Prechtl 1834
Johann Joseph Prechtl, Farben, in: Johann Joseph Prechtl (ed.), Technologische Encyklopädie oder alphabetisches Handbuch der Technologie, der technischen Chemie und des Maschinenwesens. Zum Gebrauche für Kameralisten, Ökonomen, Künstler, Fabrikanten und Gewerbtreibende jeder Art V (Eisen – Feuerschwamm), Stuttgart – Wien [J. G. Cotta’sche Buchhandlung – Carl Gerold] 1834, pp. 401–429.
pp. 401–405
Farben.
Unter Farben werden hier die Anstreich- und Mahlerfarben, nämlich diejenigen Pigmente oder farbigen Körper verstanden, welche dazu dienen, eine Fläche ohne Beihülfe höherer Wärme mit einem farbigen Überzuge zu versehen (s. Art. Anstreichen). Von den Email- oder Schmelzfarben, welche dazu dienen, gewissen Körpern in der Schmelzhiße einen glasigen gefärbten Überzug zu geben, ist unter dem Artikel »Emailfarben« die Rede gewesen.
Die Farben, welche zum Anstreichen und Mahlen verwendet werden, werden im fein zerriebenen oder zertheilten Zustande mit einer Flüssigkeit gemengt oder angemacht, und in diesem breiartigen Zustande mittelst Pinsel auf die zu färbende Fläche aufgetragen. Diese Flüssigkeit ist entweder Wasser, und dann bleibt nach dem Austrocknen oder dem Verdunsten des Wassers auf der Fläche eine dünne Schichte der angewendeten Farbe oder des Pigments zurück; oder sie ist Wasser mit Leim, Gummi oder ähnlichen schleimigen Substanzen vermischt, und dann bleibt die Farbe mit dem ausgetrockneten Leime, Gummi oder Schleim, Zucker, Honig &c. verbunden auf der Fläche haften; oder sie ist eine Auflösung von Harz in Weingeist, oder in einem ätherischen Öhle, zumahl Terpentinöhl (Weingeist- oder Terpentinfirniß), und dann bleibt auf der Fläche die Farbe in Verbindung mit dem Harze als ein mehr oder weniger glänzender Überzug zurück; oder sie ist ein fettes Öhl, zumahl Leinöhl oder Leinöhlfirniß, und dann bildet nach dem Austrocknen die Farbe mit diesem Bindungsmittel einen festen, im Wasser unauflöslichen Überzug, in welchem das Pigment mit dem harzartig oder vielmehr kautschukartig gewordenen Öhle eine eigenthümliche feste Verbindung eingeht. In manchen Fällen wird als Bindungsmittel auch Milch oder Blutwasser angewendet, wo dann der in der ersten Flüssigkeit enthaltene Käse, und in der zweiten das Eiweiß sich mit den Pigmenten verbindet, und deren Befestigung bewirkt. Statt der Milch kann auch Käse, der mit Hülfe von etwas Pottasche in Wasser aufgelöst worden, verwendet werden.
Nicht alle Farben lassen sich mit diesen verschiedenen Bindungsmitteln behandeln. Einige vertragen nur Wasser oder wässerige Flüssigkeiten, andere zugleich Öhl. Im Allgemeinen muß ihnen die Eigenschaft zukommen, daß sie durch das Bindungsmittel nicht wesentlich verändert werden, und daß sie leicht und vollständig mit demselben sich verbinden und zertheilen lassen. Überdieß verlangt man von den Farben Dauerhaftigkeit und eine gute Deckung der Fläche, welche leßtere Eigenschaft mit ihrer feinen Zertheilbarkeit und gleichförmigen Mischung mit dem Bindungsmittel im Verhältnisse steht.
Man kann die Farben eintheilen in 1) erdige oder Oxydfarben, 2) Lackfarben, 3) Saftfarben.
I. Erdige oder Oxydfarben.
Unter diese Rubrik gehören die verschiedenen Metalloxyde und metallischen Salze, welche in der Mahlerei Anwendung finden. Diese Pigmente machen den wichtigsten Theil des Farbenvorrathes aus, und dienen sowohl für Leimfarben, als auch für Öhlfarben. Sie sind entweder natürliche oder künstliche Produkte, wenigstens in ihrer gewöhnlichen Darstellungsweise.
a) Natürliche Produkte.
