Melzer 1684
Christian Melzer, Bergkläufftige Beschreibung der Churfürstl. Sächß. freyen und im Meißnischen Ober-Ertz-Gebürge löbl. Berg-Stadt Schneebergk/ Wie solche Beydes die Stadt/ als das Bergkwerck nach deroselben resp. Ursprung/ Lager/ Gebürgen/ Gründen/ Alter/ Wachßthumb/ Flore/ Gebäuden/ Zechen/ Stöllen/ Künsten/ Bergt-Arten/ Außbeuthen/ Recessen/ Contracten/ Fördernüssen/ Privilegien/ Gottesdienst/ Stadt-Regiment/ Nahrung/ Regenten/ Beambreten/ u. s. f. wie nicht weniger Unglücts-Fällen/ und andern merckwürdigen Begebenheiten. In vier Bergkläufftigen Sermonen vor- und ab-bildet/ Und auff solche Weiße bey inständigen Anhalten Allen Bergk- und Bergkwercks-Liebenden Zu sonderbahren Gefallen Aus alten Monumenten/ Registern/ Brieffen/ Uffständen/ Archiven unddergl. mit Fleiß abgefasser/ auch/ statt einer Chronicken Desto besser zu gebrauchen/ mit einem beygefügten Register in öffentlichen Druck gegeben ist, Schneebergk [Christian Pfützner] 1684.
pp. 7–8
Wegen angebracht.
Rechte Feyer des Berg-Festes in der Kirchen.
Cobeld-Contract, dessen Fortgang Erneureung und Nutzen.
Welches/ wie gesagt/ heut zu Tage die rechte Christliche Art das Berg-Fest gebührend zu fehren nicht ist/ sondern/ nachdem Anno 1524. das Creußgehen zu erst nicht ohne Ursach allhier abgebracht und unterlassen worden/ so versammlen sich Christliche Bergkleute in das Hauß eines sich andern Bergkmeisters/ nemblich in das Hauß des großen Gottes/ daselbst sehen sie das Panier aus der Höhe herauß stecken/ wie nemlich durch die herzliche Barmherzigkeit ihres Gottes sie besucht habe der Auffgang aus der Höhe/ auff daß er erscheine ihnen/ als die da (beydes im Leben als in der Gruben) wohl recht sitzen im Finsterniß und Schatten des Todes/ Luc II, 78. 79. Welche Liebe denn das Panier über sie ist/ im Hohenl. Salomon. II. 4. Daselbst essen sie ferner ihre rechte Früh-Suppen/ und lassen zu dieser und anderer Zeit ihre Seelen so wohl mit dem Wort des Lebens/ als mit dem wahren wesentl. Leib und Blut Jesu Christi im H. Abendmahl zum ewigen Leben speisen und träncken : Daselbst halten sie auch endlich Morgensprach von des Bergkwergks Förderung und Schaden/ das ist/ preisen und dancken GOTT als dem höchsten Bergk-Patron mit Christl. Gebethern und Geistl. Bergk-Reyhen/ daß er in dem Churfürstenthum Sachsen auff denen Meißnischen Gebürgen so manches höffliches Bergkwergk rege gemachet/ und insonderheit diesen unsern Bergk mit solchem reichen und unvergleichlichen Bergk-Seegen dermassen begnadet/ daß er darinnen allenthalben fündige Gänge und Klüffte auffgethan/ auch so gar zu einer Stadt wunderlich werden lassen/ und biß dato allerhand Metalle/ Silber/ Wißmuth und besonders Kobelde die Menge für andern Orten bescheeret hat/ und daß dahero der geschlossene Cobeld-Contract zu Beförder- und Erhaltung des lieben Bergk-Baues wider vieler vermeynter Unmöglickeit hinwiederum auffgerichtet/ nachgehends fortgesetzet/ und nur im jüngsten 1682sten Jahre biß zu bestimmter Zeit auffs neue von denen Herren Contrahenten mit denen Herren Gewercken geschlossen/ und dadurch die ganze Stadt/ fürnehmlich aber der Bergkmann mit seinem Löhnigen und Geding-Geld; mancher Gewerc nechst der Silber- und Wißmuth-Außbeuth mit der Kobeld-Förderung; der Contrahent mit seinem in der Farb-Mühlen verfertigten Safflor oder blau Farbe; und/ daß ich noch höher steige/ Churfürstl. Durchl. mit ihren davon gebührenden Intraden solches reichen Segens Gottes allenthalben theilhafftig worden ist.
