Jacobsson – Hartwig 1781/I
Johann Karl Gottfried Jacobsson – Otto Ludwig Hartwig (edd.), Johann Karl Gottfried Jacobssons technologisches Wörterbuch oder alphabetische Erklärung aller nützlichen mechanischen Künste, Manufakturen, Fabriken und Handweker, wie auch aller dabey vorkommenden Arbeiten, Instrumente, Werkzeuge und Kunstwörter, nach ihrer Beschaffeneheit und wahrem Gebrauche I (A–F), Berlin – Stettin [Friedrich Nicolai] 1781.
p. 162
Bause, Carton, Pause
Bause, Carton, Pause, (Maler) Entwürfe eines künftigen Gemäldes, z. B. auf nassen Kalk nach seiner ganzen Größe.
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Blaue Farbe der Maler
Blaue Farbe der Maler. Diese wird aus verschiedene Art und von verschiedenen Materien zubereitet. Die Ultramarinfarbe, die man aus dem Lasurstein (Lapis Lazuli) verfertiget, wird besonders bey der Miniaturmalerey gebraucht, sonst ist sie aber bey großen Stücken zu theuer und hat zu wenig Körper. Das Berlinerblau wird vorzuglich zu allen Arten von Malerey gebraucht, nur verandert es gern seine Farbe, und wird unvermischt in der Folge grün. Die Smalte dunkelt zwar etwas nach, doch kann der Maler hiedurch besonders die Luft ausdrucken, und sie ist auch in der freyen Luft beständig. Der Indig, der vor der Erfindung des Berlinerblau stark gebraucht wurde, wird mit Ultramarin glasiret. Er verschießt, und ist also schlechter, wie das Berlinerblau. Sollen diese Farben zur Oelmalerey gebraucht werden, so muß man sie auf dem Reibestein sehr fein mit einem reinen Leinöl reiben, und in einer Schweinsblase zum Gebrauch ausheben. In der Blase setzt sich auf der Farbe keine Haut, und wenn man sie brauchen will, so sticht man mit einer Nadel in die Blase, druckt auf die Palette so viel, als man braucht, und erfrischt die Farben mit einem Malerfirniß, wenn sie aber sehr hell ist, mit Nuß- oder Mohnöl, weil sie sonst gelblich wird. Soll die Farbe zur Wasserfarbe gebraucht werden, so wird solche mit Pergamentleimwasser auf dem Reibestein fein abgerieben, und bey dem Gebrauch mit warmen Leimwasser angefrischt und flüßig gemacht. Bey kleinen Partien und in der Miniaturmalerey wird sie mit Gummiwasser angerieben, und auch damit aufgetragen.
pp. 223–224
Blaufarbe
Blaufarbe, blaue Farbe, blaue Stärke, Smalte, so heißt im gemeinen Leben die blaue Farbe, welche in den Blaufarbenwerken aus Kobalt, Sand, oder zerriebenem Kiesel und Pottasche verfertiget wird. Es entsteht daraus ein Glas, welches durch den Kobalt seine Farbe erhält, und hernach durch das Mahlen und Schlemmen zu einem Pulver gemacht wird. Wenn man eine Kobaltart probiren will, ob sie zur blauen Farbe genutzt werden kann, so nimt man nur einen Theil des Minerals und zwey Theile Borax, reibt solche untereinander, und läßt es im Feuer schmelzen. Man wird alsdenn aus der Farbe des daraus entstandenen Glases gar leicht urtheilen können, ob das Mineral zur Smalte oder blauen Farbe dienlich sey oder nicht. Findet man, daß es dazu gebraucht werden könne, so muß man durch viele Versuche im Kleinen ausfindig zu machen suchen, ob dieser Kobalt das Rösten erfodere, und in was für Quantität er den Materien zum Glasmachen zugesetzt werden müsse, um eine feine blaue Farbe herauszubringen. Denn wenn die Versuche anzeigen, daß das Glas zu dunkel und schwarz ausfällt, so muß man weniger Kobalt zusetzen, und so auch umgekehrt das Gegentheil. Die Bestandtheile der blauen Farbe bestehen gemeiniglich aus zwey Theilen weißen Kiesel, Quarz oder Sand; zwey Theilen Pottasche oder andern alkalischen Salze, worunter auch Glasgalle, wenn sie gut und weiß ist, desgleichen gebrannter Alaun mit Nutzen gebraucht werden können; und einem Theil gerösteten oder andern Kobalt. Oefters ist auch ein geringerer Theil von Kobalt hinlänglich, als worinn es auf die obengedachte Versuche ankomt. Alles dieses wird vorher zart gerieben, und auf das allerbeste mit und unter einander vermischet. Man schmelzet sodann diese Materie einige Stunden mit dem Gebläse oder mit einem durch die Luft stark erregten Feuer, und die Probe, daß das Schmelzen gehörig geschehen, ist, wie bey dem Glasmachen, daß die Materie, wenn sie mit einem Pfeifenstiel umgerühret wird, sich daran hänget, und in dünne Fäden ziehen läßt. Die also geschmolzene Materie wird, wenn sie noch