Die Kreide. Zu manchem Gebrauche wird sie geschlämmt, um die feineren Theile abzusondern.
Weißer Thon, öfters Kalk- und Bittererde haltend, wie das Weiß von Meudon.
Der Ocker oder Ocher (gelber Eisenocker, Umbra, gelbe Erde), ein mit Eisenoxydhydrat gefärbter Thon (S. 43). Mäßig geglüht wird er rothbraun oder braunroth (S. 294); durch Schlämmen wird er verfeinert.
Der Bolus, ein auf dieselbe Art gelb oder braungelb gefärbter Thon, der noch Kalk- und Bittererde enthält. Durch Erhißen wird er gleichfalls roth; der armenische Bolus ist gelbroth; der Bolus von Siena (Terra di Siena) ist bräunlich oder hellgelb, und wird durch Glühen braunroth.
Gelbes und rothes Rauschgelb (Operment und Realgar, s. Art. Arsenik, Bd. I., S. 344).
Rothe Erde, ein durch Eisenoxyd rothgefärbter Thon; wohin auch die ähnlichen Eisenoxydverbindungen gehören (S. 42).
Ultramarin (s. d. Artikel).
Grüne Erde (Veroneser Erde), ein verwitterter Augit; mäßig geglüht wird sie rothbraun (gebrannte grüne Erde).
Hieher sind noch zu rechnen das Umbraun und die schwarze Kreide. Das Umbraun oder die kölnische Erde ist eine erdähnliche braune Farbe, die an mehreren Orten, zumahl am Niederrhein, auch in Sizilien (das italienische Umbraun) gegraben wird. Es ist eine etwas thonhaltige zerreibliche Erdkohle mit mehr oder weniger Eisenoxyd. Es wird durch Schlämmen von den sandigen und salzigen Theilen befreit; gebrannt wird es braunroth. Die schwarze Kreide (Zeichnenschiefer) ist ein viel Kohle enthaltender Thonschiefer.
b) Künstliche Produkte.
Von diesen ist theils in eigenen Artikeln, theils in den Artikeln der Metalle, zu welchen sie gehören, die Rede. Sie sind:
Bleiweiß (s. diesen Art.). Seltener werden auch die weißen Oxyde einiger Metalle gebraucht, als Wismuthweiß, Zinnweiß, Zinkweiß (s. d. Art. d. Metalle).
Bleigelb, Neapelgelb, Mennige (s. Art. Blei), Musivgold (s. Art. Zinn), Mineralturpeth, Zinnober (s. Art. Quecksilber).
Chromgelb, Chromgrün, Chromroth (s. Art. Chrom). Das Chromroth ist entweder chromsaures Quecksilberoxydul oder basisches chromsaures Bleioxyd (Bd. III. S. 484). Die rothe Farbe des leßteren hat nach der früheren Bereitungsart (daselbst S. 492) immer einen gelblichen Stich. Neuerlich hat man dieselbe (nach Liebig und Wöhler) verbessert, so daß dieses Salz dem feurigsten Zinnober an Schönheit der Farbe gleicht. Man bringt Salpeter bei schwacher Glühhiße zum Schmelzen, und trägt nach und nach in kleinen Antheilen reines Chromgelb hinein. Es entsteht jedes Mahl ein starkes Aufkochen, und die Masse wird schwarz, weil das basische Salz schwarz erscheint, so lange es heiß ist. Man fährt mit dem Zusaße von Chromgelb so lange fort, bis nur noch wenig Salpeter unzerseßt übrig ist, indem man dabei Sorge trägt, den Tiegel nur gelinde glühend zu erhalten, da eine starke Hiße die Farbe ins Bräunliche zieht. Sodann läßt man den Tiegel einige Minuten lang ruhig stehen, damit sich das schwere basische Salz (Chromroth) zu Boden seße, und gießt die noch flüssige, aus chromsaurem Kali und Salpeter bestehende Salzmasse davon ab, die man nachher wieder zur Bereitung von Chromgelb verwenden kann. Die im Tiegel zurückgebliebene Masse wird mit Wasser ausgezogen, und das abgeschiedene Chromroth nach hinreichendem Auswaschen getrocknet. Es ist dabei für die Schönheit der Farbe wesentlich, daß man die Salzauflösung nicht lange über dem rothen Pulver stehen lasse, weil sonst die Farbe an Höhe verliert und mehr orangeroth wird; das fein krystallinische Pulver seßt sich jedoch wegen seiner Schwere jedes Mahl so schnell ab, daß diese Vorsicht durch rasch wiederholtes Aufgießen von frischem Wasser leicht zu beobachten ist.