So preisen und dancken auch Bergkleute Gott dem Allerhöchsten/ daß er bißhero allen Schaden/ schreckliche Fälle/ gefährliche Brüche/ Anfechtung der Bergk-Teuffel/ gifftige Schwaden und andere Unfälle in Gnaden zurück gehalten/ wie nicht weniger ihre Beambtete und Vorstehere in Ein- und Auffahren/ unter und über der Erden beschützet/ geleitet und regieret hat.
pp. 72–73
Neuer Bruch uffn tieffen Stolln.
Also nur neulichst in diesem 1683sten Jahre/ da in der Marter-Wochen durch continuirlichen Regen und Zerfliessung des überausgroßen Wald-Schnees alle Wasser gewaltig anlieffen/ und dieselben auch uff die Stöllen dergestallt fielen/ daß diese die Wasser zu ertragen nicht vermöchten/ so hat es unter der Farb-Mühlen in der Schlem/ auch wo der Stolln in Gezimmer gestanden/ einen unvorsehenen Bruch gemachet/ daß die Wasser zum nächsten Licht-Loche zu tage ausgebrochen/ alsbald zurück gedämmet/ und nebst andern Zechen sonderlich Catharina Neufangk/ aus welcher Tieffsten die Arbeiter sich kaum salviren können/ darauff aber fast in die 30. abgeleget werden müssen/ ersäuffet. Und muß anitzo solcher Bruch/ wie man bereit von tage niedergesuncken/ und auch Tag und Nacht daran arbeitet/ mit ziemblichen Kosten gewältiget werden.
pp. 178–179
Marginalie: Kobeld-Inspection
Vor kurtzer Zeit da die Kobeld-Verwaltung von unterschiedlichen Personen/ (wie Anno 1610. viere darzu verordnet waren/) auff eine bracht/ und diese auff Churfürstl. Befehl zum Inspector über die Kobelde und das Farbenwerck bestellet worden/ damit dieselbe/ vermöge der Instruction allenthalben auff die Kobelde/ beydes in der Gruben als in denen Kammern und Pochwercken/ so wohl uff das Rösten/ Scheiden/ Pochen/ Stossen und dergleichen/ in sonderheit auch auf das Parthieren acht habe/ und bey dem Kobeld-Fördern nebenst andern Bergk-Beamten sich befinde/ die Proben richtig nehme/ selbsten neben dem Wardeyn probire/ und der Taxation beywohne/ ist zu solchen
Kobeld-Inspectores. J. Freystein.
B. Schindl.
C Wilhelm v. Iphoff.
Kobeld-Inspector
Johann Freystein/ itzo Zehendner/ dazumahl aber Exulant ausm Joachimsthal Anno 1655. zu erst darzu verordnet worden/ nach welchen solcher Dienst an Bernhard Schindlern/ Anno 1668. und nachdem dieser Anno 1678. Bergkmeister worden/ an Conrad Wilhelm von Iphoff Anno 1678. kommen ist.
pp. 405–407
Nahrung vom Bergkwerck nach den 1550 Jahr.
Vierdte Blüthe des Schneeb. Bergwercks
Silber Außbeute höret auff.
