Forster 1782
Johann Reinhold Forster, Auf Vernunft und Erfahrung gegründete Anleitung den Kalch und Mörtel so zu bereiten, daß die damit aufzuführenden Gebäude ungleich dauerhafter seyn, auch im Ganzen genommen, weniger Kalch verbraucht werde. Ein Beitrag zur Naturkunde und Technologie, zum Nutzen aller Baumeister und Baulustigen, Berlin [Haube – Spener] 1782.
pp. 20–32
Erster Abschnitt.
Ueber die Güte der Materialien.
Erstes Hauptstück.
Vom Kalche.
Kalch findet sich an vielen Orten unserer Erdkugel, zuweilen so weich und unzusammenhängend, daß man ihn zwischen den Fingern zerreiben kan, wie Erde, oder in einem mehr verhärteten Zustande als Stein; beide Kalcharten findet man entweder ganz aus Kalchtheilen bestehend, ohne merkliche Beimischung fremder Theile, oder sie haben eine beträchtliche Menge von fremden Theilen in ihrer Mischung; jene sind reinere Kalcharten, diese hingegen gemischte Kalcharten. Einige der reinen Kalcharten hängen so locker zusammen, daß sie abfärben; zu denen gehört die Kreide; zu den härteren aber, rechnet man den Kalchstein, den Kalchspat, den Tropfstein und den Marmor, nebst einigen anderen Arten. Die gemischten Kalcharten sind wieder sehr verschieden, je nachdem die eingemischten Sachen verschieden sind; je nachdem das Verhältnis der eingemischten Sachen verschieden ist und endlich nachdem entweder nur einzele oder auch zwei, drei, und noch mehrere Substanzen mit in den Kalch eingemischt sind.
Die mit Thon oder Leimen gemischten Kalcharten werden Märgel genant, und man hat eine unendlich grosse Mannichfaltigkeit, in den verschiedenen Arten von Märgel. Ferner findet man zwar auch kleine Kiesel oder Quarz und selbst Sand mit im Kalche, so wie auch viel eingemischten Talk.
Ausser diesen erdigen mit Kalch vermischten Theilen finden sich auch noch sehr viele die mit allerhand Säuren vermischt sind. Die mit Vitriolsäure vermischte Kalcherde heißt Gips; und ist sie feste und dichte, so nennt man sie Alabaster.
Die mit Vitriolsäure und noch einer andern nämlich der Thonartigen Erbart vermischte Kalchart heißt Schwerspat.
Ist Kalch mit brennbarem Stoffe verbunden, wozu noch eine Säure kommt, so heissen diese Gesteine Leberstein und Stinkstein.
Endlich so sind selbst Metalle mit Kalcharten zuweilen vermischt, und haben nach den verschiedenen Metallen, und verschiedenen Graden der Festigkeit, der Farben, und des Baues verschiedene Namen, als Eisenerz, Stahlerz, Eisenspat, Eisenblüthe, Türkis, Lazurstein, Malachit, Bleikalch, Bleispat, Zinnspat &c.
Alle diese hier genannte gemischte Kalcharten taugen nicht zum Kalchbrennen und Mörtel draus zu machen. Ja wenn selbst unter den reineren Kalcharten etwas mehr Sand, Quarzkiesel, oder Gips eingemischet ist, so fällt der, daraus gebrannte Kalch schon nicht mehr gut aus, und giebt demnach schlechteren Mörtel aus, als denjenigen den man von reineren Kalcharten verfertiget. Man kan aber diese Mischungen nicht nur leicht entdecken, sondern auch leicht absondern. Wenn demnach die unter den Kalch eingemischten fremdartigen Erdtheile, nur nicht zu häufig sind, so kann man sich des Kalches doch bedienen, wenn man die fremden Erd und Steintheile beizeiten und sorgfältig absondert.
Man findet in sehr vielen, wo nicht den mehresten Kalcharten, auch Spuren von eingemischten Seethieren und ihren Ueberbleibseln. Man siehet darinn Abdrücke und Gerippe von Fischen, Muscheln- und Schneckenarten und sehr mannichfaltige Korallenarten und noch mehrere Arten von Seethieren. Da man nun aus Erfahrungen gefunden, daß alle diese letzten Thiergehäuse selbst frisch nämlich die Muscheln, Schnecken und Korallenarten, wenn sie gebrennt werden, ebenfals einen Kalch geben, so hat man kein Bedenken getragen, diese mit Ueberbleibseln von Seethieren angefüllten Kalcharten auch zum Kalche und gebrennt zum Mörtel anzuwenden. Die frischen Muscheln, Schnecken und Korallenarten, enthalten viele thierische Theile in ihrem Gewebe, und es zieht sich auch, wenn sie am Seeufer liegen, viel Seewasser und beim Austrocknen und Krystallisiren desselben wirkliches Seesalz in den Bau solcher Gehäuse von Schaalenthieren, welches beim Brennen des Kalches, von den thierischen Theilen einige phlogistische, brennbare Theile nachläßt; so wie das Salz nie ganz im Brennen zerstört und weggeschaffet wird; und daher ist ein daraus verfertigter Mörtel geneigt, die Feuchtigkeit von der Luft anzuziehen; daher denn nie ein tauglicher, harter Mörtel draus entstehen kan, der einem Gebäude Festigkeit und Dauer versprechen könte. Da nun selbst die Kalchsteinarten, welche sehr viele Ueberbleibsel von schaalichten Seethieren einschliessen, zuweilen etwas weniges von den thierischen sowohl als von Salz-Theilen enthalten; so folget natürlich draus, daß ein solcher Kalch auch nicht so gut zu Mörtel kan angewendet werden, als die reineren Kalcharten. Jedoch es ist dieses nur ein sehr seltener Fall, daß eine so merkliche Spur von Salz und thierischen Theilen im Kalche mit versteinerten Seethieren anzutreffen wäre, daß solche dadurch zu Mörtel nicht könte gebraucht werden.
Nächst der Wahl des Kalches, muß man auch die Bestandtheile des Kalches genau kennen lernen. Gemeinen reinen Kalchspath hat man in ein verschlossen Gefäß gelegt, und in einem starken Feuer hat man gesucht, alles das was sich vom Kalchspate nur absondern läßt, abzutreiben, und in einem vorgelegten Gefäße aufzufangen, da man denn bemerket hat, daß wenn man z. E 100 Unzen reinen Kalchspat ins Feuer auf obige Weise einsetzte, man nach einem sehr lang anhaltendem starken Feuer, nur 55 Unzen Kalch behalten hat, der aber von seiner vorigen Härte viel verlohren hatte, und von den obigen verlohrnen 45 Unzen, waren 11 Unzen Wasser, und 34 Unzen eines luftartigen säuerlichen Dampfes, den man auch sonst feste Luft oder Luftsäure zu nennen pflegt.
Das Brennen des Kalches ist eine der wichtigsten Arbeiten: denn wenn der Kalch so viel gebrannt ist, daß er nur rothglühend, und etwa nur um ein Viertel durchs Brennen leichter wird; so pflegt in solchem Falle nur das äussere des Kalches hinlänglich gebrannt zu seyn, das inwendige aber wenig oder gar nicht, und will daher sich nicht im Wasser ganz auflösen, denn der inwendige noch nicht ganz durchglühete Kalch, hat nur wenig oder gar nichts von seinem Wasser und von der festen Luft oder Luftsäure verlohren. Es ist also ein so unvollkommen gebrannter Kalch zum Mörtel nicht tauglich, indem mehr als die Hälfte verlohren gehet.
Läßt man aber Kalchstein so lange glühen, daß derselbe zuletzt, wenigstens eine Stunde lang in der Gluth eine ganz weisse Farbe annimmt, und nur noch 11/20 von seinem ursprünglichen Gewichte behält; (so daß von 20 in den Kalchofen eingesetzten Zentnern nur, 11 Zentner übrig bleiben) so pflegt dieser gebrannte Kalch, wenn man Wasser an denselben sprengt, ganz schnell sich zu erhitzen und ganz in ein weisses Pulver zu zerfallen; und es ist ein so gebrannter Kalch zum Mörtel vorzüglich gut.
Diese Eigenschaft erhält der Kalchstein vornämlich, wenn man denselben langsam erhitzet; nicht gar zu grosse Stücke in den Ofen einsetzet, damit sie desto besser und leichter können durchglühet werden; und wenn man den Stein etwa 6 bis 8 Stunden lang in einer rothen Glühhitze, und etwa eine Stunde oder drüber in einer weissen Glühhitze erhält.
Wenn man Kalchstein, der so geglüht oder wie man es nennt gebrannt ist worden, versuchen will; so nehme man denselben so bald nach dem derselbe gebrannt ist worden, als möglich, und tunke das ganze Stück gebrannten oder ungelöschten Kalches mittelst einer Zange in Wasser. Derjenige Kalch welcher sogleich ganz mit einer grossen Hitze in ein sehr weisses Pulver zerfällt, ist allem Ansehen nach wohlgebrannt, und seine Weisse zeiget daß er keine fremdartige metallischen und brennbaren Theile hat. Nimmt man dies Pulver und schüttet es in schwache Salzsäure (Acidum muriaticum, vel salis communis) und es löset sich ganz in dieser Salzsäure ohne Aufbrausen auf, ohne daß irgend einige kleine Steinchen oder unaufgelöste Lümpchen übrig bleiben; so ist dieses ein Zeichen daß der eingesetzte Kalchstein rein ist, und keine Gipstheile, Sand, oder Quarzkiesel, oder Thon, und andere fremdartige Theile enthalte.