glühend ist, mit kaltem Wasser abgelöschet. Bey kleinen Arbeiten sprengt man das kalte Wasser in den Tiegel, bey großen Arbeiten aber wird die glühende Smalte in dazu vorhandene Gefäße mit Wasser gestürzet; nachdem man die Speise oder den König, der sich bey großen Arbeiten oben im Tiegel sammlet, abgegossen hat. Denn wenn dieser König mit ins Wasser kame, so wurde er umschlagen und Unglück anrichten. Wollte man die Ablöschung mit kaltem Wasser ganz und gar unterlassen, so würde die Farbe allemal viel matter und schlechter ausfallen. Wenn die Farbe gut werden soll, so muß die auf diese Art ausgebrachte Glasmasse überall dunkelblau und fast ganz schwarz aussehen. Denn sieht dieses Glas nur hellblau aus, so verliert sich diese Farbe im Zerreiben fast gänzlich. Dieses Glas wird alsdenn auf die zu dem Ende vorhandenen Blaufarbenmühlen (s. diese) gebracht, und darauf zu einem zarten Pulver sechs Stunden gemahlen. Dieses Pulver wird sodann ferner geschlammt, wozu gleichfalls bequeme Anstalten im Blaufarbenwerke sind. (s. Schlämmen) Wenn sie rein genug geschlämmt ist, so wird sie auf Reibebretter (s. diese) geschüttet, die großen Stücke werden gepucht, und das übrige mit Reibehölzern fein zerrieben, auf dem Reibeheerd in Haufen geschoben, und alsdenn auf die Farbenbretter gebracht. Auf diesen wird sie auf der Reibebank auf ein lediges Faß gesetzt, mit den Händen auf den Brettern eben gemacht, in der Trockenstube (s. diese ) auf Gerüste gestellet, und nach 24 Stunden, nachdem solche getrocknet, in den Siebkasten durch verschiedene Haarsiebe durchgesiebet. Wenn solcher voll ist, wird sie etwas mit Wasser besprengt, damit sich die Farbe gut in die Fässer einpacken läßt. Dieses durch das Schlammen erhaltene Pulver ist nun dasjenige, was man blaue Farbe, Smalte, oder auch blaue Stärke nennt. Man macht davon, nach Maaßgebung der Güte, verschiedene Sorten, die den Kaufleuten unter, allerley Zeichen bekannt und von ihnen verkauft werden. Bey aller dieser Zubereitung komt es hauptsächlich auf die gute Beschaffenheit der Oefen, Puchwerke und Mühlen, und überhaupt auf alle dabey vorkommende Arbeiten an, wenn sie gut gerathen soll. Allein daß Geheimnisse hiebey die Güte der Farbe bewürken sollen, ist ungegrundet. Unterdessen da doch wirklich die Smalte an verschiedenen andern Orten nicht so gut ausfällt, als in Sachsen, so belohnet es sich wol der Muhe, daß man sich davon näher unterrichtet. Daß man ehedem wol in Sachsen ein Geheimniß aus dieser Zubereitung machte, solches ist wol gewiß, denn es hat die ertheilte Saflor- und Kobaltordnung und die nachherige Verbesserung derselben niemals gedruckt werden dürfen. Allein eine Arbeit, die unter so vieler Menschen Hände und Augen verrichtet wird, kann wol nicht ein Geheimniß bleiben, und ist folglich schon mehr als zu bekannt geworden. Daß dieser bekannt gewordene Prozeß richtig sey, solches bezeugen die vielen Chymisten, die nach dieser Vorschrift die Smalte im Kleinen verfertiget haben. Wenn also die Smalte nicht an allen Orten, so wie in Sachsen gerath, so muß solches zuverläßig an der ungeschickten Verfahrungsart liegen, oder sonst seine natürlichen Ursachen haben. Es komt hauptsächlich auf drey Stücke an, wenn man gute Smalte verfertigen will: 1) Auf eine gute Versetzung der verschiedenen Kobalte mit einander. 2) Auf eine gute Wahl der Kieselsteine oder des Sandes, den man zum Smaltmachen braucht. Endlich 3) auf die Beschaffenheit des Wassers, welches zum Schlammen und Abkühlen gebraucht wird. Den ersten Punkt anlangend, so ist leicht zu sehen, daß, da der Kobalt die Ursache der blauen Farbe in der Smalte ist, es gar viel auf dessen Güte und Beschaffenheit ankommen müsse, daher auch ein Kobalt bessere blaue Farbe giebt, als ein anderer. Es ist auch ganz gewiß, daß die Versetzung verschiedener Arten Kobalte mit einander öfters eine bessere Farbe hervorbringen kann, als eine jede Art vor sich nicht giebt. Die Erfahrung bestätiget solches, und die Ursache davon ist diese: Die Eigenschaft, die Gläser blau zu färben, liegt in der metallischen Erde des Kobalts verborgen, wozu die zwey hauptsächlichsten Grundtheile des Kobalts, nämlich der Arsenik und die Eisenerde, die vornehmsten sind. Da die Natur in ihrer unterirdischen Werkstatt zufälligerweise wirket, so wie sie