Kobeld Förderung wird ein Nahrungs-Mittel vom Bergwerck
Herm. Latheri Zeugniß
Also von besagten 1550 Jahr an/ ist solche Nahrung vom lieben Bergkwerck auch nicht gänzlich aussen blieben. Und ob wohl die Außbeuthen derer folgenden Jahre/ denen vorigen noch weniger das Wasser langen, so hat doch der Schneeberg noch immer das seine gethan/ und etwas/ wo nicht an Silber/ dennoch an Kobelt/ Wißmuth und anderen Metallen geschüttet/ woraus aus GOttes sonderbahrer Begnadung diese liebe Stadt bey ihrem bißlein Brod blieben/ und die Nahrung erhalten/ auch dahero biß dato noch immer gekleinet worden ist. Denn da sind nach solcher Zeit viel vor- und dickbemeldete Zechen noch gut gewesen/ wie nicht weniger andere fündig gemachet worden/ also/ daß auffs neue die vierdte Blüthe des Schneebergischen Bergkwercks an der Ausserstehung Christi Zugk/ und der armen Witben bescheerten Glücke/ unter welchen jenes Fgr. und O. n. u. 2. Maßen mit einander von 1565. biß 1570. uff 1. Kuks 368. flgr ; diese aber auff 1. Kuks im Qvartal Crucis 1566. 42. flgr. und da es nach 12. Jahren wieder rege werden/ uff 1. Kuks in die 300. flgr. außgetheilet/ wahrzunehmen gewesen ist. Und ob man schon nachgehends von Anno 1598. biß 1605. und wiederumb von 1607. biß 1621. und abermahls von 1626. biß 1646. und also zu 15. und 20. Jahren keine Außbeuthe gesetzt und registriret findet/ maßen denn auch wohl binnen solcher Zeit von Silber einiger Uberschuß nicht gefallen seyn mag; So ist doch von solcher Zeit an die vorgenommene Kobeld-Förderung/ absonderlich bey dem Holländischen Contract zu einem schönen Nahrungs-Mittel/ was nehmll. das Bergwerk betrifft/ gediehen/ und der Nutz am Uberschuß von derselben nach Außweisung der alten Register/ auch zur selbiger Zeit nicht aussen blieben/ immaßen auch dahero Herm. Latherus de Censu l. 3. c. 10. p. 623. ausdrücklich (zum Exempel) gedencket, daß der Gewinn des Schneebergischen Bergwerks umbs Ende des 1617 Jahrs (als in welchem sonst keine Außbeuthe vom Silber gefallen) nach Abzug der Unkosten auff 400 Rthl. kommen sey.
Kobeldnutzung ist wie anderes Metall anfangs nicht geachtet worden.
Dieweil aber diese Kobeld-Nutzung eben wie das Kupfer (absonderlich uff dem Kupffergang in der Schlem) und die Wißmuth anfangs/ und dazumahl nicht in solche Consideration kommen/ daß alles wäre auffgezeichnet worden: So muß ich zwar selbige nothwendig allhier übergehen/ und inzwischen nur nach voriger Art die übrigen Außbeuth- und Silber-Zechen beschreiben/ biß die ordentl. Silber- Kobeld- und Wißmuth-Außbeuthen und Förderunge/ nach wegen der Schließung der neuen Contracte zugleich folgen werden. Jetzo annotire ich bey Anno 1551.
. . .
p. 469
Peter Weidenhammer
Peter Weidenhammer/ auch ein Franck/ ist arm anhero kommen/ hat sich aber mit der Farbe/ so er aus denen Wißmuth Graupen gemachet/ und in vielen Centnern/ jeden für 25. Rthlr/ nach Venedig verhandelt/ also auffgekobert/ daß er zu grossen Mitteln kommen/ und ein schönes Hauß am Marckte auffgebauet. Sein Nahme stehet in der grossen Kirchen hinter der Cantzel im untern Fenster/ mit dieser Jahr-Zahl: 1520.
pp. 435–437
An. 1633. seqq.
Anno 1633. biß 1643. ist gar nichts an Silbern/ weder zur Außbeuth noch ohne Außbeuth geschmeltzet worden.
