Jahn 1782

[Johann Jakob Quirin Jahn], Wenzel Reiner, in: Franz Martin Pelzel (ed.), Abbildungen böhmischer und mährischer Gelehrten und Künstler, nebst kurzen Nachrichten von ihren Leben und Werken IV, Prag [Matthäus Adam Schmadl] 1782, pp. 95–105.


WENZEL
REINER


Wir liefern hier einen Künstler, der nichts in der Fremde geholet; sondern alles zu Hause durch eigenen Fleiß gelernt und erworben hat. Ob es zwar für viele gefährlich ist, sich gleichsam in einem engen Kreise von Kenntnissen einzuschliessen, so ersetzte doch das Genie des Wenzel Laurenz Reiners alles; und anstatt in diesem oder jenem Lande ein knechtischer Nachahmer reitzender Manieren zu werden, wurde er vielmehr durch Hülfe seiner angebohrner Fähigkeiten in seinem Vaterlande Original.

Er kam im Jahr 1686 in der Neustadt Prag zur Welt. Von seinem Vater, der ein mittelmäßiger Bildhauer war, erhielt er schon in seiner zartesten Jugend die ersten Anleitungen zum Zeichnen. Nachdem er herangewachsen war, nahm sich seines Vaters Bruder, ein Scheidewasserbrenner, Chymicus, und Bilderhändler, des jungen Reiners an, ließ ihn fleißig nach den besten Meistern kopiren, davon er ein Kenner war, und nahm wahr, dass der Knabe viel Talent für Schlachten und Landschaften besitze. Auch dies bemerkten Brandel und Hallwachs, zwey gute Maler, welche den Vetter des Jünglings zu besuchen pflegten. Um ihm fortzuhelfen, leiteten sie sein Studium und giengen ihm mit Rath und That an die Hand, so dass Reiner für einen Schüler des einen oder des andern könnte angesehen werden.

Die Anleitung dieser zwey Männer, die Kenntniss der Kunst seines Vetters, sein eigenes Talent und die Gelegenheit, immer gute Meister vor sich zu sehen, verursachten, dass Reiner in der Kunst schnell fortgieng. Seine Gemälde wurden bereits von Kennern und Liebhabern gesucht, ehe er noch die Jünglingsjahre zurückgelegt oder einen ordentlichen Meister gehabt hatte.

Dies brachte die Neustädter Malerkonfraternität in Bewegung. Reiner musste sich also gefallen lassen seine Lehrjahre zunftmäßig zu überstehen. Schweiger, damaliger Oberältester der Confraternität, nahm ihn auf drey Jahre in die Lehre. Wie er aber sah, dass er von seinem Lehrjungen weit zurückgesetzt werde, legte er den Pinsel nieder, und liess alle Bestellungen von Reinern, der aus Pflicht nur für seinen Meister arbeiten musste, verfertigen. Schweiger gewann durch den Fleiß und Geschicklichkeit seines Lehrlings während den drey Jahren so viel, dass er fast von dem Erworbenen allein seine übrigen Tage in der Stille hinleben konnte.

Als Reiner seinen Lehrmeister verliess, hatte er das zwanzigste Jahr seines Alters zurückgelegt. Nun arbeitete er für sich. Sein Ruhm hatte sich bereits so sehr verbreitet, dass die Liebhaber und Bilderhändler mit dem Meister für das Paar zu 150 auch 200 fl. accordirten und hinter Reinern warteten, bis er die letzte Hand an das Gemälde legte, und es nass von der Staffelley davon trugen. So begierig war man damals auf Gemälde in Prag. Der in Böhmen herrschende Ueberfluss erweckte Liebhaber und Kenner. Sowohl der Adel als der reiche Bürger legte Gallerien und Kabinette von Malereyen an.

Reiner arbeitete bereits ganz im Geschmack eines Standart. Keiner ist diesem niederländischen Künstler so nahe, besonders in Thieren, als Reiner gekommen. Jetzt fieng er auch an sich auf das historische Fach zu verlegen, wie auch einige Versuche in der Frescomalerey und in grossen Oelgemälden zu wagen.