die Materialien vor sich findet, so ist es natürlich, daß diese beyden hauptsächlichsten Bestandtheile nicht allemal in dem besten Verhältnisse, wie sie zu der Güte der blauen Farbe erfordert werden, in dem Kobalt vorhanden sind; sondern daß öfters der eine Theil zu wenig, der andere Theil aber zu überflußig vorhanden, und das folglich die Eigenschaft blau zu färben nicht in ihrer Vollkommenheit vorhanden ist. Da kann alsdenn wol von guter Wirkung seyn, wenn die eine Art Kobalt mit der andern versetzt wird, und mithin die eine der andern dasjenige mittheilet, was zu ihrer Vollkommenheit ermangelt. Zu dem Ende komt es darauf an, daß ein geschickter Mann seine unter den Händen habende Kobalte zu beurtheilen weiß, ob sie viel oder wenig Arsenik und metallische Erde haben, und daß er nach Beschaffenheit derselben nach verschiedenen Verhältnissen mancherley Zusammensetzungen mache, und damit Versuche im Kleinen anstelle. Es kann alsdenn wol nicht fehlen, daß nicht eine sehr feine blaue Schmalte hervorgebracht werden sollte. Es ist sehr dienlich, wenn man diese zusammen zu setzende verschiedene Arten des Kobalts mit einander röstet. Sie wirken alsdenn ungleich stärker in einander, und der eine kann folglich dem andern dasjenige mittheilen, was ihm zur vollkommenen Erzeugung der Farbeneigenschaft ermangelt. Es komt darauf auch nicht an, daß man Kobalte mit röstet, die an sich selbst gar keines Röstens bedürfen. Sollten aber alle Kobalte das Rosten nicht erfordern, wie sich doch so leicht nicht ereignet, so kann man sie klar gepocht, nach dem in kleinen Versuchen gefundenen Verhältnisse, mit einander vermischen, und in dieser Vermischung eine zeitlang liegen lassen. Die Auswahl der Kieselsteine, der Quarze oder des Sandes, den man zum Smaltmachen anwendet, ist der zweyte Hauptpunkt, den man zu beobachten hat. Je weißer diese Materialien sind, desto schöner wird allemal die blaue Farbe werden, und zwar muß diese Weiße entweder im Feuer beständig seyn, oder erst durch das Glühen hervorgebracht werden. Denn es giebt Kiesel, die an sich selbst nicht weiß aussehen, die aber durch das Glühen eine schöne weiße Farbe erhalten. Diese sind eben so gut, als die an sich weißen, die sich im Feuer auch so erhalten. Dahingegen giebt es Kiesel und Quarze, die zwar sehr weiß, im Glühen aber braun oder röthlich sind. Diese taugen zum Smaltmachen gar nichts. Deswegen müssen solche mit aller Sorgfalt probiret, und auch nach dem Glühen und Ablöschen unter den würklich guten alle diejenigen ausgelesen werden, die sich nicht vollkommen weiß erhalten haben. Auch müssen sogar nach dem Glühen alle diejenigen Kieselsteine ausgesucht werden, die allzusehr kalkigt sind. Da die Kiesel und Quarze von beschriebener Beschaffenheit öfters rar sind, so muß man einen weißen Sand mit zur Hülfe nehmen, als welcher eben die Dienste thut, und eben so gefunden wird, daß er sich im Glühen weiß erhält. Wenn der Sand zuweilen nach dem Glühen seine weiße Farbe verliert, so ist ofters nur eine von außen anklebende Materie Schuld daran, und wenn man über den Sand Wasser gießt, und solches eine zeitlang darauf stehen läßt, so verliert er die Eigenschaft, daß er seine weiße Farbe im Feuer verändert, und er ist alsdenn zum Smaltmachen gut. Auf die Beschaffenheit des Wassers komt es hauptsächlich an, daß man eine schöne Smalte erhält. Denn ein weiches Wasser, welches man zum Ablöschen, Pochen und Schlämmen derselben gebrauchet, ist allemal besser, als ein hartes, und jemehr es mineralische Theile bey sich führet, desto mehr hat man Ursache, sich davor zu fürchten. Besonders sind die Wasser schädlich, die Schwefel, Vitriol oder Kupfer und Eisen bey sich führen, welche alle insgesamt der schönen Farbe der Smalte hinderlich sind. Denn der Schwefel und der Vitriol machen mit den alkalischen Salzen, die zur Zubereitung der Smalte gebraucht werden, eine braune Farbe, wie alle Versuche ergeben, wenn Schwefel und Alkali im Feuer zusammen kommen, und indem die Smalte glühend in das Wasser komt, so mussen die darinn enthaltene Schwefel und Vitrioltheile allerdings ihre Wirkung auf die der Smalte anklebende alkalische Satze haben u. s. w. Es ist also ausgemacht, daß eine vorsichtige Auswahl der drey Bestandtheile eine vorzügliche gute Smalte hervorbringt.