Anmerckung wegen des Uberschusses vom Bergwerck. Kobeld-Contract mit denen Holländern.
Kobeld Nutzung Anno 1620. seqq.
Jedoch ist allhier nach obiger Erinnerung zu mercken/ daß obwohl in diesen Jahren die Silber wenig oder gar nichts gethan/ dennoch die Nahrung vom Bergwercke nicht gänzlich darnieder gelegen/ sondern bißhero und insonderheit bey dem mit denen Holländern geschlossenen Cobeld-Contracte ziemlich bestanden/ und man zu einigen Uberschuß/ ob man schon keine ordentliche Außbeuthe geschlossen/ gelanget ist. Immaßen denn aus denen Kobeld-Büchlein erhellet/ daß zum Exempel Anno 1620. der Kobelde 8462. Kübel/ welche nach unterschiedenen Tax-Proben 33189 fl. 18 gr. betragen; Anno 1621. wiederumb 9016. Kübel/ nach den Tax für 36809 fl. 5. gr. 3. pf; Anno 1622. abermahls 9582. Kübel für 39414 fl. 20. gr; Anno 1623. wieder 6465. Kübel pro 31421 fl; Anno 1624. annoch 7053. Kübel für 32048 fl. 10 gr. 6. pf. und also fort von etwa 30. biß 40. Zechen gefördert worden sind. Und obwohl einige Specification solcher Förderunge nach ihren Zechen nicht undienlich und unangenehme seyn möchte/ so will ich doch selbige/ alle Weitläufftigkeit zu verhüten/ und weil zumahl in folgenden Jahren bey angegangenen verderblichen Kriegswesen alle Ordnung zerrüttet/ die Kobelde/ weil kein Contract folgender Zeit gewesen/ aus Noth überaus wohlfeil verschleudert/ und dahero sehr wenig/ als abermahls zum Exempel:
Zt. von Ao. 1630. & seqq.
| Anno | 1630 | von | 20 | Zechen | 2731 | Kübel; |
| Anno | 1631 | von | 18 | Zechen | 2006 | Kübel; |
| Anno | 1632 | von | 12 | Zechen | 1897 | Kübel; |
| Anno | 1633 | von | 12 | Zechen | 1341 | Kübel; |
| Anno | 1634 | von | 6 | Zechen | 1577 | Kübel; |
| Anno | 1635 | von | 9 | Zechen | 1943 | Kübel; |
| Anno | 1636 | von | 12 | Zechen | 2230 | Kübel; |
| Anno | 1637 | von | 17 | Zechen | 2638 | Kübel; |
| Anno | 1638 | von | 28 | Zechen | 4033 | Kübel; |
| Anno | 1639 | von | 15 | Zechen | 2122 | Kübel; |
| Anno | 1640 | von | 15 | Zechen | 1709 | Kübel; |
| Anno | 1641 | von | 19 | Zechen | 3885 | Kübel; |
Ursachen der Specification der Kobold Förderunge.
gefördert worden/ weglassen/ iedoch aber/ daß nur etlich Massen die Beförderung der Churfürstlichen Intraden und völligen Zehende gepriesen/ die Bergmännnische Baulust der hiesigen Bürgere und anderer Schneebergischen Gewercken bewiesen/ wie nicht weniger Bergleuten einige ietzig- und künfftige Nachricht gegeben werde/ die Kobeld-Förderunge von Anno 1642. an/ da der erste neuere Contract wieder angangen/ das Messen am Kübel abgeschaffet/ und dargegen der Centner angeordnet worden/ nebst dem gemachten Silber mit Zusammenrechnung aller 4 Qvartale auff iede folgende Jahre ordentlich nach dem Alphabet/ was über 20 Centner ist/ ohne Meldung der halben oder Viertheils Centner/ verzeichnen/ . . .
pp. 473–476
Die Berg-wercke schütten nicht so reich wie vor alters.
Receßschuld ist sehr groß.