An den Abseiten der Kuppel in der Kirche auf dem weissen Berge nächst Prag sieht man zwey kleine Schalen, welche Schlachten vorstellen; dies sind seine ersten Kalchgemälde. Die Kuppel selbst, welche den Triumph der Religion enthält, ist von Assan. Bald darauf malte er die Kuppel im Spital zu Dux, dann die Decke des Sales im Schlosse daselbst; nach diesem die Schalen unter der Kuppel, das Presbyterium und die Abseiten in der Osseker Kirche, wo sich auch drey Altarblätter in Oel von seiner ersten Manier befinden. In der Abtey daselbst sind auch einige Porträte von seiner Hand, worunter seine eigene Abbildung, die hier im Abdrucke geliefert wird, befindlich ist.

Bey diesen Landarbeiten kam Reiner in der Winterszeit immer wieder nach Prag und setzte seine Studien fort, denn er hatte eine ansehnliche Sammlung von Antikabgüssen und von Werken berühmter Meister angelegt; er hielte für sich eine Hausakademie; wie er auch eine solche Menge von Kupferstichen und Zeichnungen gesammelt, dergleichen damals kein Künstler in Böhmen hatte. Diese Sammlung wurde nach seinem Tode um 7000 fl. verkaufet.

In diesen Zwischenzeiten malte Reiner noch verschiedene Staffelleygemälde, theils Landschaften, theils Schlachten oder Märsche und andere Begebenheiten des Krieges. Es sey, dass ihm diese Vorstellungen selbst einen kriegerischen Muth einflössten oder dass sein feuriges Genie oft einen Ausbruch lit, und gleichsam eine brausendere Erholung haben musste, so schlug er sich zu den nächtlichen Schwärmern oder Renomisten, und gieng, wie es damals unter jungen Leuten Sitte in Prag war, auf Rauhfändel aus. Da trug er einen grossen Haudegen an der Seite, einen ledernen Koller am Leibe und einen grossen Hut auf dem Kopfe. Der Name des Reiners war auch bey diesen Nachtschwärmern so fürchterlich, dass der Gegentheil sorgfältig dem Kampfe auswich, wenn sich Reiner an der Spitze des andern Theils befunden. In diesem Taumel schwärmte er oft viele Tage herum. Doch gehört er zu diesen feurigen Genieen, die im Stande sind das in einem Tage wieder nachzuholen, was sie durch mehrere Zeit verabsäumet haben. Dies traf auch bey unserm Reiner ein, denn er arbeitete mehr in einem Tage, als andere in einer ganzen Woche, so dass er seine Collegen nicht nur in der Kunst, sondern auch in der Geschwindigkeit übertroffen.

Wie sich sein Ruhm täglich verbreitete, so wurde er auch mit Arbeiten überhäuft, und, weil damals Ueberfluss in Böhmen herrschte, auch sehr ansehnlich belohnt. Mit Ende des siebenzehnten und zu Anfang des achtzehnten Jahrhunderts verwandten die Aebte, Prälaten und Convente grosse Summen zur Verschönerung ihrer Klöster und Kirchen. So bauten damals die Kreutzherren an der Prager Brücke ihre schöne und prächtige Kirche. Lisska hatte in derselben das Gewölb im Presbyterio bereits in Oel gemalt; weil derselbe aber an der Ausführung des ganzen Werks durch das Podagra gehindert worden, so wurde die Kuppel und der übrige Theil der Kirche Reinern anvertraut. Dies ist die erste grosse Fresco Arbeit, die Reiner in Prag erhielt; es fanden sich aber einige Kunstrichter ein, die ihm verschiedenes auszustellen wusten. Allein Peter Brandel, dessen Ruf am grösten war, erklärte, dass er keinen Künstler wisse, der in dieser Zeit etwas bessers geliefert hätte.

Nach dieser Arbeit übernahm er die St. Thomas Kirche in der Kleinseite. Hier setzt man zwar aus, dass die Figuren zu gross und riesenmäßig sind. Doch gieng man damals drey Ellen tiefer in die Kirche, welche später um so viel ausgeschüttet wurde, dies trug viel dazu bey, warum Reiner das wahre Maas verfehlte. Indessen nimmt man mit Vergnügen wahr, wie er von Gewölb zu Gewölb gegen das Presbyterium zu in der Farbengebung, in der Leichtigkeit der Ausführung, und den gut gewählten Gedanken zunimmt und seine erstere manirte Art verlässt. Dadurch bestättigte sich auch sein Ruf noch mehr, wie wir dann auch in Böhmen keinen stärkern Fresco Maler hatten, als Reinern. Seine übrigen Arbeiten werden Wir unten anmerken.