Berglau (s. diesen Art.), Berlinerblau, Mineralblau (s. Art. Berlinerblau), Kobaltblau, Smalte, Kobaltgrün (s. Art. Kobalt).
Berggrün, Grünspan und die verschiedenen Varietäten von Kupfergrün (s. Art. Kupfergrün).
Das Englischroth oder Eisenroth (s. diesen Art.), das Kupferbraun (s. Art. Kupfer). Eine braune, dem Bolus von Siena ähnliche Farbe erhält man, indem man zu einer Eisenvitriolauflösung so lange Kalkwasser gießt, als noch ein Niederschlag erfolgt, diesen mit Wasser auswäscht und an der Luft trocknen läßt.
Als schwarze Farben gehören noch hieher das Beinschwarz (s. diesen Art.); das Kohlenschwarz, die fein zerriebene, durch Verkohlung im Verschlossenen aus verschiedenen Pflanzenkörpern erhaltene Kohle (s. Art. Kohle), die mit Wasser angemacht, zur Entfernung des etwaigen Kaligehalts ausgelaugt und beliebig geformt wird. Dazu dienen besonders Buchenholz, Kork, Nußschalen, Gerberlohe, die Schalen der wilden Kastanien, Pfirsich- und Pflaumenkerne, Weinreben, Weintrestern; die aus leßteren und aus Weinhefe (Weinlager) erhaltene Kohle liefert das sogenannte Frankfurterschwarz; der Kienruß oder Nuß, und der aus demselben bereitete Tusch (s. Artikel Kienruß).
Außer den oben genannten Oxyden und farbigen Salzen der Metalle könnten noch viele andere als Pigmente benüßt werden; allein sie sind theils zu theuer, theils haben sie vor den bereits angewendeten keine Vorzüge.
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pp. 425–429
Farbmühle.
Diejenigen Farben, welche nicht, wie die Saftfarben, im Wasser löslich sind, also die eigentlichen Deckfarben, nämlich die erdigen und die Lackfarben, müssen vor ihrer Anwendung in dieser oder jener Form, sie mögen nun mit Wasser oder Öhl gebraucht werden, möglichst fein gerieben werden, weil sie nur durch diese feine Zertheilung unter dem Pinsel gehörig zu bearbeiten sind, die Fläche rein und gleichförmig decken, zum Theil auch nur durch dieselbe die gehörige Farbnüanze erhalten. Im Kleinen geschieht dieses Zerreiben im trockenen Zustande in einer Reibschale (aus Glas, Steingut, Serpentin) mit dem Pistill aus derselben Masse; im feuchten Zustande auf dem Reibsteine, einer harten, mit einer glatten Oberfläche versehenen hinreichend starken Platte, gewöhnlich aus dichtem Kalkstein, Marmor oder Porphyr, mit Hülfe des Läufers, eines kegelförmigen Steines derselben Art mit einer breiten, ebenfalls glatten Grundfläche. Die Farben werden darauf erst trocken gerieben, und dann mit Zusatz von Wasser oder von Öhl oder Öhlfirniß zur möglichsten Feinheit und zur Konsistenz eines dicken Breies gebracht. Mittelst eines Spatels von Holz oder Horn wird während der Arbeit die ausgebreitete Farbe gegen die Mitte des Steines und unter den Läufer zusammen gebracht. Die Arbeit wird erleichtert, wenn man dem Reibsteine eine etwas konkave Fläche gibt, und die untere Fläche des Läufers nach demselben Halbmeller konvex formt. Die geriebenen Öhlfarben werden entweder sogleich verbraucht, oder in Schweinsblasen gefüllt (in der Menge von ½ bis 1 Unze); und fest verbunden, in welchem Zustande sie lange aufbewahrt werden können. Beim Gebrauche sticht man mit einer Nadel eine Öffnung in die Blase, und drückt von der Farbe so viel nöthig auf die Palette.