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Blauferbencommunfaktor
Blaufarbencommunfaktor, (Blaufarbenwerk) ein churfürstlicher Hüttenbedienter in Sachsen, wo die Blaufarben zugerichtet werden, der insbesondere den Absatz und Verkauf der Blaufarben besorgt.
Blaufarbenglas
Blaufarbenglas, (Bergwerk) ein aus Kiesel und Kobalt zusammengeschmelztes Glas, woraus man die blaue Farbe macht. Man pochet solches, zerstößt es, und bereitet es durch Mahlen und Schlammen zu einer Farbe. (s. Blaufarbe.)
Blaufarbenhäfen
Blaufarbenhäfen, große Tiegel bis 1 Elle hoch, worinn man das Blaufarbenglas schmelzt.
Blaufarbenkobalt
Blaufarbenkobalt, diejenige Art des Kobalts, woraus man Blaufarbe schmelzet.
Blaufarbenmühle und Puchwerk
Blaufarbenmühle und Puchwerk, (Blaufarbenwerk) . Beydes, sowohl die Mühle, als auch das Puchwerk, worauf das Farbenglas gepuchet und gemahlen wird, sind zusammen in einem Gebäude angebracht, und werden auch von einem einzigen Wasserrade in Bewegung gesetzt. Ein großes Wasserrad steckt, wie gewöhnlich, auf einem Ende einer langen Welle, die durch das ganze Gebäude der Mühle geht. Mit ihren beyden Zapfen ruhet diese Welle in einem Biegel oder einer Pfanne, die in einem Gerüste angebracht ist, worauf sich der Zapfen beweget. Die Welle ist 38 bis 40 Fuß lang, und bey 2 Fuß stark. An der einen Seite der Welle sind zwey senkrechte Stirnräder, in einiger Entfernung von einander, angebracht. Zwischen beyden Rädern ist eine Art von Bock oder Gerüst an jedem Rade angebracht, wodurch die Dünnwelle eines Trillings geht. An jedem Rade ist also ein Trilling, und dieser wird durch das Stirnrad in Bewegung gesetzt, die Welle des Trillings aber bewegt wieder den Läufer der Mühle, worauf das Glas gemahlen wird. Folglich bewegen die beyden Stirnräder zwey Trillinge und zwey Mühlenläufer. Der Boden, worauf die Mühlensteine ruhen, muß, wenn er nicht von Natur vest ist, vest gemacht und ausgepflastert werden, damit die nachher darauf kommende Last nicht verursachet, daß er sich senke. Zu dem Bodensteine sowohl, als zu dem Läufer wird kein Sandstein, sondern ein Kiesel- oder ein ähnlicher Stein genommen. Der Bodenstein muß 4 Fuß im Durchmesser haben, und 2 Fuß hoch seyn. Er wird, so viel wie möglich, oben eben gemacht, und alsdenn auf den vesten Boden gelegt. In der Mitte ist eine Spuhr oder viereckiges Loch 4 Zoll tief eingehauen, und der Stein selbst ist vest in dem Boden eingesetzt und verrammelt, und in der Spuhr ist eine stählerne genau hineinpassende Pfanne gesenkt, worinn die Mahlstange oder Welle des Trillings mit dem Läufer herumlaufen kann. Der Läufer wird ebenfalls mit einer Spuhr, und diese mit einem starken Eisen versehen, und vermittelst des Lochs in dem letzten mit der Mühlstange vereiniget. Der Bodenstein wird alsdenn mit einer Einfassung von Faßdauben umgeben, welche vest zusammengefüget und mit eisernen Reifen umgeben werden. In diesem Faß oder Reif ist unten, genau horizontal mit der Oberfläche des Bodensteins, ein Loch, welches mit einem wohlpassenden Zapfen verstopft wird. Oben wird die Mahlstange durch das Gerüste in eine stählerne Pfanne gesteckt, worinn sie mit dem Trilling herum läuft. Das Mahlfaß wird zugedeckt, damit durch die geschwinde Bewegung des Läufers nichts verstäubet werde. Das Farbenglas wird alsdenn, wenn gemahlen werden soll, auf den Läufer gestürzt, es wird Wasser hinzugegossen und gemahlen, und wenn die Farbe fein genug ist, wird sie durch den Zapfen abgelassen. (s. Blaufarbenbereitung) Auf dem andern Ende der Welle ist das Puchwerk mit drey Stempeln angebracht. (s. Puchtwerk, auch Lehm. Kad. Tab. VII–VIII. )
Blaufarbenmuster
Blaufarbenmuster, Probegläser, wonach die Blaufarbenmeister die Farbengläser schmelzen müssen.
Blaufarbenproben
Blaufarbenproben, die Proben des Wardeins mit dem Kobalt, so zu Blaufarben gebraucht werden soll.
Blaufarbenpuchwerk
Blaufarbenpuchwerk, s. Blaufarbenmühle auch Puchwerk.