Diese Art die Güte des Kalches zu versuchen ist eine der besten und zuverläßigsten; Denn man hat durch viele darüber ordentlich angestellte Versuche und Erfahrungen befunden, daß Kalch der nicht schnell und ganz mit Erhitzung in ein sehr weisses Pulver zerfällt, entweder nicht genung gebrannt ist oder viele fremdartige Theile enthält, die sich nicht wollen in gelöschtes Kalchpulver auflösen. Beiderlei taugt nicht, einen guten Mörtel zu machen. Ist der Kalch nicht hinlänglich gebrannt, so pflegt derselbe wohl, nach einer sehr langen Weile von etlichen Stunden, zuletzt sich durch vieles Wasser aufzulösen; allein da dieser schlecht gebrannte Kalch, noch nicht alle die in ihm enthaltene Luftsäure verlohren hat, so kan er auch keine neue wieder aus der Luft einnehmen, und mit derselben sich wieder in eine harte steinartige Masse verbinden; sondern der damit verfertigte Mörtel bindet gar nicht, und die damit verfertigten Gebäude, haben keine Festigkeit und können demnach nichts weniger als lange ausdauren, und der Gewalt und den Abwechselungen der Witterung wiederstehen. Sind aber viele fremdartige Erd- und Steintheile im gebrannten Kalche enthalten, so giebt es deren einige die wieder keine Festigkeit geben können; dahin gehören die eingemischten Gipstheile und Thon oder Leimen; weil beide die Feuchtigkeit der Luft zu allen Zeiten an sich ziehen und also die Festigkeit und das Binden des Mörtels hindern und zerstöhren. Sind aber die fremdartigen Theile etwa Sand oder Quarzkiesel, so würden diese zwar keinen Schaden verursachen: allein da man nicht genau sagen kann, ob alles wahre Quarzkiesel sind, die in der ganzen Menge von Kalche enthalten sind; da man auch zu Verfertigung eines guten Mörtels nur ein gewisses Verhältnis von Sand oder Quarzkiesel hinzuthun kan und man den im Kalche enthaltenen Sand nicht genau bestimmen und also auch nicht wissen kan, wie viel man noch andern Sand zu Verfertigung eines guten Mörtels hinzufügen müsse, so muß der im Kalche befindliche Sand, so wie auch alle andere fremdartige Theile als Gips, Thon, &c. fortgeschaft werden.
Dies nun kan folgendergestalt geschehen. Man nehme gebrannten Kalch, so viel man in einem Tage ohngefähr zu brauchen gedenket, und man besprenge allmählig die Kalchstücke mit Kalchwasser (dessen Verfertigung und Nutzen unten soll gezeigt werden) so lange, bis daß das Ganze des Kalches anfängt zu verfallen. Man thue den sich in Pulver auflösenden Kalchstein in ein Sieb von Meßingdraht, dessen Oefnungen noch kleiner als ein Dreißigtheil eines Zolles sind, und lasse den feinen pulverichten Theil durchlaufen, welcher zum Gebrauche gut ist; das was im Siebe zurückbleibt, kan noch einmahl mit dem Kalchwasser besprengt werden, und fals es sich noch schnell und mit Erhitzung auflöst, so ist es noch guter Kalch, was sich nicht auflöst, taugt nicht zum Gebrauche; denn es ist entweder noch nicht gehörig gebrannt, oder es sind fremdartige Theile und müssen demnach als untauglich weggeworfen werden.
Wenn man 2 Pfund guten frisch gebranten Kalch, (der sich bis auf 11/20 seiner Schwehre im Brennen vermindert hat). 1) in einem bedeckten Orte, den aber die Luft durchsteichen kann offen hinlegt, 2) oder legt man ihn auch offen in ein trockenes Zimmer, 3) oder setzt man ihn in einem mit einem Deckel verdeckten Kasten, in ein trockenes Zimmer; so ziehen die ersten zwei Pfunde in ein und zwanzig Tagen, ein Pfund und anderthalb Quentchen Wasser und Luftsäure wieder an sich; die zweiten zwei Pfunde wiegen drei Pfund und ein Quentchen, und die dritten zwei Pfunde, zwei Pfund 14 Loth. Es erhellet also, daß der gebrannte Kalch, ein sehr schwammichter, lockerer Körper sey; der aus der Luft, die in derselben aufgelöste Feuchtigkeit, selbst an einem von uns keinesweges für feucht angesehenem Orte, nebst der ebenfalls in aller gemeiner Luft mit eingemischten festen Luft oder Luftsäure einzusaugen im Stande sey; ja dies geschiehet wenn der Kalch gleich, wie gewöhnlich, in nicht gar zu dichten Fäßern, vom Kalchofen zur Baustätte, geliefert wird; denn er nimmt beinahe ¼ seiner Schwehre aus der Luft an sich, wenn er gleich in einem Kasten oder Fasse liegt. Es ist also das gemeine Vorurtheil aller Maurer, Bauherren, und Kalchhändler, daß es genung sey, den Kalch vor der Feuchtigkeit und dem Regen zu bewahren, um ihn gut zu erhalten, hiedurch hinlänglich wiederleget. Denn man sieht, daß die feuchte Luft und ihre Säure, selbst durch die Fugen eines Fasses, in den Kalch eindringen, und ihn dadurch zur Verfertigung guten Mörtels ganz untauglich machen kan. Denn da, wie wir schon gezeigt haben, die Luftsäure und Wasser, das Verband des Kalches ausmachen; und diese beide Substanzen durchs Brennen im Kalchofen sind ausgetrieben worden; so kan der Kalch nur denn am tüchtigsten zur Verfertigung eines sehr bindenden Mörtels seyn, wenn er noch kein Wasser und Luftsäure aus der Luft angezogen hat; denn er kann ja in dem Mörtel, wenn er noch keine solche bindende Theile Luftsäure und Wassers eingesogen hat, solche nachdem er als Mörtel ist bei der Maurer-Arbeit gebraucht worden, aus der Luft anziehen, und eben dadurch sich in eine harte steinartige Masse verbinden. Es muß demnach der gutgebrannte ungelöschte Kalch, sobald nach dem Brennen verbraucht werden als möglich. Dagegen lange vorher gebrennter und der Luft lange ausgesetzter ungelöschter Kalch, kan unmöglich einen Mörtel geben, damit man ein dauerhaftes festes Gebäude aufführen will; sondern ein solcher lange vor dem Gebrauche gebrannter Kalch, muß nothwendiger Weise, sogleich bröckeln und ohne alle Festigkeit bleiben, weil ihm das Bindende fehlet.
Hieraus nun folgt auch, daß zu einem guten Mörtel, gut gebrannter reiner Kalch erfordert werde, den man sobald nach dem Brennen brauchen muß, als es nur immer möglich ist. Zu dem Ende kan man auch von selbst schon bedenken, daß ein lange vor dem Gebrauche in Kalchgruben gelöscht aufbewahrter Kalch, oder Mörtel, keine gute feste Mauern und dauerhafte Gebäude geben könne.
Aus allem dem bishero gesagten erhellet, daß Kalch vorher in seinem natürlichen Zustan de, ein erdichtes Mittelsalz sey, welches aus der gebrannten Kalcherde und der mit Wasser vermischten Luftsäure besteht. Dieser salzigen Natur muß man auch die Krystallinische Gestalt des Kalkspathe zuschreiben. Wenn demnach der Kalch alle seine Luftsäure und Wasser durch das Brennen verlohren hat; so kann er desto mehr wieder einnehmen. Machte man nun einen Mörtel ohne Sand, so würde blos ungelöschter Kalch und Wasser müssen gebraucht werden. Dies nun würde nie eine verbindende Materie geben: denn in eben dem Verhältnisse, in welchem der Kalch das überflüßige Wasser verliehret, zieht er sich auch zusammen, und nimmt wenigeren Raum ein. Da nun dieses Zusammenziehen nicht anders geschehen kann, als daß der Kalch einen Riß bekommt, so muß die äussere Luft nothwendig, bei jedem Regen, Nebel und feuchten Luft sich in diese Risse und Fugen eines mit blossem Kalche und Steinen oder Ziegeln verfertigten Gebäudes einziehen, und die Festigkeit desselben zerstöhren. Ein solches Gebäude mit Rissen in den Fugen muß sich auch sacken, das heißt, durch sein eigen Gewichte, sich dichter zusammen geben: da nun die Fugen und Risse nicht alle gleich seyn können, so muß auch dies Sacken des ganzen Gebäudes ungleich ausfallen, an einem Orte mehr, und an einem andern weniger nachgeben, und folglich müssen abermahls neue Risse entstehen, und das ganze Gebäude, müste demnach sehr bald über den Haufen fallen. Es muß demnach, um dem Kalche seine bindende Kraft beizubehalten, (welche nichts anders als eine Art von Krystallisirung ist) und zu verhindern, daß er bei Abrauchung des überflüßigen Wassers nicht Risse bekomme, etwas eingemischt werden, welches den Kalch hindert, sich so stark zusammen zu ziehen daß er Risse bekommen könne. Zu dem Ende muß man machen, 1) daß sich der Kalch in mehreren Pu[n]cten an feste harte Körper ansetzen könne, 2) daß der Abstand von einem Steine den der Kalch verbinden solle zum anderen, durch kürzere Zwischen-Abstände verkürzet werde, 3) daß durch die Einmischung anderer harten Körper an die der Kalch sich anhängen kan, die Menge des Wassers zu Bereitung des Kalches vermindert werde; 4) daß durch diese Einmischung harten Körper mit grossen scharfen Kanten, das Anhängen und Binden des Kalches vermehret werde; 5) daß durch dergleichen Einmischung, das Wasser nicht anders aus dem Kalche verrauche, als daß zugleich eine Menge von Luftsäure dessen Stelle vertrete, die hinlänglich wäre, die Theile des Kalches wieder zu Krystallisiren, zu binden, und vollkommen zu härten. Hiezu nun kan nichts anders als harter reiner Sand und Quarzkiesel mit grossen scharfen Kanten gebraucht werden: als welcher alle die hier Nr. 1–5. erforderlichen Eigenschaften hat.