Ursachen dessen.
Dissertatio MSC. de causis &c.
So ist auch nicht ohne/ was das Bergwerck betrifft/ so haben die Silber-Gänge wohl trefflich die Füsse zu sich gezogen/ und wenn sie solche nur wieder von sich strecketen/ oder sonsten einen Bauch würffen/ so dürftem an sich/ wie iene Schneebergische Woll-Spinnerin/ nicht beschwehren/ wenn man die Silber-Kuchen ungemünzet empfangen sollte. Ach Kobolde sind keine Engel des Lichts : Kobelde sind keine roth- und weißgöldene Erze! Wacker klinget es zwar/ wenn man von reichen Ausbeuthen schwatzet/ und/ wie in vorhergehenden angeführet/ von vielen Tonnen Goldes redet; Alleine wenn man auch den Receß dagegen halten und rechnen sollte/ so bilde ich mir ein/ man würde auch ein grosses Facit finden/ und sich deswegen hinter den Ohren kratzen. Die Ursachen dessen/ und warümb das gantze Ertzgebürgische Silber-Bergwerck an denen meisten Orten nieder- und nicht wiederauffkommen/ sind zum Theil wohl zu errathen/ zum Theil aber verborgen/ und von mir in einer besondern Differtatione Historico-Politicâ de causis diminutionum, conversionum atq; destructionum Metallurgiæ argentariæ in Hermunduris hiebevor außgeführet/ welche aber dazumal die geschwinde zeit zu publiciren verhindert.
Receß das Qvartal Reminisc. 1683. usf. denen Silb. Kob. u. Wismuthzechen
Zt. uff Zwitter und Eisenstein-Zechen.
beydes in einer Summa.
Anmerckung wegen des alten Recesses.
Specification des Recesses und derselben Nutz.
Und dahero ist nun gestalten Sachen nach nicht zu verwundern/ wenn sich nach Außweisung des Receß-Buches und derer uff das Qvartal Reminisc. dieses 1683sten Jahres bey der Uffrechnung eingegebenen Register die Recesse nur alleine uff die 36. Silber- Kobeld- und Wismuth-Zechen bey der Stadt anietzo/ da doch sonsten die Bergwercke bißhero sich ziemlich durch GOTTES Gnade auffgeraffet/ unterschiedliche Zechen Außbeuth geben/ andere aber einigen Vorrath haben/ und dahero noch bessere Hoffnung machen/ sich dennoch über die 66000. fl. und mit den Recessen uff denen ohne Vorrath versehenen Zien- oder Zwitter-Gebäuden/ wie auch Eisenstein-Zechen unter Schneebergischer gantzer Bergk-Ambts-Revier/ darbey mancher Schneebergischer bauender Gewerck und Bürger ein ehrliches zugebüsset/ sich über 110000. fl. und also weit mehr/ als über eine Tonne Goldes sich belauffen und erstrecken. Zwar es könnte auch wohl seyn/ daß manche Zeche/ die vor alten Jahren her in Lehen gehalten/ und biß hieher gebauet worden/ von Rechtswegen nicht so grossen Receß haben möchte/ und dieses aus der von Wolffg. Hölzeln/ Zehendnern seel. auffgezeichneten Anmerckung/ weil man vor dem 1646. Jahre keine Außbeuth uff Kobeld und Wismuth/ die doch in grosser Menge gefördert worden/ geschlossen/ sondern nur die Bergkkosten/ was uff Erbau- und Gewinnung der Kobelde gegangen/ in die Receß-Register verschrieben/ und so grosse Receß-Schuld uff die Zechen/ zu Schaden und Nachtheil des Bergbaues/ so dardurch in Verachtung gerathen/ gebracht habe. Alleine weil dieses nunmehro uff die wenigsten zu appliciren ist/ zumahl da uff mancher Zeche/ die seither Anno 1646. Ausbenthe gegeben/ wiederumb neuer Receß gewachsen/ so kan es an gesetzter Summa wenig abkürtzen: Wohl aber kan einige Specification sowohl der höfflichen Zechen Beschaffenheit/ als auch derer Herren Gewercken zur Zeit nachtheiliges verbauen/ es sey nun der Receß alt oder neu/ das Geld von vielen oder wenigen Qvartalen in Kur gangen/ anzeigen/ und dahero diese umb so viel mehr allenthalben recommendiren/ dahero dergleichen hierbeyzubringen nicht vergeblich oder schädlich seyn wird. Denn solcher gestallt haben im angeregten Qvartal Reminisc. 1683. (die Kobeld und andere Vorräthe/ welche uff mancher Zeche vorhanden/ ungerechnet) Recesse gehabt.