Blaufarbensand
Blaufarbensand, (Bergwerk) gemahlne Kiesel, welche zu der Blaufarbe dem Kobalt beygemischt werden.
Blaufarbenwerk
Blaufarbenwerk, (Hüttenwesen) hierunter werden diejenigen Anstalten, Hütten und Gebäude überhaupt verstanden, worinn aus dem Kobalt die blaue Farbe an Safflor, Smalte und Eshel bereitet wird.
Blaufarbenwerksfaktor
Blaufarbenwerksfaktor, der Vorsteher des ganzen Blaufarbenwerks, der über alle Arbeiten und Arbeiter gesetzt ist.
Blaufarbenzeichen, Sortimente
Blaufarbenzeichen, Sortimente. Man hat die Farbe nach Blaufarben von verschiedenen Arten, und aus jedem Fasse steht ein Zeichen der Art, so aus einigen lateinischen Buchstaben besteht, z. B. O. B. gemeine schlechte blaue Farbe. G. E. Num. 1. schlechter Eshel u. s. w.
p. 264
Borstenpinsel
Borstenpinsel, (Bürstenmacher, Maler) ein aus Schweinsborsten verfertigter Pinsel. Man hat deren von verschiedener Größe, welche zum Anstreichen auch zur groben Malerey gebraucht werden. Sie sind von doppelter Art, trocken gebundene und gepichte Pinsel. Jene werden zum Anstreichen der Farben gebraucht, daher man hiezu weiche Borsten nimt, und die Borsten so zusammen bindet, daß man mit ihrem Schwanz anstreichet, und bloß einen Stiel hineinsteckt. Die gepichten gebraucht der Maurer, vorzüglich zum Abweißen. Die Borsten werden oben am Stiel verpicht. (s. Mauerpinsel.)
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Eisenocher
Eisenocher, Fr. ochre de fer, eine etwas schwere Erdart, gelb oder bräunlich an Farbe, die im Feuer sich roth färbt. Sie giebt, mit einem brennlichen Wesen, ein wenig, doch rothbruchiges Eisen. Man hat gelben, braunen, auch rothen Ocher, dahin der Rötel gehöret. Erste beyde Arten werden stark von den Malern gebraucht. Er wird aus viel oder wenig verwitterten Eisenerzen oder Kiesen erzeuget, und wenn er rein ist, kann man auch wol 60 Pfund Eisen aus einem Zentner schmelzen. Man findet auch öfters Stücke, welche noch nicht gänzlich in Erde zerfallen sind, und woran man den Kies deutlich erkennen kann. Die unterirdischen Wasser bringen denselben zwischen die Ritzen der Steine und des versteinerten Holzes, und führen ihn auch zu Tage aus, mit such, wo sie durch die Stolln hingeleitet werden, da man denn dieserwegen dergleichen Wasser in besondere Graden leitet, worinn das Wasser allmählig ausdünstet und den Ocher zurück läßt. Bey Goslar ist ein solcher Ocherfang.
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Erdfarben
Erdfarben, (Maler) sind alle diejenigen Farben, welche entweder als eine wirkliche Erde gefunden, oder solche, die durch das Brennen in eine gefärbte Erde verwandelt werben. Zu der ersten Gattung gehöret vornämlich die Kreide, gelbe Erde, Ocher, hellgrüne Erde, Bergblau, Umbra, köllnische Erde. Zur andern Gattung gehören diejenigen Farben, die aus Steinen entstehen, welche durch das Brennen in eine gute Farbe verwandelt werden. Hiezu gehören mancherley Galmeysteine, brauner Eisenstein, und die eisenschüssigen Steine überhaupt, welche öfters schöne Farben geben. Z. B. Der bömische Galmey von Tzscheeren, der wie ein gelbbrauner Lehm aussieht, giebt eine schöne hochrothe Farbe, polnischer gelber Galmey eine Isabellenfarbe, Umbra von Berggießhübel eine hohe Zimmetfarbe, Zinnoberletten von Slane eine Rosenfarbe, Braunstein aber bleibt unverändert, und also eine schwarze Farbe. Alle Erdfarben können zu jeder Malerey gebraucht werden, als Oel- Fresco- und Miniaturmalerey, so wie auch bey dem Staffirmalen alle Erdfarben brauchbar sind. Diejenigen Erdarten, welche sich glasartig schmelzen lassen, werden auch zu Emailfarben, oder überhaupt zur Feuermalerey gebraucht.
p. 608
Erdgrün
Erdgrün, (Maler) ist eine mattgrüne steinigte Erde. Die Maler gebrauchen sie bey Gerandern, in den Gesichtern, Landschaften, und zu dem Baumlaube. Wenn man sie brennt, so wird es eine grünbraune Farbe.