Nachdem ich hie alles zusammengesatzt habe, was ich zu Belehrung des Lesers über Kalch zu sagen hatte, so muß ich dies nur noch anmerken, daß diese hier erklärte Lehrsätze welche alle auf Erfahrungen gegründet sind, in der Folge sehr grossen Einfluß haben werden: es wird also viel darauf ankommen, daß man sich dieselben fest einpräge, damit man sich derselben in der Folge sogleich erinnern könne.
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Erster Abschnitt. Zweites Hauptstück.
Vom Wasser.
Da zu der Auflösung des gebrannten und ungelöschten Kalches so wohl als auch nachgehends zu der Mischung und Verfertigung des Mörtels, nothwendiger weise Wasser kommen muß, so ist es es gleichfals nothwendig zu wissen, welche Arten von Wasser dazu am vorzüglichsten sind.
Wir haben im vorigen Hauptstücke, es als eine auf Erfahrung gebaute Grundregel festgestzet, daß die Festigkeit und Dauer der mit Mörtel aufgeführten Gebäude, vorzüglich darin bestehe; daß der zum Mörtel gebrauchte Kalch, so wenig Luftsäure oder feste Luft behalte, als möglich; und daß diese Luftsäure vom Kalche im Mörtel, erst denn allmählich muß wieder aus der Luft eingesogen werden, nachdem er ist verarbeitet worden, und zwar in eben dem Verhältnisse, wie der Mörtel das Wasser verrauchet, womit er ist gemacht worden.
Nun aber ist bekannt, daß alles Wasser nicht ganz vollkommen rein ist, und daß zuweilen sogar Vitriolsäure in einigen Wassern enthalten ist, und in den mehresten ist doch gewis wenigstens etwas Luftsäure enthalten. Man muß demnach so viel als möglich sich hüten, kein Wasser zu Bereitung des Mörtels zu gebrauchen, welches nur einigermassen Säuren enthält, indem man dadurch die besten Materialien, doch um ein Beträchtliches schlechter machet.
Zuerst also muß man Regenwasser allem anderen Wasser vorziehen; zunächst steht Flußwasser, welches so rein ungeschmacklos [sic!] als möglich muß gewählt werden. Da aber dem ohngeachter auch die weichsten, geschmacklosesten Wasser, nicht ohne Säuren und besonders der Luftsäure sind; so ist es billig, daß man auch die Säuren sehe aus dem Wasser herauszutreiben. Hiezu nun dient, daß man das zum Löschen des Kalches und Verfertigung des Mörtels erforderliche Wasser zu Kalchwasser verändere, weil die im Wasser befindliche Luftsäure sich sogleich mit dem ungelöschten Kalche, zu wahrem gelöschten Kalche verbindet, und mit der Zeit im Wasser zu Boden fällt. Zu dem Ende lasse man ein groß Faß mit Regen- oder Fluß-Wasser füllen. Denn lege man in ein Sieb, das von Meßingdraht geflochten ist, und noch kleinere Oefnungen hat als ein Dreißigtheil Zolls, eine Menge von gutem ungelöschtem Kalche. Hierauf tauche man den Kalch mit dem Siebe so oft und so lange in das Wasser-Faß ein, als sich noch Kalch auflösen und mit dem Wasser mischen will. Der Kalch der sich nicht auflöset, wird gänzlich aus dem Siebe, als untauglich weggeworfen. Mit dieser Arbeit muß man so lange fortfahren, bis in jedem Quart Wasser in dem Fasse, ohngefähr eine Unze Kalch aufgelöst ist worden. Dies Wasser nun, läßt man wohlzugedeckt stehen, bis es sich gänzlich klar gesetzet. Man muß die, auf dem Wasser schwimmende Haut von Kalchartigen Theilen, auch nicht suchen durch Rühren zu beunruhigen und zu zerstöhren, denn sie hält das Eindringen, einer neuen Portion von Luftsäure ins Kalchwasser ab. In dem Fasse müssen in verschiedenen Höhen, hölzerne Krahne angebracht seyn; indem meßingene sonst das Wasser färben möchten. Mit Hülfe dieser Krahne zapft man das klargewordene Kalchwasser sogleich ab, und braucht es gleichfals bald drauf, so wohl den Kalch zu löschen, als auch damit den Mörtel zu machen, und auch endlich alle die Oerter, wo der Mörtel soll angewendet werden, auf Ziegeln und auf Steinen damit naß zu machen; weil dadurch in den zwei ersten Fällen die Luftsäure nicht durch das gemeine Wasser in den Mörtel kommt, und im letzten, das Bindem des Mörtels ungemein befördert wird. Jedoch hüte man sich von diesem Kalchwasser auf einmal viel zu machen; weil mit der Länge der Zeit, feste Luft ins Wasser sich allmählig wieder hinein zieht und die Absicht der Verfertigung des Kalchwassers vereitelt wird.
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Erster Abschnitt. Drittes Hauptstück.
Vom Sande.
Es ist schon im ersten Hauptstücke angezeigt worden, daß da der Kalchbrey, wenn er alleine sollte als ein Verbindungsmittel der Ziegeln und Steine angesehen und gebraucht werden, nothwendig beim Abrauchen des Wassers, damit er gemacht ist, sich zusammenziehen müsse, und also Risse bekommen; und daß folglich dieses, die Mauer dem Einflusse der feuchten und heissen Witterung blossetzen, und also den baldigen Verfall derselben beschleunigen müste. Es war demnach nöthig etwas einzumischen, welches das Reissen des blossen Kalchbreies hindern und die grössere Festigkeit und Verbindung desselben befördern solte. Es ward dabei gezeiget, daß die fünf daselbst erwähnten Gründe, es nothwendig machten, daß dazu vorzüglich Sand gebraucht würde.
Allein das Wort Sand schließt überhaupt genommen, einen so allgemeinen und unbestimmten Begrif in sich, daß man zuvor fest setzen muß, was eigentlich unter jeder Sandart zu verstehen ist; und denn muß erst gezeigt werden, welche derselben zu Verfertigung des Mörtels am vortheilhaftesten sey, und aus welchen Gründen.
Sand ist überhaupt genommen, eine jede harte Materie, wenn sie in kleine Trümmer von der Natur zerlegt gefunden wird. So hat man Platinna- Gold- und Eisensand, Muschelsand, Quarzsand, Granitsand, Kalchsand &c. Es muß aber hier kein anderer als der Quarzsand verstanden werden. Da nun am Meere und an salzigen, kiesigen Orten oft Sand gefunden wird; so müssen wir hier einmahl für allemahl erinnern, daß der quarzige Sand, welcher am Meere gefunden wird, deswegen nicht allemahl zum Mörtel kan gebraucht werden, weil derselbe.1) durch die beständige Bewegung der Wellen seine scharfe Ecken und ungleiche, rauhe Flächen abgerieben hat, die in runde kugelförmige Trümmer sind gebildet worden. 2) Weil Seesand nie oder selten ganz rein von zerbrochenen Muschelschaalen ist, und die kalchartige und zerbrechliche Natur dieser Muscheltrümmer, sich nicht zu dem Ausfüllen des Kalchbreyes schicket. 3) So sind im Seesande allezeit Seesalztheile enthalten, welche nur mit vieler Mühe aus demselben können ausgewaschen werden. So lange aber Seesalztheile, oder Theile irgend eines anderen Salzes im Sande sind, so pflegt ein damit verfertigter Mörtel allemahl die Feuchtigkeit der Luft anzuziehen und kan daher nie trocken werden und die dem Mörtel nöthige Härte und Festigkeit bekommen. Da nun Kiestrümmer aus Schwefel und Eisenerde oder einer anderen metallischen Erde bestehen; so ist es leicht möglich, daß sich der Kies und Schwefel im Mörtel zerlegt, daß sein Phlogiston von der Luft angezogen wird, und also der Kies, wie man es heist, verwittert; da denn die Säure sich mit der Kalcherde verbindet und Gyps, eine viel weichere Materie bildet, als der ordentliche durch Luftsäure erhärtete Kalch: Mörtel ist; und so wird wieder die Härte und Festigkeit der Mauer dadurch aufgehoben.
Der gemeine Flußsand, oder auch aus der Erde gegrabener Sand, dessen Trümmer quarzartig und nicht rund, auch mit wenigem oder gar keinem Thone vermischt sind, die sind die besten Sandarten die man zum Mörtel brauchen muß. Einige Maurer haben den Wahn, daß der Kalchschutt von alten heruntergerissenen und zerstörten Gebäuden, sehr wohl, und mit grossem Vortheile, statt Flußsandes oder gegrabenen Sandes könne gebraucht werden; allein die Erfahrungen die Herr D. Higgins darüber angestellet, zeigen, daß weder zerstossene Ziegel, noch zertrümmerter Kalchschutt von alten Gebäuden einen zum Mörtelmachen tauglichen Sand geben.