Zum Reiben von Farben in größeren Quantitäten ist diese Methode zu wenig ausgiebig, für manche Farben, welche schädliche Dünste verbreiten, auch der Gesundheit des Arbeiters nachtheilig; man verwendet daher dazu eigene Vorrichtungen, welche die Arbeit mehr fördern, Farbmühlen. Diese dienen entweder zum Zerreiben der trockenen Farbe, oder mit dem Zusatz von Wasser oder Öhl. Mühlen verschiedener Art zum Zerkleinern und Pulvern trockener Körper werden in dem Art. Mühlen erwähnt; hier ist es hinreichend, nachstehende in der Fig. 3, Taf. 94 abgebildete Vorrichtung zu beschreiben, welche besonders zum trockenen Zerreiben von Farben dient, indem sie zu diesem Gebrauche mit Vortheil sowohl die Reibschale, als auch die in einer Schüssel mit sphärischem Boden herum bewegten eisernen Kugeln (wie diese zum Zerreiben des Indigs gebraucht werden) ersetzt. I ist der Mörser oder die Reibschale, ein konkav ausgehöhlter harter Stein mit glatter Fläche; m der birnförmige Läufer oder Pistill, aus demselben Steine, dessen untere Fläche nach derselben Krümmung abgerundet ist; in dem oberen Theile dieses Läufers ist eine mit der Handhabe p versehene eiserne Achse mit dem viereckigen Ende befestigt, die sich als Zapfenlagern in zwei Einschnitten o bewegt, die in den beiden in der Wand horizontal befestigten Holzstücken n angebracht sind; durch zwei Stifte wird die Achse in diesen Einschnitten festgehalten. Am obern Ende der Achse ist das Gewicht r aufgesteckt, um auf den Läufer einen beliebig verstärkten Druck auszuüben. Der Läufer m, der mit der Achse in der Fig. 4, für sich vorgestellt ist, ist nach seiner Mitte und in der Richtung der Achse mit einem Schlitze s versehen. Der vorher gröblich zerstoßene Indig oder eine andere Farbe wird in die Schale über den Läufer geschüttet; beim Umdrehen fallen dann die Stückchen in den Schlitz, gelangen von hier unter die Unterfläche des Läufers, werden zermalmt, und nach außen gegen die Wand der Schale getrieben, von wo die gröberen Theile wieder in den Schlitz zurückfallen, um neuerdings zermalmt zu werden, welche Operation man fortsetzt, bis der Indig zum feinsten Pulver gebracht ist. Man hebt dann nach Ausnehmung der Stifte o den Läufer aus der Schale, und nimmt die Farbe heraus. Während der Arbeit wird die Schale mit einem aus zwei Hälften bestehenden Deckel geschlossen.