pp. 658–659
Farbe
Farbe, Fr. Couleur, (Maler.) Die Malerey hat zwey Arten Farben überhaupt, die natürliche Farbe der Gegenstände, welche sich der Maler zur Nachahmung auf der Leinwand vorsetzt, und die künstliche Farbe, welche aus der Mischung der Farben, untereinander auf der Palette entspringt. Diese Mischung, wenn sie nach den Regeln der Malerkunst angewendet wird, heißt Lokalfarbe, gebrochene Farbe, Halbschatten &c. Der Ausdruck Farbe wird in der Malerey in verschiedener Bedeutung genommen, es sey nun in Beziehung der Farben, welche der Maler gebraucht, oder in Betrachtung der allgemeinen Farbe eines Gemäldes, oder der besondern Farbe eines jeden natürlichen oder nach der Natur nachgeahmten Gegenstandes. Da der Maler verpflichtet ist, zwey Arten von Gegenständen zu betrachten, den natürlichen, welcher würklich ist, und den künstlichen, welchen er hervorbringen will, so muß er auch zwey Arten Farben in Betrachtung ziehen, die natürliche und die künstliche, welche letztere ihre Benennung daher hat, weil man bloß durch die Kunst der Mischung der Farben auf der Palette dahin gelangen kann. Hierzu wird nun eine vollkommene Kenntniß dieser beyden Arten von Farben erfordert. Ferner muß man bey der natürlichen Farbe die reflektirte Farbe und die Lichtfarbe unterscheiden, und der Maler muß unter den Farben, die er gebraucht, diejenigen kennen, welche sich untereinander vertragen, oder diejenigen, welche sich einander zuwider sind. Der Maler muß auch seinen Geschmack bilden, um im Stande zu seyn, in der Natur das Schöne und Gute zu Nachahmen zu wählen. Denn alle Farben, die sich ohne Unterscheid zeigen, sind nicht geschickt, eine vortheilhafte Wirkung hervorzubringen. Er muß also diejenigen wählen, die sich zur Schönheit des Werks, das er hervobringen will, schicken. Er muß nicht allein dahin bedacht seyn, seine Gegenstande im Einzeln schon, natürlich und verführisch zu bilden, sondern er muß auch eine gewissenhafte Aufmerksamkeit auf die Einheit des Ganzen richten, und die Lebhaftigkeit des Natürlichen bald vermindern, bald vermehren. Ein geschickter Maler muß kein Sklave der Natur, sondern nur ein scharfsinniger Nachahmer derselben seyn, und wenn nur ein Gemälde die Wirkung thut, die es thun soll, und die Augen auf eine angenehme Art täuschet, so ist es alles, was man davon erwarten kann. Je besser es einem Maler in diesem Gegenstande gelinget, je mehr verdienet er Beyfall und Lobsprüche. Hieraus beurtheilet man sein Kolorit, nämlich das Kolorit der besondern Gegenstände und des Gemäldes überhaupt. Man sagt alsdenn, dieser Maler hat einen guten Ton, oder ein feines Kolorit, seine Farben sind stolz. Da die künstliche Farbe eigentlich die Farbe der Malerey ist, so erfordert sie eine weitere Beschreibung. Sie wird durch die Mischung und Brechung verschiedener Farben, welche man annoch in künstliche und natürliche eintheilen kann, hervorgebracht. Die natürlichen sind diejenigen, welche uns die Natur so, wie wir sie brauchen, darreicht, einfach oder gebrochen. Die künstlichen hingegen sind, welche die Kunst vermittelst des Feuers oder eines andern wirkenden Körpers durch die Mischung verschiedener Bestandtheile, oder durch die Veränderung, welche diese wirkenden Sachen bey einer und eben derselben Materie hervorbringen, erzeuget. Beyde, an sich selbst betrachtet, werden ganze Farben genennt, weil sie zu der Zusammensehung aller übrigen, deren Anzahl unendlich ist, gebraucht werden. (s. ganze Farben.) Alle ganze Farben macht man mehr oder weniger irden, nachdem man mehr oder weniger Schwarz oder Braun darunter mischet, und um desto lüftiger, je mehr man sie mit Weiß vermischet. Aus dieser Mischung muß man von den Eigenschaften der gebrochenen Farben urtheilen. (s. gebrochene Farben.) Gewisse Farben haben eine Antipathie, und einige eine Sympathie gegen einander. Letztere machen eine sanfte Farbe, wenn sie mit einander vermischt werden; die ersten aber eine harte und unfreundliche Farbe. Das Blaue und der Zinnober vertragen sich nicht zusammen; das Gelbe und das Blaue machen eine grüne Tinte, deren Farbe gefällt, auch dem Gesicht angenehm ist. (s. Vereinigung, Sympathie, Brechung.) Die feindschaftlichen Farben können doch auch vereiniget werden, wenn man eine Farbe hinzusetzt, welche mit beyden oder auch nur mit einer Sympathie hat, doch muß diejenige Farbe, welche zur Vereinigung gebraucht wird, die herrschende seyn. Von allen Farben werden einige in Oel, andere in Fresko, andere in der Wassermaleren, andere zur Miniatur, andere zur Pastelmalerey, andere endlich zur Wachsmalerey gebraucht. Die Farben, welche die Erde in Steinen oder in Stucken hervorbringt, werden erstlich in einem Mörser klein gestoßen, und hernach auf dem Farbenstein in Oel oder in Wasser abgerieben. Man kauft auch zur Oelmalerey die Farben schon zubereitet, und in Blasen eingeschlagen bey den Materialhändlern. Die Farben zur Wassermalerey kaufet man aber unzubereitet, und die Maler bereiten sich solche selbst. Was die Miniatur Farben betrifft, welche allemal die schönsten und feinsten sind, so werden sie in großen Stucken oder nach Unzen, nachdem sie kostbar sind, verkauft. (s. Miniaturfarben.) Die verschiedenen Farben sollen unter Oelmalerey, Wassermalerey u. s. w. kurzlich genennet werden, umständlicher aber jede unter ihrer Benennung.
