quarkkorb
Quarkkorb, in der Haushaltung, ein vierecktes von hölzernen Sprossen zusammen gesetztes Behältniß den Quarksack hineinzulegen, damit die Molken von dem Käsequarke abtropfen können. An andern Orten bedient man sich eines andern Gerüstes auf Füßen dazu, welches die Quarktrage genannt wird.
p. 270
Quarksack
Quarksack, ein unten spitziger Sack, in der Haushaltung, worin der Käsequark geschüttet wird, damit die Molken von demselben abtropfen können.