Es ist nämlich einmahl durch die sehr vielen Erfahrungen des D. Higgins erwiesen, daß je härter, je rauher und je entfernter von der Kugelförmigen Gestalt die Sandkörner sind, die man zum Mörtel braucht, desto besser und tauglicher sind sie, einen Mörtel zu machen, der einem Gebäude Festigkeit und Dauer geben kan. Denn es ist überhaupt aus Erfahrungen gezeigt worden, daß der Kalchbrei, desto eher und besser erhärtet und sich feste ohne Risse zu bekommen verbindet, je mehr von ungleichseitigem Sande mit scharfen Ecken und ungleichen Flächen in dem Mörtel enthalten ist. Kalchtrümmer, Gypssand, zerstossene Ziegel, Schiefersand und Muschelsand haben zwar selten Kugelförmige Stäubchen und Trümmerchen, allein sie sind zu weich; und sind eher geneigt von der Luft zu verwittern oder einer äussern Gewalt nachzugeben, und liefern demnach im Kalchbreye eingemischt einen sehr schlechten, und wenige Festigkeit annehmenden Mörtel, der nur eines geringen Grades der Erhärtung fähig ist. Denn des Herren D. Higgins Erfahrungen zeigten, daß alle die mit so mancherlei Sand und Kalchschutte verfertigten Mörtel, nach mehr denn einem Jahre, keine Festigkeit und Erhärtung angenommen hatten; wenigstens nicht eine solche, die mit der Festigkeit und Härte eines Mörtels könnte verglichen werden, der mit guten Flußsande oder gegrabenem Sande aus Quarztrümmern mit scharfen Ecken und ungleichen, rauhen Flächen war verfertigt worden.
Runder, kugelförmiger Flußsand taugt nicht zum Mörtel; denn wird ein solcher Sand, dazu gebraucht, so muß doch um das Binden des Mörtels zu befördern, der Kalchbrey die runden Sandkörner ganz einwickeln, und da hat die Erfahrung folgendes gelehrt, 1) daß wenn man zwo gleichgrosse Quantitäten von Quarz-Sand hat, davon eine runde Körner, die andere aber rauhe, mit scharfen Ecken und ungleichen Seiten; so erfordert der rundkörnige Sand, weit mehr Kalchbrey, um die Sandkörner alle einzuwickeln, als der rauhe ungleichseitige Sand.
Je mehr aber Kalchbrey im Mörtel ist, desto weniger Haltung und Festigkeit hat derselbe, in der Folge. 2) Daß der Mörtel mit rundkörnigem Sande leichter kan, selbst nach einer jährigen Erhärtung, zerbrochen werden, und daß er weniger Wiederstand leistet, als der Mörtel mit rauhem ungleichseitigem Sande, nach einer eben so langen Erhärtung; denn da die Theile des Kalches in grösserer Menge da vorhanden sind, als die des Sandes; und Kalch überhaupt genommen weniger Wiederstand leistet, als Stein und Sand, so muß der Bruch auch leichter erfolgen; Hienächst so ist auch der ungleichseitige rauhe Sand, wenn er mit Kalchbrey verbunden ist, nicht so leicht zu zerbrechen, als der rundkörnige Sand; denn die runden Sandkörner, liegen in geraden Schichten, dagegen sind die Lagen des rauhen ungleichseitigen Sandes so verschoben, und hin und her über einander geworfen, daß nach der Verhärtung die Verbindung ungleich fester und der Wiederstand im Bruche ungleich grösser wird.
Wenn man den quarzigen, rauhen, ungleichseitigen Sand noch genauer untersuchet; so findet man, daß derselbe sehr nach der Grösse der Quarztrümmer aus denen er bestehet, verschieden sey. Es giebt Sand, dessen Körner wohl durch ein von Meßing-Drath geflochtenes Sieb durchfallen wollen, dessen Maschen ein Achtel Zoll weit sind, aber nicht durch Maschen die ein sechszehntel Zoll weit sind, dieser könnte mit dem in einigen Ländern üblichem Namen Grand benennet werden. Sand dessen Körner wohl durch die Maschen eines Siebes durchgehen, die ein Sechszehntel Zoll weit sind, aber nicht durch ein Drathsieb mit Maschen eines zwei und dreißigtel Zolls weit durchfallen wollen; diese Art könte grober Sand heissen. Der Sand aber der durch die Maschen die eines zwei und dreißigtel Zolls weit sind durchfiele; konte feiner Sand heissen. Um der Kürze willen, werde ich künftig alle den rouhen, ungleichseitigen, quarzigen Sand, schlechtweg Sand nennen; und ihn nach seiner Grösse in Grand, groben und feinen Sand unterescheiden; dagegen will ich den rundkörnigen Sand, der Kürze wegen künftig Perlsand nennen, und er hat eben die Unterscheidungen von Perlgrand, von groben und feinen Perlsand.
Wenn man nun auf die Erfahrungen des Herrn D. Higgins acht hat, so findet man; daß wenn er von Grand zwölf willkührliche Mäßchen nahm und damit gerade ein cylindrisch Glas damit anfüllte; so konnte er durch Aufstossung des so gefüllten Glases, und durch Rütteln, den Grand so sacken, daß er noch das dreizehnte Maas dazu füllen konnte. Nahm er groben Sand, so konnte er nur zwei Drittel des dreizehnten Mäßchens durch eben die Behandlung herein bringen; dagegen wenn er feinen Sand in dasselbe Glas füllte und einrüttelte, so brachte er in allem dreizehn Mäßchen und ein Viertel herein.
Es blieben aber zwischen den Sandkörnern allemahl noch Zwischenräume. Füllte er die nun mit Wasser auf, so fand er, daß er zu den eingerüttelten 13 Mäßchen Grand, noch 5 Mäßchen Wasser einfüllen konnte. Zu den 12 2/3 Mäßchen eingerüttelten groben Sand, gingen noch 4 ½ Mäßchen Wasser herein, und der grobe Sand sackte sich sehr merklich dadurch zusammen. Zu den 13 ¼ Mäßchen eingerüttelten feinen Sandes, konnte er nur noch 4 Mäßchen Wasser einfüllen; allein dieser feine Sand sackte sich so stark zusammen, daß es ohngefähr noch ein siebenzehntel des Ganzen ausmachte. Füllte man die Sandarten ins Glas, ohne sie einzurütteln, und goß denn das Wasser drauf; so sackte sich, bei einer gelinden Bewegung des Wassers, der Sand noch mehr und dichter zusammen, als wenn man denselben ohne Wasser einrüttelte. Diese letzte Erfahrung erklährt deutlich, daß das Schlagen des Mörtels die Theilchen des Sandes, ganz in den Kalchbrey einwickelt, auch dazu dient, den Sand dichter an einander zu sacken, wenn gleich nur sehr weniger Kalchbrey dazu genommen wird; und endlich auch dazu hilft, daß unter solchen Umständen, der ganze Mörtel weniger trocken und steif, und vielmehr zum Aufschmieren und Ankleben geschickter wird, welches man mit einem Worte sehr wohl plastischer, heissen könnte.
Nun unternahm D. Higgins noch eine nähere Bestimmung seiner Sandarten, durchs Gewicht, und fand daß ein gerüttelt Maaß Grand, 20 Unzen, 3 Pfenniggewichte (oder Grane) wog. Ein gerüttelt Maaß groben Sand hielt 21 Unzen 18 Pfen, Gew. und ein gerüttelt Maaß feinen Sandes, war am Gewichte 23 Unzen, 2 Pfen. Gew. und 12 Gräne. Aus allen erhellet, daß die Zwischenräume im Grande grösser sind als im groben Sande, und in diesem grösser als im feinen Sande.
Ferner fing Herr D. Higgins an, die verschiedenen Sandarten nach verschiedenen Verhältnissen zu mischen, und diese Versuche zeigten daß 9 Mäßchen. Grand und 9 Mäßchen feinen Sand zusammen gemischt und gerüttelt nur 16 1/8 Mäßchen ausmachten: ferner 18 Mäßchen Grand und 9 Mäßchen feinen Sand, machten zusammen gemischt und gerüttelt, nur 24 Mäßchen. Endlich fielen die übrigen Mischungen von Grande und feinem Sande in verschiedenen Verhältnissen dahinaus, daß 9 Mäßchen Grande gerade anderthalb Mäßchen feinen Sandes in ihre Zwischenräume aufnehmen konnten, ohne ihre Maße (volumen) zu vermehren.
Nach eben der Weise machten 9 Mäßchen groben Sand und 9 Mäßchen feinen, zusammengerüttelt und gemischt nur 17 ½ Mäßchen: Ferner wurden aus 18 Mäßchen groben Sandes und 9 Mäßchen feinen zusammen sechs und zwanzig. Und Mischungen des groben und feinen Sandes nach verschiedenen Verhältnissen zeigten, daß 18 Mäßchen groben Sandes nur 1 Mäßchen feinen in ihre Zwischenräume aufnehmen konnten, ohne ihre Masse zu vermehren.
Es folget aus obigen Versuchen, daß der Grand zum guten Mörtel nur sehr selten könne und müsse gebraucht werden; und wenn es ja geschehen muß so muß allemahl eine beträchtliche Menge feinen Sandes dazu gemischet werden, um die Zwischenräume völlig aufzufüllen. Die beste Mischung zu Mörtel scheint die zu seyn, welche aus groben und feinen Sande bestehet. Die besten Verhältnisse der Mischungen aber werden im dritten Abschnitte nach Erfahrungen angewiesen werden.