p. 659
Farbe, Farben
Farbe, Farben, (Blaufarbenwerk) das Grobste von der gemalenen Smalte, in sofern solches zur Zubereitung der Waaren noch dienet, und also Kaufmannsgut ist.
p. 664
Farberde
Farberde, Erdfarbe, Fr. couleurs de terre, im weitläuftigen Verstande, alle gefärbten Erden, Steine und Mineralien; im engern Verstande aber insonderheit diejenigen sogenannten Erden, die man zum Anstreichen ober Bemalen gebrauchen kann. Man hat derselben von verschiedenen Farben, als Kreiden, Rauschgelb, Operment, gelber Ocher, licht- und dunkelrother oder brauner Ocher, Galmeyerde, Umbra, köllnische Erde und andere mehr. (davon jedes an seinem Ort) Einige dieser Farben sind schon, so wie sie ans der Erde kommen, zu gebrauchen, einige aber müssen erst zubereitet werden. Kreide und Umbra gehört zur ersten Art, Berggrün aber zur zweyten.
p. 730
Fischpinsel
Fischpinsel, (Maler) ein feiner Pinsel von den Haaren der Fischotter.
pp. 793–794
Freskomalerey
Freskomalerey, (Maler) eine Art Malerey mit Wasserfarben auf nassen Kalk, die ohnstreitig unter allen Malereyen dieser Art die dauerhaftigste ist, und daher den Vorzug vor allen übrigen verdienet, in der Ferne aber die beste Wirkung thut. Von den Alten wurde diese Malerey vorzüglich geschätzt, und in neuen Zeiten wird sie besonders in Italien stark in Ausübung gebracht. Insgemein wird die Freskomalerey vorzüglich bey den Plafonds oder Deckenstücken gebraucht. Aber nicht jeder Maler verstehet die Kunst, in Fresko zu malen, und sie erfordert eine besondere Stärke in der Zeichenkunst, da der Künstler nur stückweise eine Wand ausmalen kann, über dem eine richtige Einsicht in die Natur der Farben, wieviel sie heller werden, wenn sie trocken sind, was für eine Wirkung jede Tinte in diesem Zustande thut. Die Italianer sind hierinn große Künstler, und nur selten legt sich ein Deutscher auf diese Art der Malerey, weil sie in Deutschland, außer bey großen Herren, keinen sonderlichen Beyfall findet. Die Wand, worauf gemalet werden soll, wird erst im groben beworfen. Dieser Anwurf muß rauh seyn, damit sich der zweyte oder außere Anwurf mit jenem genau verbindet. Dieser zweyte Anwurf wird theilweise, nämlich soviel als jeden Tag bemalet werden soll, von gewöhnlichen Mörtel aufgetragen. Da der Künstler nach einer Zeichnung malet, die so groß ist, als das künftige Gemälde seyn soll, so wählt er sich aus dieser z. B. eine einzige Figur oder Gruppe aus, die er an einem Tage auf dem nassen Kalk bequem vollenden kann. Der Carton oder die Bause (s. diese) zu dieser gewählten Figur bestimmt also die Größe des Raums, den man an jedem Tage mit Mörtel bewerfen muß, und der Maler muß bey dem Bewerfen zugegen seyn. Ist mehr aufgetragen, als er in einem Tage bemalen kann, so kann man das Ueberflüßige zwar wieder wegschneiden, und die Stelle am folgenden Tage wieder bewerfen, allein die Erfahrung hat belehret, daß dieß der Dauerhaftigkeit schadet. Denn der Kalk fällt leicht ab, zumal wenn die Maurer nicht die Kunst gehörig verstehen, den Anwurf zu dieser Malerey mit Geschick aufzutragen, woran es den deutschen Maurern zu fehlen scheinet. Soll ein Plafond gemalt werden, so muß unter demselben ein geräumiges Gerüst errichtet werden, auf welchem der Maler auf einem Stuhl sitzt, der eine hinterwärts geneigte Lehne hat. Wenn gemalt werden soll, so muß vorläufig eine Zeichnung oder Bause, wie schon gesagt ist, nach der ganzen Größe des künftigen Gemäldes verfertiget werden. Diesen Carton zerstückt der Maler in soviel Theile, als Tage zum Malen seines Ganzen vermuthlich erforderlich sind, und bey der Zertheilung muß er dahin sehen, daß jedes Stück an sich ein Ganzes ausmache. Dasjenige Stück des Cartons, welches gemalet werden soll, hält er an den Anwurf, wenn er vorher den Kalk mit dem Finger geprüft hat, ob er auch die gehörige Dichtigkeit hat. Er fähret über alle Züge des Umrisses auf dem Carton dergestalt mit einem Stift weg, daß sich alle diese Züge auf dem nassen Kalk