Jahn 1797
Johann Jakob Quirin Jahn, Journey through West Bohemia, 1797 (Ms.)
Archive of the National Gallery Prague, collection J. Q. Jahn, Cesta po západních Čechách, Inv. No. 288.1
s. p.
(Plaß, Adlersteine)
Auf dieser Herrschaft findet man auch Adlersteine, die gebrannter eine gute rote braunrote Freskofarbe geben.2
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(Zditz, Weißkalck)
Bey Zditz, wo der schönste Weißkalck gegraben gebrannt /ip: und weit und breit ins Land verführt/ wird, sieht man, gleich einer Fabrike, mehrer Kalckofen beysammen. Andere Kalke im Lande fuhren mehr Salz bey sich, häng /necitelny skrt/ daher zu Laugen dan der Manufaktur gebrauch vielleicht ergiebiger, hingegen daher ist dieser zu Freskomalereyen ist dieser der geschickteste. Dann wenn dieser kalk in Senkgruben abliegt, verliehrt er die Schärfe und das Ausschlagen des Kalksalzes, welches bey andern sonst im Trocken die Farben matt überzieht, theils Flecken zurücklässt, daher ist er wegen der blendende Weisse so wohl, als daß er weniger Salz bey sich führt /ip: und doch gut bündet/ den Malern im frischen Kalk immer wehrt gewesen. Wie dann unser stärkster Freskomaler Wenzel Laurenz Reiner in Senkgrube mehrjährigen Zditzer Kalk vorrähtig gehalten hat, und die Farben seiner Kalkgemälde stehen heute noch so frisch und gräftig da, als wenn sie erst aus der Hand des Künstlers gekommen wären. Diese Bemerkung sey für künftige Freskomaler hier angesetzt. Aber die blendende /ip: Weisse des Kalks und daß er weniger Steine gegenander bey sich führe, macht, daß er in mehrern Oefen da gebrandt, und im Lande weit verführt wird. Seinem Gebrauch bey Manufakturen kann ich nicht hinreichend bestimmen./
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Notes
- Cf. Zdeněk Hojda, Cesta Jana Quirina Jahna po západních Čechách roku 1797, in: Minulostí západočeského kraje 23/1987, 1988, pp. 201–230 (annotated Czech translation). ↩︎
- Cf. Vogt 1712; Schaller 1785. ↩︎