Ehe wir weiter gehen, wollen wir nur anmerken, daß da die Zwischenräume des Sandes so sehr durch Wasser können vermindert werden: so gewinnt man sehr bei Bereitung des Mörtels, daß man den Sand zuerst ganz anfeuchte; denn wenn man den trockenen Sand sonst will mit dem Kalchbreye oder Kalchpulver mischen und denn erst Wasser zugiessen, so kostet es weit mehr Mühe und Arbeit um die Materialien gehörig zu mischen, die Luft aus den Zwischenräumen des trocknen Sandes auszutreiben, und einen guten plastischen Mörtel zu verfertigen. Ferner so ist sehr wohl bekannt, daß zu viel Wasser zu dem Mörtel genommen, sehr nachtheilig ist; indem solcher wässeriger Mörtel nicht halten will, lange Zeit zum Austrocknen braucht und selten gut bindet. Dagegen so bestimmet sich durchs Anfeuchten des Sandes schon von selbst, die zum guten Mörtel erforderliche Menge von Wasser. Man breitet demnach den Sand auf einigen Brettern zu der Höhe von etwa 6 oder 8 Zoll aus und feuchtet ihn mit so viel von dem vorhin genannten Kalchwasser an, als er blos in seinen Zwischenräumchen enthalten kan; zu ohngefähr 7 Theilen Sandes der so angefeuchtet ist, nehme man 1 Theil von dem durch Kalchwasser zu Pulver aufgelösten besten gebrannten Kalch, so wird man schon einen guten Mörtel, draus bekommen. Die nöthigen Mischungen aber der verschiedenen Sandarten, nebst einigen anderen Anmerkungen über die Mischung und den Gebrauch des Mörtels, werden in den folgenden Abschnitte abgehandelt werden.
Aus diesen bisher angeführten Versuchen, siehet man, daß es von grosser Wichtigkeit sey, die Materialien, welche man zum Mörtel anzuwenden gedenket, genau und richtig zu kennen: weil von ihrer Kenntnis wirklich die Festigkeit und Dauer der aufzuführenden Gebäude abhanget. Ein philosophischer denkender Kopf, der sich nicht mit Muthmassungen und dem zweideutigen Erfolge von ein paar Versuchen befriediget; der läßt sich durch keine Schwierigkeiten und mühsame Untersuchungen abschrecken, die ihn zuletzt doch zu der Wahrheit führen, welche er sich zu erforschen vorgenommen. Vorurtheile fallen bei diesen Untersuchungen, wie Schuppen von unseren Augen, und man lernt einsehen, daß nicht blosse Nachahmung und geheimnisvolle Erlernung von Gewerben und Künsten, die gewöhnlichsten und bekanntesten Gewerbe des menschlichen Lebens zur Vollkommenheit, bringen; sondern Fleis, Geduld und Beurtheilung bei einer philosophischen Untersuchung. Diese zeigt sich in D. Higgins seinen Versuchen. Es werden viele, durch die Mühsamkeit und Sorgfalt die zum guten Mörtel machen erfordert wird, vielleicht abgeschreckt werden; allein wer doch sein Geld nicht wegwerfen will als Bauherr, und wer als Baumeister noch eine Reputation zu verliehren hat, wird die Resultate dieser mühsamen Untersuchungen dankbarlich annehmen, und sie als ein weiser Mann unter: günstigen Umständen befolgen.
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pp. 55–60
Dritter Abschnitt.
Verhältniß der Materialien untereinander,
die zur Mischung eines guten
Mörtels erforderlich sind.
Wenn man 1) nach dem ersten Hauptstücke des ersten Abschnittes seinen Kalch in Ansehung der Güte wählt; und 2) kein ander Wasser braucht als Regenwasser oder Flußwasser oder Wasser aus stehenden offenen Teichen oder Seen, das frei von allen fremden Salztheilen ist und macht daraus sich, nach der im ersten Abschnitte gegebenen Vorschrift, Kalchwasser; und wenn man 3) quarzigen Flußsand oder gegrabenen Sand mit scharfen Ecken und rauhen, ungleichseitigen Flächen wählt, und wäschet in einem laufenden Strohme, alle den Leimen oder Thon heraus, der zuweilen besonders im gegrabenen Sande sich befindet und siebet die verschiedenen Sorten von Grand, groben und feinen Sand vermittelst der oben angezeigten meßingenen Drath-Siebe aus dergleichen Sande heraus, so fehlt es nur noch an dem Verhältnisse, nach welchem man diese gutgewählten Materialien untereinander mischet.
Wenn man vollkommen durchgebrannten, frischen Kalch nimmt, so muß man denselben mit Kalchwasser besprengen, daß er in ein feines Pulver dadurch zerfalle; hierauf breite man den zu gebrauchenden Sand auf einigen Brettern oder Planken aus und befeuchte ihn mit so viel von dem obengenannten Kalchwasser als der Sand nur auf die Art halten kann, und denn mische man, den zu Pulver gefälten und durch ein Sieb von allen Steinen und allem Gypse befreiten Kalch zu dem Sande. Das im Sande enthaltene Kalchwasser, ist just das Verhältniß des zum Mörtel erforderlichen Wassers.
Nimt man nun vom trocknen Grande an Gewichte fünfmahl so viel als Kalch, feuchtet ihn mit Kalchwasser an, mischt ihn mit Kalche und macht durch Schlagen und Rühren Mörtel draus; so findet man, daß dies das beste Verhältniß ist: denn nimmt man weniger Kalch und mehr Grand, so ist der Mörtel nicht fett genung, und der Kalchbrey wickelt nicht alle die Grandkörner gehörig ein; und ist der Mörtel erhärtet, so erhält er nie die Festigkeit, daß er nicht solte sehr bald ohne grossen Wiederstand brechen. Er hat überdem eine sehr rauhe Oberfläche. Braucht man hingegen, mehr Kalch und weniger denn fünfmahl sein Gewichte an Grand, so bleibt der Mörtel im Trockenen und Erhärten sehr rauh; Er bricht ohne grossen Wiederstand allein er bekommt keine Risse
Gebraucht man groben Sand; so muß der Kalch wenigstens der fünfte Theil des Sandes seyn: denn gebraucht man mehr Sand, so ist der Mörtel zu kurz und kan nicht angeworfen und gut bearbeitet werden; er läßt sich auch nie zu einer glatten Oberfläche bringen; dagegen nimmt man mehr als ein fünftel Kalch, so pflegt der Mörtel beim Erhärten Risse zu bekommen, und den daraus erfolgenden üblen Folgen unterworfen zu seyn. Der mit fünf Theilen groben Sandes und einem Theile Kalches verfertigte Mörtel ist im Erhärten fester und dauerhafter, als der mit Grand verfertigte.
Wendet man aber feinen Sand an, so muß der Sand wenigstens sechs und ein halbe mahl mehr wiegen als der Kalch. Ist ein solcher Mörtel erhärtet, so ist er besser, als der mit Grande und mit grobem Sande verfertigte Mörtel. Nimt man siebenmahl mehr Sand als Kalch, so ist der erhärtete Mörtel lange nicht so dichte und so feste als der vorhingemeldete von 6 ½ zu 1. Gebrauchte man hingegen 4 Theile Sand, zu einem Theile Kalch; so bekam der Mörtel im Erhärten Risse, und litte im Winter bei abwechselndem Regen und trocknenden Winden; beim Froste und Aufthauen so viel, daß er zuletzt konnte mit den Fingern zerrieben werden und keine Festigkeit selbst nach 10 Monaten Frist nicht erhalten hatte.
Nach diesen dreierlei Versuchen, möchte es fast das Ansehen haben, daß je feiner der Sand ist, desto besser der Mörtel ausfallen müsse. Es war daher nöthig zu versuchen ob vermischte Sandarten nicht einen besseren Mörtel geben.
Wenn man Grand mit grobem Sande mischte und Kalch hinzu that, so war der Mörtel beinahe dem vollkommen gleich, der mit Grande war verfertiget worden, wenn nämlich mehr Grand als grober Sand war genommen worden; hatte man aber mehr groben Sand als Grand gebraucht, so war der Mörtel, dem mit bloßem groben Sande am ähnlichsten, jedoch keine dieser Mischungen, gab einen Mörtel, der den vorhin angeführten, mit feinem Sande verfertigten Mörtel, übertraf.
Ward Grand mit feinem Sande vermischt angewendet; so fiel der Mörtel am besten aus, der zwei Theile feinen Sandes zu einem Theile Grand enthielte. Allein demohngeachtet gab keine dieser Mischungen einen Mörtel der besser ausgefallen wäre, als der mit bloßen feinen Sande und Kalche verfertigte.
Nahm man hingegen groben und feinen Sand vermischt, so gab die Mischung von 4 Theilen groben Sandes mit 3 Theilen feinen Sandes, und 1 Theile Kalch, oder etwas weniges mehr, den allerbesten Mörtel: denn, so lange dieser Mörtel frisch war, konnte man ihn gut mit der Maurerkelle auftragen und anwerfen, er nahm in der Bearbeitung, eine schöne glatte Oberfläche an, und war vollkommen plastisch : Im Erhärten bekam er keine Risse; Er verband sich fest und hatte kein rauhes Ansehen; Nach 9 oder 10 Monaten war er so feste und hart geworden, daß er sich nur mit vieler Mühe brechen lies; und weder Regen noch Wind, weder Frost noch Thauwetter hatte ihm etwas geschadet. Ueberhaupt ergab es sich, aus allen diesen und vielen nachfolgenden Versuchen, daß dieses die beste unter allen Mörtelarten wäre.