Um die Farbe mit Wasser oder Öhl zu reiben, hat man verschiedene, zum Theil ohne Noth komplizirte Mechanismen ausgedacht. Die beiden im Nachfolgenden beschriebenen erfüllen vollkommen ihren Zweck. Die zunächst zum Reiben von Mahlerfarben bestimmte Maschine ist in der Fig. 6, Taf. 94 vorgestellt. A ist ein steinerner Zylinder, aus dichtem Marmor, 16–18 Zoll im Durchmesser, und 4–5 Zoll breit, der nach Art eines Schleifsteins in einem Zapfenlager auf dem Gerüste G ruht. B ist ein nach derselben Krümmung ausgehöhlter Stein derselben Art, welcher in dem hölzernen Rahmen a b mittelst Kitt befestigt ist. Mittelst eines Charniers i ist dessen unteres Ende mit dem Gerüste verbunden, so daß dieser Rahmen mit dem Steine zurückgeschlagen werden kann. Die Länge dieses Steines beträgt etwa ein Drittheil der Peripherie des Zylinders. C ist ein Bogen von Eisen von etwa 1 Zoll Breite, der bei f an das Gerüste befestigt, mit dem andern Ende e aber mit einer Flügelschraube mit dem oberen Theile b des Rahmens verbunden ist, und dazu dient, den letzteren auf den Zylinder nieder zu drücken, und ihn in stätiger Lage zu erhalten. K ist ein eiserner, um den Zapfen d beweglicher Rahmen, an dessen vorderem Theil D eine Streichklinge aus einer etwa ½ Zoll breiten Uhrfeder befestigt ist, die sich schief an die runde Fläche des Zylinders anlegt, um von derselben die Farbe abzustreifen, wenn sich diese nach aufwärts bewegt. H ist ein Schubbret, auf dem sich das Gefäß befindet, das die geriebene Farbe aufnimmt, und das man herausziehen kann, um es von der Farbe zu reinigen, die von dem Zylinder etwa auf dasselbe fällt; k ist ein Schubkasten, welcher Sägespäne oder die Abschabsel der Gerber von den Häuten enthält, um mit denselben den Zylinder und den konkaven Stein abzupußen, wenn eine andere Farbe abgerieben werden soll. Die Farbe wird vorher in einem Mörser oder mit der vorher beschriebenen Vorrichtung trocken gepulvert, dann mit dem Öhl oder dem Wasser vermengt, und mit einer Spatel bei M auf den Zylinder getragen, durch dessen Umdrehung sie unter den konkaven Stein geführt, und gleichmäßig über dessen runder Fläche ausgebreitet wird. Ist die Farbe gehörig zerrieben, so wird die Streichklinge D, die während dem zurückgeschlagen war, an den Zylinder angelegt, wodurch die Farbe abgestrichen, und in dem untergesetzten Gefäße aufgesammelt wird. Um das Auftragen der Farbe bei M zu erleichtern, kann hier auch ein Trichter in prismaatischer Form angebracht werden, durch dessen Schlitz, der etwa zwei Drittheile der Breite des Zylinders zur Länge hat, die Farbe auf den letzteren austritt. Es ist gut, das Stück E, an welchem der untere Theil des Rahmens a mit dem konkaven Steine durch das Charnier i befestigt ist, beweglich zu machen, und es mittelst eines in demselben befindlichen Schlitzes durch eine starke Stellschraube an dem Gerüste zu befestigen, damit man den konkaven Stein der krummen Fläche des Zylinders beliebig nahe rücken kann.
Die Fig. 5, Taf. 94, stellt die allgemeine Farbmühle vor, deren man sich zum Zerreiben von Farben aller Art, Erden, Glasuren &c., mit Wasser bedient, und die im kleinern und größeren Maßstabe ausgeführt werden kann. Für solche Mühlen, die noch mit der Hand getrieben werden, haben die Steine einen Durchmesser von 15 bis 24 Zoll. Auf einer solchen Mühle wird auch der Indig mit Wasser gemahlen (Bd. II., S. 216). a und b sind zwei zylindrische Steine, nach Art der Mühlsteine, am besten aus dichtem Kalkstein oder Marmor, deren innere Flächen gut geebnet sind; b ist der unbewegliche Bodenstein, a der Läufer, c der mit dem Läufer in Verbindung stehende Drilling, h ein hölzerner mit Eisen gebundener, an den Bodenstein anschließender Zylinder (die Zarge), mit welchem der Läufer umgeben ist, und welcher bei g die Ausflußröhre für die gemahlene flüssige Farbe hat. Der Läufer ruht mittelst des Quereisens k (der Haue) auf der senkrechten Achse d (dem Mühleifen), deren unteres Ende in einer Pfanne auf dem Träger e ruht, welcher durch die Schraube f höher oder niedriger gestellt werden kann, um dadurch den Läufer dem Bodensteine mehr oder weniger zu nähern. Durch die mittlere Öffnung des Läufers (dem Läuferauge) wird die Farbe mit dem Wasser aufgegeben, oder die schon abgelaufene neuerdings aufgeschüttet, wenn sie noch feiner gemahlen werden soll.
Der Herausgeber.