einprägen, oder er macht sich eine Bause. (s. diese) In diesem letzten Fall aber muß der Umriß mit einer hellen Farbe ausgezeichnet werden. Bey der Ausführung des Gemäldes müssen die Farben mit einer vorzüglichen Fertigkeit und Geschwindigkeit vermittelst eines Borstenpinsels aufgetragen werden. Denn sonst wird der Kalk unter den Händen trocken, oder die Farben ziehen sich auch in den nassen Kalk ein, und werden blasser. Dieses letztere hindert eben dem Maler, gehörig zu bemerken, wie die Tinten neben einander abstechen. Er legt jede Partie im Halbschatten an, und setzt Licht und Schatten durchs Schraffiren auf, wie in der Wassermalerey. (s. diese) Ist es nöthig, so übermalt er jede Partie mit eben den Tinten, womit et angeleget hat. Nebst der Schnelligkeit und Fertigkeit bey seiner Arbeit, muß dieser Maler auch die Kunst verstehen, im voraus zu errathen, welch eine Wirkung die Tinten neben einander haben werden, wenn die Farbe trocken ist. Denn die Farben in dieser Malerey werden, indem sie trocknen, um die Hälfte heller. Dieß verursacht der nasse Kalk, der die Farben, wie ein Löschpapier das Wasser, verschlinget. Doch verbleicht die dunkelrothe, die gelbe und die schwarze Farbe am wenigsten. Daher hält der Maler die hellen Farben nicht nur stärker, und die dunkeln dunkler, sondern er prüft auch die Farben vor dem Gebrauch, wie sie trocken erscheinen, wie bey der Wassermalerey (s. diese) auf trocknen Flächen. Einige geschickte Maler dieser Art übergehen das Gemälde noch einmal, wenn die Farben völlig trocken sind, und suchen den dunkeln Partien hin und wieder nachzuhelfen, besonders aber die Schatten kräftiger auszudrucken. Sie malen nämlich in jede dunkle Farbe mit einer dunklern gleichfarbigen hinein, z. B. auf Hellroth mit Englischroth u. s. w. Wenn das erste Stück ausgemalet ist, so müssen die folgenden Stücke des Carton an das bereits ausgemalte immer genau angepasset werden, und so bey allen übrigen Stücken. Ist der Mörtelanwurf dauerhaft aufgetragen, so widerstehen diese Gemälde der Zerstörung der Zeit stärker, als andere Wasserfarbengemälde.
Freskomalerfarben. (Maler) Zu dieser Malerey können keine andere, als Erdfarben gebraucht werden, denn das Salz des Kalks verzehret alle chymischen Farben der gestalt, daß sie in der Folge der Zeit völlig verbleichen. Folgende Farben sind die gewöhnlichsten und brauchbarsten, als Englischroth, Neapelgelb, alle drey Arten Ocker, grüne Erde, Smalte, Umbra, und gebrannter brauner Ocker. Statt der weißen Farbe wird gesiebter und geschlämmter Kalk, der schon einige Zeit gelöschet ist, gebraucht, auch Marmorstaub, der mit Kalk vermischet wird, um ihn körperlich zu machen. Das frankfurter Schwarz ist zur schwarzen Farbe in dieser Malerey am brauchbarsten. Es fehlen dem Maler aber bey dieser Malerey noch sehr viele Farben, wenn er auch noch den Zinnober und das Berggrün zu seinem Gebrauch zubereiten kann. Er muß also diesen Mangel durch Mischungen ersetzen, wozu der Ocker, die Smalte und die schwarze Farbe ihm die besten Dienste leisten. Alle diese Farben werden mit Wasser abgerieben, und in irdenen Näpfen aufbewahret. Der Maler muß aber von jeder Tinte soviel zubereiten oder mischen, als er überhaupt gebraucht. Denn er trifft nie bey einer neuen Mischung gerade die vorige Tinte wieder. Dieser Ursache wegen läßt sich ein beschädigtes, Freskogemälde schwer wie der ausbessern, es sey denn, daß man trockne oder Pastelfarben dazu nimt, welches besonders in Italien gebräuchlich ist. Denn die trocknen Farben verändern sich nicht in der Folge, und es lassen sich daher die erforderlichen Tinten leicht treffen. Bey einem Plafond ist die Ausbesserung mit trocknen Farben auch um soviel thunlicher, da man nicht besorgen darf, daß sie abgewischt werden, weil es in der Höhe ist. Wenn die Farben aufgetragen werden, so müssen solche jederzeit erst mit dem Pinsel ungerühret werden, weil sie sich wegen ihrer Schwere in dem Wasser auf den Boden setzen.