Wenn man alle drey Sandarten, nämlich Grand, groben und feinen Sand zusammen mischete, so gab die Mischung den besten Mörtel, in welchen der feine Sand, dem Grande und groben Sande an Gewichte beinahe oder vollkommen gleich war. Z. E. Wenn man 1 Theil Grand, 3 Theile groben und 3 Theile feinen Sand zu einem Theile Kalche mischte, so gab diese Mischung einen ziemlich guten Mörtel, der gut zu gebrauchen war, wo man eben nicht den feinsten Mörtel brauchte. Zum ersten Anwurfe einer Mauer, konte dieser rauhe Mörtel, sich sehr wohl schicken, damit nämlich der letzte Anwurf und die Stuccatur Arbeit, die man drauf anbringen will, desto mehr Haltung bekäme. Allein im übrigen ergab es sich aus allen Versuchen mit diesen Mischungen, daß dennoch der schon oben angezeigte Mörtel, der mit grobem und feinem Sande verfertiget war, der beste und dauerhafteste sey; und daß also dieses, das beste Verhältniß, von den zum Mörtel erforderlichen Materialien sey.
Ueberhaupt genommen erhellet, aus allen diesen Versuchen; daß die Menge von Kalch, welche eine Masse machet, die mit Sand und Wasser sich bearbeiten lässet; gerade die kleinste Quantität ausmachet, die nur erforderlich ist, mit einer solchen Menge von Sande den besten Mörtel zu liefern. Daß daher der Zusatz von mehr Kalch bei grobem Sande überflüßig und bei feinem gar schädlich ist: daß die Eigenschaft des Mörtels, nach welcher er am besten zu allerlei Arbeit tauglich ist; blos davon abhängt, daß man die kleinste mögliche Quantität von Kalche nehme, wenn die Zwischenräume des Sandes im Ganzen genommen kleiner und weniger sind, und sich durch die gehörige Mischung von grobem und feinem Sande, die Sandkörnches besser in einander packen; daß aber demohngeachtet die Mischung des feinen und groben Sandes, nicht in dem Maaße die Vermindrung des Kalches möglich mache, in welchem es die kleine Quantität von Wasser die man zu Auffüllung dieser Mischung nur brauchen konte, wahrscheinlich zu machen schien: indem der Kalchbrei der die feinen Sandkörner einwickeln soll, mehr Raum einnimmt, als das Wasser, welches sie blos anfeuchtet.
Vierter Abschnitt.
Bestimmung der Zeit zur Anwendung
des Mörtels, der Anwendung selbst, und
der besten Mischungen, zu dem verschiedenen
Gebrauche des Mörtels.
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pp. 66–83
Zweites Hauptstück.
Von der verschiedenen Anwendung des Mörtels.
Es wird der Mörtel entweder im Wasser oder in der Luft zum Mauren gebrauchet; und in der Luft wiederum, entweder zur Verbindung der Steine und Ziegeln, oder als Anwurf, Putz oder Tünche eines Gebäudes: zu allen diesen dreierlei Bestimmungen, solte der Mörtel zuverläßig jedesmahl eine andere Mischung und Einrichtung bekommen.
Im Wasserbaue ist unser oben angezeigte beste Mörtel schon hinlänglich gut; nur muß der Bau wenigstens ein ganzes Jahr Zeit haben, um gehörig auszutrocknen, ehe man denselben, dem Einwirken des Wassers blos setzet. Denn hat der oben angezeigte beste Mörtel einmahl den gehörigen Grad von Härte erlanlanget, so ist es selbst dem Wasser unmöglich denselben zu zerstöhren.
Da aber dieses nicht allemahl möglich ist, dem Mörtel ein Jahr Zeit zum Trocknen und Binden zu lassen, so haben andere den Proceß verkürzen wollen, durch Anwendung des Trasses. In Holland braucht man vorzüglich drei Theile Steinkalch, zu zwei Theilen klein gemahlnem Traß. Allein Herr Faujas de St Fond schlägt vor, daß man zwölf Theile Puzzolan-Erde, sechs Theile groben Sandes, und neun Theile gut gebrannten, frischen, ungelöschten Kalch, nebst sechs Theilen Abgängen von rohen Kalchsteinen, deren keiner die Grösse einer Faust übertrift, zusammen nebst reinem, nicht selenitischem Wasser zu Mörtel verarbeite und in einem Haufen sechs Stunden liegen lasse, und denn sie so gleich als Mörtel oder Wasser-Cement verarbeite. Man läßt nämlich einen Kasten von der Dicke der Mauer von starken Planken verfertigen, und bohrt Löcher hie und da ein von etwa ¼ Zoll Durchschnitt. Diesen Kasten füllet man mit dem Mörtel und senket ihn an den Ort ein, wo die Mauer soll zu stehen kommen, und der Wasser-Cement nimmt im Wasser sogleich eine solche Härte an, daß er fernerhin allem Einwirken des Wassers und selbst der Gewalt der Meereswellen wiederstehet. Diese Anweisungen sind schon hinlänglich zum Baue unter Wasser.
Allein der Theil eines Baues, der bald unter bald über dem Wasser ist, je nachdem das Wasser in einem Flusse vom Regen oder Schnee mehr oder weniger anläuft; oder je nachdem am Meere die Ebbe und Fluth, bald fällt, bald wieder steigt; der kan nicht mit dem obigen starken Wasser-Cemente gebauet werden: sondern man brauchet dazu in Holland drei Theile Kalch, zwei Theile Traß und zwei Theile Sand. Ich aber bin überzeugt, daß wenn man zu dem oben nach des D. Higgins Methode vorgeschlagenen Mörtel, von drei Theilen groben, und drei Theilen feinen Sandes, einen Theil Traß, und einen Theil wohl und frisch gebrannten Kalch nebst Kalchwasser gebrauchet, und damit die Theile eines Gemäures aufführet, welche bald ausser, bald unter dem Wasser sind, solches einen sehr guten Wasser-Cement geben werde. Was aber nie unter Wasser komt, sondern stets, an der Luft bleibt, das muß mit dem gewöhnlichen Mörtel gebaut werden, den wir empfohlen haben.
Gemäure die stets an der Luft und nie unter Wasser stehen, brauchen zu zwo verschiedenen Bestimmungen, Mörtel. Erstlich zum Bauen oder Verbinden der Ziegel, oder der gehauenen Quadersteine; Zweitens zum Anwurfe oder Putze der Wände so wohl von der Innern als von der Aussen-Seite des Gebäudes.
Zu dem ersten Endzwecke, ist schon der gewöhnliche Mörtel hinlänglich: zu welchem man vier Theile groben Sandes und drei Theile feinen nimmt, und selbige auf einer Planke an die sechs bis acht Zolle hoch ausbreitet, und mit Kalchwasser so anfeuchtet, daß das überflüßige Kalchwasser von selbst ablaufe; hierauf mischet man einen Theil durch Kalchwasser schnell in Pulver zerfällten guten, frischen, wohlgebrannten Kalch, den man hat durch ein dicht Drathsieb lassen laufen, und schlägt den Mörtel wie gewöhnlich. Dieser Mörtel ist nicht sehr fett und dünne, und es müssen zu dem Ende die Ziegeln vorher in ein Gefäß mit Kalchwasser eingetaucht werden, ehe man sie vermauret, und die Quadersteine müssen eben so mit Kalchwasser mittelst eines Pinsels von allem Staube und Unreinigkeit befreiet, und gehörig angefeuchtet werden. Je eher man diesen Mörtel verarbeitet, desto fester wird er binden und in der Zukunft halten.
Endlich aber so braucht man auch Mörtel zum Putze oder Anwurfe oder Tünche. Diese ist theils im Gebäude und also im Trockenen, theils ausserhalb anzuwenden. Ehe ich von beiden besonders handele, will ich nur noch einige ganz allgemeine Anmerkungen und Versuche vorausschicken.
Man hat unter anderen darauf gesonnen, dem Mörtel, den man zum Anwurfe brauchen will, durch Einmischung von gewissen gefärbten Materialien, diejenige Farbe zu geben, den man dem Hause zu geben für gut befunden; zu dem Ende hat man vorzüglich gesucht, durch diese Einmischung allerlei Farben der natürlichen Steine so viel als möglich herauszubringen. Allein diese Versuche haben zugleich gezeiget daß man sehr viele dieser vorgeschlagenen Materialien. gänzlich verwerfen müsse, weil sie dem Mörtel zum Theile sehr schädlich sich zeigten.
Um eine graue bläulichte Steinfarbe zu haben, verfiel man darauf rohes Spiesglas (Antimonium crudum) fein gepülvert in den Mörtel einzumischen. Man bemerkte aber folgendes; 1. Da in dem rohen Spiesglase eine beträchtliche Menge Schwefel angetroffen wird, so wirket der Schwefel der sich im Mörtel sehr bald zerlegt, so wie der Schwefel, von dem wir schon oben S. 53. u. 54. gehandelt haben. 2) Die bläulichte Farbe war gar nicht schön, und was noch unangenehmer war, so änderte sie sich bald in ein höchst unangenehmes Braun, und nachgehends gar in Gelb. Der Spiesglas-König gepülvert, hatte nur die Wirkung eines fein geriebenen Flint- oder Quarzkiesels und da der vom Reiben runde Theilchen hat, so ist derselbe eben nicht sehr tauglich zu Verfertigung eines guten, festen Mörtels, der viel Festigkeit annähme.
Brauchte man gerösteten Bleiglanz, oder, auch Bleiglanz ohne ihn vorher zu rösten, so hatten diese beide Materialien beinahe einerlei Wirkung mit dem rohen Spiesglase. Der Schwefel entband sich im Kalche und verdarb denselben, und seine Wirkung war nur langsamer als die des Spiesglases.