Im Jahr 1725 heyrathete Reiner zu Prag und wurde mit Jungfrau Anna Veronica Herzogin bey St. Martin auf der Altstadt den 21 Novemb. getrauet. Seine Gemahlin brachte ihm das Haus auf dem Bergstein zu, welches noch heut zu Tage das Reinerische Haus genannt wird. Jetzt veränderte er seine vorige brausende Lebensart in ein gesetztes und anständiges Betragen. Er wurde der ordentlichste Mann. Der Adel und seine Mitbürger schätzten ihn hoch; er genoss und empfand jetzt den ganzen Werth, den er sich sowohl durch seine Kunst, als durch seinen sittlichen Lebenswandel erwarb. Wenn er ja Erholungsstunden hielt, so geschah es auf seinem Weingarten oder zu Hause, dass er in dem Kreise seiner Familie und einiger guten Freunde kleine Feste gab. Seit der Zeit, dass er sich auf das historische Fach gelegt, hatte er die kleinen Arbeiten fast ganz verlassen; weil es also oft geschah, dass er zu Monaten keinen Pinsel in die Hand zu nehmen brauchte, so beschäftigte er sich mit Zeichnungen und Entwürfen neuer Gedanken.

Als aber im Jahr 1741 das Königreich Böhmen mit so vielen feindlichen Kriegsheeren überschwemmt wurde, waren die Künstler auch ganz aus aller Beschäftigung gesetzt. Reinern, der mehrere Häuser zu Prag und viele Grundstücke bey der Stadt besass, war der Krieg auch von der Seite empfindlich, dass er an den Feind außerordentliche Steuer und Brandschatzungen bezahlen musste, wodurch er um einen guten Theil seines erworbenen Vermögens gebracht wurde. Dies kränkte ihn bey seiner zahlreichen Familie. Die vielen Arbeiten im nassen Kalch mochten vielleicht auch auf seine sonst starke Complexion gewürkt haben. Er starb also im Jahr 1743 und sein Leichnam wurde unter grossem Zusammenlaufe von Leuten bey St. Aegidius in der Altstadt Prag am 11 Oct. begraben.

Reiner war in den Erfindungen außerordentlich leicht. Er hatte eine fruchtbare Ader, daher wiederholte er sich auch nicht. Je grösser die Zusammensetzungen waren, desto leichter und geistreicher schienen sie für ihn; und weil er eines sehr feurigen Genies war, so zeigte er in Schlachten, wegen der manigfältigen Verkürzungen und Stellungen, seine besondere Stärke; hiezu kam noch im nassen Kalche eine kräftige Farbengebung, wie man solches an den zwey grossen Schlachten im Serenischen Garten auf der Kleinseite sehen kann. Er war in der Fabel, in der weltlichen und geistlichen Geschichte gleich stark; so war es ihm auch gleichviel Landschaften, Thiere, Figuren oder Architectur zu malen. Man hatte sogar sechs Decorationen im Kotzner Theater von ihm; nur weis man nicht, unter wessen Anleitung Reiner die Architectur, Perspectiv und Optik gelernt, oder ob er sie durch eigenen Fleiß erworben hat. Nimmt man seine Staffelleygemälde im Geschmack des Peter von Bloemen, oder nach dem Pendnamen Standart aus, so war er mehr Fresco als Oelmaler, denn seine Fresco Gemälde scheinen Oelgemälde; und dagegen sind seine grossen Oelgemälde, besonders die letzten, in Vergleichung seines Fresco, wie Wassergemälde, wie denn das hohe Altarblatt bey St. Jakob in der Altstadt Prag fast ohne alle Haltung und Wirkung ist, obschon die vordere Figur zehn Schuh hoch ist.