Gebrauchte man Bleiweis, so ward der Mörtel dadurch beträchtlich verschlimmert; denn da Bleiweis mittelst Weineßig gemachet wird; so weiß man ferner, daß diese Säure des Weineßigs, wie fast alle Säuren von Pflanzen (Z. E. Zitronensäure, Sauerkleesäure, Zuckersäure, Weinsteinsäure, &c.) sich leichte in feste Luft oder Luftsäure verwandeln; und so geschiehet solches auch mit der im Bleiweisse vorhandenen Eßigsäure, sie gehet als Luftsäure in den Kalch über und macht denselben vor der Zeit zu ungelöschtem Kalche, wodurch er seine bindende Kraft verliehret: und das Bleiweis verändert sich in Schüttgelb (Massicot).
Arsenic hatte im Mortel dieselbe Wirkung welche andere Mittelsalze haben Die Säure schied sich vom Phlogisto, welches in der Luft verflog, und die Säure verband sich mit den Kalchtheilen zu einem neuen wenig festen erdigen Mittelsalze; daher der Mörtel unmöglich gut werden konnte.
Die Mischungen von Arsenic und Schwefel, oder Aurumpigmentum mit Mörtel verursachten daß beides die schlechten Wirkungen des Schwefels und auch des Arsenics sich deutlich zeigten. Der Mörtel blieb bröcklich, und ungebunden; und bekam zuerst eine dunkelbraune Farbe, die aber bald ins Gelbe übergieng und zuletzt gar verschwand.
Der gewöhnliche Schwefelkies oder Eisenkies es sey daß er geröstet oder ungeröstet gebraucht wurde, schadete dem Mörtel: denn er zeigte sich in seiner Wirkung wie das rohe Spiesglas. Es muste aber eine grössere Menge genommen werden, um diese Wirkung zuwege zu bringen; und es färbte der Kies den Mörtel zuerst bläulicht; diese Farbe ging aber nachgehends in die Rostfarbe über. Zuweilen währte es über ein Jahr ehe eine gewisse Art von Kies seine üble Einwirkung auf den Mörtel zeigte, allein zuletzt erfolgte dieselbe doch.
Ueberhaupt folgt aus allen den vorigen Versuchen daß alle die metallischen Substanzen, welche sich, wenn es gleich noch so spät geschieht, durch Wasser auflösen lassen, allesamt nicht taugen um in den Mörtel eingemischt zu werden.
Hammerschlag sind kleine halbcalcinirte Flitterchens von Eisen, und stehen bei einigen Baumeistern in so gutem Ansehen, daß sie glauben man könne mit ihnen den Mörtel verbessern. Sie wurden demnach zu einem feinen Pulver, zerrieben, und man nahm nur halb so viel als Kalch und in anderen Versuchen noch weniger zum Versuche in den Mörtel. Allein alle die Mörtelarten zu denen man die Hälfte des Kalches vom Hammerschlag genommen hatte, und auch die, welche dem Verhältnisse nur nahe kamen, schienen dem Mörtel zu schaden: wo man aber beträchtlich weniger als die Hälfte genommen hatte, da konte man kaum merken daß diese Einmischung den Mörtel verschlimmere, ausser an der Rostgelben Farbe, die es demselben mittheilte. Die Proben, dieses Mörtels mit Hammerschlag, welche an feuchten Orten waren aufgehoben worden, schienen beträchtlich härter geworden zu seyn, als ordentlicher Mörtel ohne Hammerschlag unter denselben Umständen geworden wäre. Der Hammerschlag zieht nebst der Feuchtigkeit zugleich eine beträchtliche Menge feste Luft oder Luftsäure ein, und schwillt davon sehr auf, welches die gewöhnliche Wirkung von allem Eisen ist, welches man in der Feuchtigkeit von Luftsäure sich in Rost auflösen siehet. Jedoch soll der Hammerschlag auf irgend eine Weise im Mörtel nützlich seyn, so muß derselbe kaum den achten Theil des Kalches, und ein funfzigtel der ganzen Masse ausmachen.
Nimt man wohlgewaschenen Colcothar, (d. i. die rothe Eisenerde, die übrig bleibt, wenn man Eisenvitriol stark im Feuer calcinirt, und das Vitriolöhl davon absondert) natürlich rothen Ocher, gelben Ocher oder Eisen-Safran, und Umbra, und mischt dieselben einzeln in den Mörtel; so hat dieses nur die Wirkung des Trasses, in freier Luft, davon schon oben gehandelt ist.
Calcinirte gepulverte Flintensteine, gefärbter Flußspath-Glimmer, gefärbte Marmorarten, blauen Smalt, und andere dergleichen gefärbte Materialien, die sich aber in Wasser nie auflösen, geben dem Mörtel, in welchen sie ganz fein gerieben eingemischet sind, allerhand Farben, allein es hatten dieselben eben dieselbe Wirkung als der runde Perlsand: und hinderten die Festigkeit und Dauer des Gemäuers.
Aus allen den vorhergehenden Versuchen ist es einleuchtend, daß alle metallische Kalche, Materialien die viel Schwefel enthalten und verwitternde metallische Pulver, gar nicht wohl zu Färbung der Mörtelarten dienen können, indem sie dem Mörtel schaden, und oft in der Folge sehr garstige Farben annehmen.
Die beste Methode gewisse bloße Farben und Tinten im Mörtel zuwege zu bringen, ist die durch die gefärbte Sandarten und durch gefärbte gepulverte Gläser. Man hat Goldgelben Sand, der in den Mörtel gerührt, schöne gelbe Schattirungen zuwege bringet. Nur hüte man sich, daß der Sand nicht runde Körner habe, weil dieselben wie oben gemeldet, dem Mörtel seine Dauerhaftigkeit und Stärke benehmen.
Die glänzenden Glimmerarten, schaden wenn sie in den Mörtel eingemischt werden; und lassen sich nicht bearbeiten, es sey denn daß man sehr viel mehr Kalch nehme; und denn würde derselbe Risse bekommen und bald der Feuchtigkeit in das Innere des Mörtels den Zugang eröfnen. Streuet man aber, an den frischen Mörtel-Anwurf einer Wand, den man mit Kalchwasser angefeuchtet hat, etwas glänzende Glimmer-Flittern, und drücke dieselben sanft an den Anwurf, so giebt es nicht nur ein gutes Ansehen, sondern sie bleiben an dem Anwurfe hangen, ohne dem Mörtel im Geringsten zu schaden.
Gefärbte Gläser, aber nicht zu einem ganz feinen Pulver gestossen, (weil sie denn nicht nur dem Mörtel schaden sondern auch gar keine Farbe mehr behalten) sind die besten Materialien um in den Mörtel eingemischt zu werden und denselben zu färben, und sie bleiben eine solche Farbe ohne zu verschiessen, so lange der Mörtel nur noch an der Wand hängen bleibt, unverändert.
Die Wände gewisser Zimmer pflegen zuweilen an ihren Seiten allezeit feucht und flockig zu seyn, und sind daher unangenehm und ungesund. Welches entweder daherrührt, daß die Wände mit Putz und Anwurf sind bekleidet worden, ehe dieselben noch vollkommen trocken waren; oder wenn zwischen zween Häusern die Mauer so liegt, daß die Dachrinne entweder leck ist, oder zuweilen überläuft, und das Regenwasser sich längst den Mauren herabziehet, und zwischen der Mauer und dem Anwurfe sich herabsenket, besonders wenn der Anwurf von einer dichten Natur und sehr klahrkörnigt ist; und deshalb nicht ausdampfen kan: zuweilen sind auch die Ziegeln und der Stein den man zum Bauen gebraucht hat, so schwammicht und locker, daß sich der Regen von außen durchzieht, und inwendig dergleichen feuchten Dampf an den Wänden verursacht Man hat bereits allerlei Mittel versucht, um diesem Uebel abzuhelfen, und man hat sogar, da man das Uebel für unheilbar hielt, angefangen von dünnem Lattwercke neue Wände in einigem Abstande von der feuchten Wand aufzuführen; wodurch man aber den Raum der Zimmer schmählerte, und das Uebel nicht heilte, sondern nur überkleisterte. Es sollte demnach ein vernünftiger Baumeister vielmehr auf Mittel sinnen, die dem Uebel gänzlich abhülfen, und die wenn sie an Orten angewendet würden, wo man dergleichen feuchte Wände erwarten könte, dem Uebel schon zuvor kämen.