Den nassen Kalch wusste in Böhmen kein Künstler, weder vor noch nach Reinern, so gut zu behandlen. Seine Frescogemälde sind so standhaft, und haben eine so frische Farbengebung, als wenn sie heute aus der Hand des Künstlers gekommen wären. Hiezu mag vorzüglich seine auserordentliche Geschwindigkeit bygetragen haben, indem er alle Farben in den noch frischen oder nassen Kalch hinein brachte, und dass er sich bloss standhafter und irrdischer Farben, und nicht der Lasuren oder künstlicher Farben, zu seinem Werken bediente. Zu seinem zarten Fleisch nahm er nur das Braunroth, und doch hat seine Carnation mehr frisches als anderer späterer Maler, die sich im Kalch des Bergzinobers bedienten, weil sich dieser nach einigen Jahren wieder in seine vorige graue Minere an der Luft verwandelt, wo jenes standhaft bleibet. Er nahm zum Mörtel oder Stuck bloss einen altgelöschten und wohl abgelegenen Kalch, der seit mehr Jahren abgelegen, und von allem scharfen Salze, welches auszuschlagen und die Farben matt zu machen pflegt, gereinigt war. Man sagt, es habe stäts in seinem Hause weissen gelöschten Zdiber Kalch [sic!]1 in Senkgruben vorräthig gehabt.2

Seine Handzeichnungen sind leicht, geistreich und gleichsam auf das Papier, wie feine Gemälde, nur hingeworfen. Dem ungeachtet sind seine Zusammensetzungen mit vieler Kunst angeordnet und eine jede Figur hat seine nöthige Ausführung und Ausdruck. Er zeichnete seine Gedanken gerade mit dem Wasserbley auf das Papier hin und das mit so vieler Richtigkeit als Gewisheit, dass man kaum einen Fehlstrich bemerket, dann legte er die Schatten meist mit einer chinesischen Tousche an, selten mit Pister; oder gab er auch gleich die Schatten mit Wasserbley in einer leichten wenig regulären Harschirung. Mit der Feder hat man sehr wenige Zeichnungen von ihm, und diese gehören noch in seine jungen Jahre. Seine Drapperie ist leicht geworfen und der Wind spielt gleichsam darinn. Ueberhaupt unterscheidet sich Reiner von allen andern Künstler Böhmens, sowohl durch seine reine und frische Farbengebung, seine reichen Zusammensetzungen, dem Feuer und Ausdrucke, als der Leichtigkeit in der Bearbeitung und Ausführung der Gegenstände. Kurz, Reiner ist Original und hat nichts mit den andern Künstlern seines Vaterlandes gemein. Da er sehr leicht im Erfinden war, so wucherte er selbst mit seinen Gedanken nicht, sondern gab mindern Künstler, die sich seine Freundschaft erworben hatten, zu ihren Arbeiten, Zeichnungen hin, wie ihn dann Wodniansky und Franz Müller hierin sehr genutzt haben.

Der letztere gehört zu seinen Schülern. Er war zu Saatz 1695 gebohren, und als ausgelernter Barbierer legte er sich auf die Malerey. Er hatte alles unserm Reiner zu verdanken. Im Jahr 1726 liess er sich schon in Prag nieder und malte im Geschmack des Reiners, wenn er ihn auch nicht erreichte, sowohl im Kalche, Leim als auch in Oelfarben. Nebst einigen historischen Stücken sind seine Blumen das vorzüglichste. Er starb als königl. böhmischer Hofmaler im Jahr 1753 den 29 März und wurde in der Altstadt Prag beym kleinen Stephan begraben.

Johann Peter Molitor, nach seinem Geschlechtsnamen aber Müller genannt, kann auch unter die Schüler Reiners gezählet werden. Er war aus der Graffschaft Westerburg, drey Meilen von Koblenz, im J. 1702 gebohren, lernte bey einem gemeinen Maler in seinem Vaterlande, reiste nach Bonn, Berlin, Dresden und kam 1730 nach Prag. Hier malte er kleine Bauernstücke und Landschaften, bis er sich 1734 in Prag häuslich niederliess, worauf er sich auf das Grosse sowohl in Oel als Fresco verlegte. Er gewann die Freundschaft des Reiners, und setzte unter dessen Leitung seine Studien fort. Sonst legte er fast keine Hand ans Werk ohne Natur oder Gips zu Rathe zu ziehen. Er hatte nach Reinern den grösten Ruhm, besonders war er ein guter Porträtmaler. Nebst diesem hat man Frucht, Thiere und Blumenstücke von ihm. A. 1756 reiste er nach Polen und starb zu Krakau im folgenden Jahre.