Einige Baumeister hatten den Einfall gehabt die Asche sowohl von Holz, Holzkohlen, als auch Steinkohlen, in den Mörtel zu mischen, um eine Materie zu haben, welche der Feuchtigkeit wiederstünde, den Mörtel schneller bände und erhärtete, und das Reissen und Aufbrechen desselben hinderte. Da man nun Erfahrungen mit grosser Sorgfalt über diese Materien anstellte, so ergaben sich aus denselben, die folgenden Resultate. 1) Alle Holz-Aschen enthalten ausser der grossen Menge von Kohlentrümmern, noch den erdichten Theil, der im Holze gewesen und der nach Verflüchtigung der wäßerigen, sauren und brennbaren Theile im Brande, übriggeblieben, nebst einer guten Portion alkalischen oder Laugensalzes. 2) Wäscht man den Laugensalzigen Theil, durch zwei und dreimahliges Auskochen der Aschen gänzlich aus, so bleiben nur die Kohlenstäubchens und einige Theilchens übrig welche unter dem Mikroskop dieselbe Structur als die Kohlenstäubchen zeigen. Es sind nämlich abgebrochene Bündelchens von kleinen Haarröhrchen, welche die Ueberbleibsel des Baues des Holzes anzeigen: sie sind je nachdem man eine andere Holzart zu der Asche gebraucht hat, verschieden: und also bald dichter, bald lockerer, bald steifer, bald biegsamer und elastischer. 3) Die Asche von Steinkohlen hat beinahe dieselbe Structur; es sind nur wenige Salze in derselben enthalten; es sind auch einige Trümmern von zu Kohlen gebrennten Steinkohlen drinnen, (denn Steinkohlen sind Lager von Hölzern, die lange unter der Erde gelegen, oder es haben sich die verbrennlichen Theile der Hölzer, in einige Schichtweise liegende erdige Flötze gezogen und dieselben durchdrungen; sie haben daher auch so wie die Hölzer noch Röhrchens in ihrer Structur, und nach dem Brande und der Verflüchtigung der mehresten wässerigen, sauren und brennbaren Materialien, bleiben in diesen Trümmerchens dieselben Röhrchens, nur sind sie mehr locker und des grossen Theils des Brennbaren und wässerig Sauren beraubet und sind also wahre Kohlen, geht aber durch grosseres Feuer, aus diesen Ueberbleibseln, auch noch das Brennbare heraus, so bleiben allein die Trümmerchen der röhrichten Structur in den erdigen Theilen übrig.) und das übrige sind Aschen. 4) Wenn man aus den Aschen, so wohl der Hölzer als der Holz und Steinkohlen, die feinsten Aschen aussiebt, so bleibt nichts als der gröbere Theil übrig, der demnach weniger dem Mörtel schaden kan und dem groben Sande ähnlicher wird. 5) Macht man Mörtel mit diesen Aschen so fallen die Mörtel nach ihrer Güte in der folgenden Ordnung aus. a) Zuerst ausgelaugte und von der ganz feinesten Asche befreite Holzasche, b) gepülverte Kohlen von Steinkohlen, c) Holzkohlen Pulver; d) grobe Holzasche. Allein nicht ausgelaugte Holzasche, solte nie im Mörtel gebraucht werden, weil die Salze die Feuchtigkeit der Luft anziehen, und die Laugensalze auch im Mörtel ihre feste Luft oder Luftsäure fahren lassen, und an den, Kalch ansetzen, der dadurch zum Binden unfähig gemacht wird.
Die vier hergenannten Materialien, geben einen Mörtel, der geschwinder bindet, als ein solcher, der mit blossem Sande verfertiget ist; allein er behält auch nie die Festigkeit und Härte, welche Mörtel mit blossem Sande zu erhalten pflegt. Inwendig also, wo man nicht sehr auf den Anwurf oder Putz siehet; wo der Mörtel allezeit trocken bleibt, da könte man diese Materialien zur Noth gebrauchen. Jedoch kommen sie demjenigen nicht bei, welches nun noch soll vorgeschlagen werden.
In grossen Städten werden die Knochen, von dem vielen daselbst verzehrtem Viehe sehr häufig zu haben seyn. In England und besonders in London beschäftigen, sich Leute damit ausdrücklich, daß sie dieselben in allen Häusern und Strassen sammlen. Diese Knochen werden zuerst auf einer Mühle in kleine Stücken zermalmet, und denn in Wasser ausgekochet, um das darinn enthaltene öhlige Fett abzusondern, welches man zum Seifensieden, Einschmieren der Leder und anderen Dingen gebrauchet. Denn legt man die, so vom Fette gereinigten Knochen, in eine eiserne Distillir-Blase, durch eine Oefnung, die so gleich sorgfältig zugestopft wird. Die Distillir-Blase hat eine Röhre die durch einige Kühlfässer geht. Man giebt dem Distillirkolben allmählich mehr Feuer, bis derselbe endlich glühend roth wird, und man fährt mit der Hitze so lange fort, bis alle das flüchtige alkalische Salz, das man gemeiniglich Hirschhornsalz, oder Salvolatile nennt, ausgetrieben ist, so wie auch ein empyreumatisches Oehl, Wasser und gewisse sehr elastische unsichtbare Dämpfe oder Flüßigkeiten. Das alkalische Salz, als dasjenige, was allein brauchbar ist, wird in den Kühlgefäßen verdicket und sorgfältig aufgehoben. Die elastischen Dämpfe aber lässet man, aus einer mit Fleiß dazu angebrachten Oefnung, weit vom Feuer, oder von der Flamme eines brennenden Lichtes, aus der Maschine an die freye Luft gehen: ließe man sie nicht heraus, so würde sie die Gefäße sprengen; und kommen sie dem Feuer nahe, so würden sie sich entzünden, und wäre in den Kühlgefäßen noch von diesem entzündbaren Schwaden etwas übrig, so würde die Entzündung diesen Dämpfen dahin folgen, und wie Schießpulver die Gefäße von einander sprengen.
Die so durchs Feuer durchglüheten Knochen, da sie ohne Zuthun der äußeren Luft, die Hitze ausgestanden, sind ganz verkohlet, und können noch gänzlich verbrannt werden. Allein braucht man sie als Kohlen, sö läßt man das Feuer ausgehen, und die Kohlen abkühlen; da man denn die schwärzesten Stücke absondert, dieselbe zu dem feinesten Pulver reibet, und als Elfenbeinschwärze brauchet. Die gröberen Theile dieses Kohlengestäubes, wird man in der Folge verkohltes Knochenpulver nennen. Braucht man aber die Kohlen der Knochen nicht, so öfnet man den Distillirkolben, und die feurigen Knochen werden an der Luft so brennend in eine Art von Calcinirofen gethan, wo unten die Luft frey durchstreichen kann, und hier nun brennen die Knochen so lange, bis sie ganz weis sind. Man liest aus den weißgebrannten Knochen, die weißesten Stücke aus, und mittelst eines Mühlsteins, der senkrecht auf einem schrägliegenden gehet, werden sie zu einem groben griesichten Pulver zerknirschet. Dies Pulver siebt man, und man verkauft es unter dem Namen von Beinasche oder Knochenasche; denn man verfertigt daraus Teste beym Gold- und Silberscheiden und andern metallurgischen Arbeiten. Die nicht ganz weiß gebrannten Knochen, geben ein dunkelgraues Pulver, das man auch durch Beymischung der weißen Beinasche, in hellgrau verwandeln kann. Die grauen Beinaschen Pulver, muß man sorgfältig unter einander mischen, daß diese Farbe beym Gebrauche im Mörtel einförmig ausfalle, und nicht dunkelere und hellere Flecke bekomme. Da die Beinaschen vornehmlich aus einer kalchartigen Erde bestehen, und sie noch kann zu ungelöschtem Kalche machen, wenn man sie erst in Säuren auflöset, denn mit alkalischen Salzen niederschlägt, denn sorgfältig auswäscht und zuletzt zu Kalche brennt; so ward versucht, ob ein solcher Kalch einige Vorzüge vor gemeinem Kalche hätte, man fand denselben, aber in allem dem Steinkalche an Güte gleich, und nicht im geringsten besser.
Allein die Beinaschen nachdem sie durchs Sieben sowohl von den allerfeinsten, als auch den zu groben Theilen abgesondert worden sind, nennt man sortirte Beinaschen, und die sind es eigentlich, die man zu Verbesserung des Mörtels vorzüglich braucht.
Diese Beinasche dienet den Mörtel, zu dem man nach den vorigen Vorschriften nur wenig Kalch nimmt, auf mancherley Weise zu verbessern, besonders bey Anwürfen an der Außenseite der Wände; denn erstlich so kann man einen solchen Mörtel besser bearbeiten, als einen der keine Beinasche hat; zweytens so hindern die Beinaschen das Reißen des Mörtels, und drittens so befördern sie ungemein das schnellere Erhärten des Mörtels, durch die ganze Masse desselben, und da sie eine lockere poröse Structur haben, so wird viertens dadurch ein solcher Anwurf auch locker, und es kann die Luftsäure sich hineinziehen, und das Wasser verrauchen, und doch kann der Regen dem Mörtel, der schon erhärtet ist, nicht mehr schaden.
Will man also ein Gebäude gegen die Wirkungen der Sonnenhitze schnell bewahren, und gegen den Schaden vom Regen sichern, so ist es wohl gethan, daß man eben so viel sortirte Beinssche als Kalch zum Mörtel nehme; soll aber der Anwurf von wahrer Dauerhaftigkeit Härte und Festigkeit seyn, so muß man zu dem besten Mörtel nicht mehr als ein Viertel Beinasche zu einem Theile Kalch, und sieben Theilen groben und feinen Sandes nehmen.
Wenn man statt der sortirten weißen Beinasche, verkohltes Knochenpulver, oder graue Beinasche nimmt, und sortirt das feinste staubige Zeug, vom grobsten, und behält nur die mittlere Sorte, so haben diese Materialien dieselbe Wirkung auf den Mörtel; nur daß in dem letzten Falle die Farbe des Mörtels dadurch geändert wird. Will man demnach den Anwurf eines Gebäudes grau haben, so kan man verkohltes Knochenpulver, dunkelgraue und hellgraue Beinasche dazu gebrauchen.
Dieser Mörtel mit weißer sortirter Beinasche, dient auch innerhalb eines Hauses, um die Wände von Feuchtigkeit zu befreyen, die damit behaftet sind, und man kan daselbst vornehmlich die Hälfte Beinasche zu einem Theile Kalch, anwenden, oder auch mehr als die Hälfte, je nachdem die Feuchtigkeit und das Stocken der Wand sehr groß ist.