Tollenstein, von Prag gebürtig, ist ein eigentlicher Schüler von Reiner. Er gieng aber hernach zu Meytens nach Wien, wo er sich bloss auf das Bildniss malen verlegte, daher er Reinern ganz verliess und die Manier des Meytens annahm. Um das Jahr 1755 starb er in seiner Vaterstadt. Reiner hatte noch einige Schüler mehr; da sie aber sehr jung, ohne eigene beträchtliche Werke zu hinterlassen, starben, so übergehen wir sie mit Stillschweigen.

Nebst denen bereits angeführten Werken von Reiners Hand sind uns auch folgende bekannt. 1) Die Kirche des h. Johann v. Nepomuk auf der neuen Welt bey den Ursulinerinnen zu Prag, wo sich auch ein Altarblatt, Mariä Opferung, befindet. 2) Das Presbyterium in der Kirche bey Loreta und 3) auf dem Platz davor die Kuppel der Mathias Kirche. 4) Im gräfl. Czerninischen Haus, die Stiege, den Sturz der Riesen vorstellend, die Hauskapelle, und die Plafonds oder Decken der Zimmer. 5) Die kleine Kapelle der h. Barbara an der Strasse des kleinern czerninischen Hauses. 6) Das Hochaltarblatt bey Allerheiligen und 7) bey den Cajetanern. 8) An der St. Wenzel Kirche in der Kleinseite die Entlassung der Gefangenen. 9) In der Altstadt Prag die St. Ægidius Kirche, vom Jahr 1732 bis 34. Wie auch die Altarblätter des h. Wenzel und Johann von Nepomuk. 10) Bey St. Salvator die kleine Schale über dem Altar des h. Franz Xavers. 11) Die Kirche beym h. Bartholomäus im Convict und am Seitenaltar ein h. Johann von Nepomuk in Oel. 12) Das Hochaltarblatt bey St. Jakob, eines der grösten Oelgemälde in Prag. 13) Am Reinerischen Haus auf dem Bergstein eine h. Dreyfaltigkeit in Kalch. 14) Im Neubergischen Haus zwey Plafonds. 15) In der Neustadt die Kirche bey St. Catharina in Fresco. 16) Bey St. Peter das Hochaltarblatt. 17) Bey den Cälestinerinnen an der Seite, Verklärungen Christi mit dem Gegenstück; ein Paar der schönsten Oelgemälde von Reiner. 18) Bey Marienschnee der Englische Gruss, auch ein Altarblatt. 19) Auf dem Augezd im Graf Bouquoischen, ehemals Dinsendorfischen Garten verschiedene Plafonds im nassen Kalch. 20) Zu Königsaal in der Abtey der Saal. 21) Zu Lissa das Hochaltarblatt bey den Augustinern. 22) Zu Breslau St. Dorotheen Blatt und die Kirche in Fresco. 23) Zu Nussel ein Zimmer mit Spalier in Oel. 24) In Dux das Hochaltar der Stadtkirche als auch grosse Oelgemälde im Saal des gräfl. Schlosses. 25) Zu Gemnischt die Schlosskirche in Fresco. 26) Zu Göming die Kirche der Karthaus. Und viele andere Arbeiten mehr sowohl in Oel als im nassen Kalch.

Birkart, Renz und Neureuter haben verschiedene Kleinigkeiten nach Reinern in Kupfer gebracht. Das wichtigste sind die Eckstücke zur grossen böhmischen Karte, wozu Reiner die Zeichnungen gab. Von Balzern erwarten wir wichtigere Stücke.


Notes
  1. The text states that Reiner stored lime from Zdiby („Zdiber Kalch“) in pits near his house. This is likely a printing error, as Jahn elsewhere specifies that Reiner used lime from Zdice („Zditzer Kalch“).  ↩︎
  2. Cf. Scamozzi 1605; Jahn 1797. ↩︎