Receß uff Silber- Wismuth- und Kobeld-Zechen.
I. Von Silber- Wismuth- und Kobeld-Zechen.
| fl. gr. pf. | |
| S. Anna am hohen Gebürge/ Ihrer Churfl. Durchl. zuständig. | 2029. 9. 7 |
| S. Andreas u. Priester Fgr. Ihrer Hochfürstl. Durchl. Herzog Friedrich Ludwigen/ zu Hollstein. | 3956. 19. 10. |
| Adam Hebers Zug. | 6142. 8. 8. |
| Blauderer | 1938. 13. – |
| Barbara Fgr. | 23. – 5. |
| S. Gerhard Fgr. | 1466. 9. 5. |
| Blasius Fundgr. | 151. 20. 5. |
| Catharina Neuf. so aber folgendes Qvart. wied. zur Außbeut kommen. | 59. 8. 8. |
| Drey Brüder/ Fundgr. | 1403. 9. 6. |
| Elisabeth Fgr. am Weißhäuptel. | 795. 14. 11. |
| Eiserner Landgraff Fgr. am Mühlb. | 1585. 19. 3. |
| Engel Fundgr. | 626. 5. 6. |
| Fröschgeschrey. | 599. 19. 6. |
| Gesellschaffter Zug/ bestehend in 11. Fgr. und 9. Massen. | 180. 5. 5. |
| Gabe Gottes am Mühlb. | 45. 6. 6. |
| Junger Hildebrand Fgr. | 685. 19. 4. |
| Kalben Fgr. sambt Zugehörung. | 1143. 4. 3. |
| Königen Fgr. | 419. 18. 6. |
| Klingensporn Fgr. | 567. 10. 10. |
| Nahmen JESUS Stolln. | 13444. 9. 9. |
| Nasse Rott Fgr. | 62. 1. 6. |
| Ottilia Fgr. | 20. 8. – |
| Peter Paul Fgr. | 85. 17. – |
| Quergeschick in 3. Lilien. | 209. 17. 7. |
| Rosentzünger tieffes Haupt Stoll-ort. | 15587. – 5. |
| Rosenkrantz Fgr. | 2941. 10. – |
| Rappolt sambt Zugehörung. | 443. 6. – |
| Stollnflügel in S. Anna Churfürstl. | 344. 17. 2. |
| Sieben Schleher Zug. | 3131. 16. – |
| Schaffstall Fgr. der Junge. | 446. 9. 1. |
| Schwartzer Mohr. | 197. 8. 5. |
| Seegen Gottes Fgr. beym Heber. | 841. 8. 10. |
| Sonnewirbel. | 2036. 17. 11. |
| Türcken Fgr. | 212. 13. 3. |
| Wilder Mann Fgr. | 1938. 13. 7. |
| Wildes Schwein Fgr. | 813. 2. 2. |
pp. 480–490
Bergwercks Nahrung wird durch einen Bruch uffn Stolln noch mehr gehindert.
Ja da bald darauff ein gefährlicher Bruch uffm tieffen Semler Stolln/ dessen oben gedacht/ geschahe/ und deswegen die Wasser über die vierzehnhundert Lachter dämmeten/ daß man in die Tieffsten nicht hienein kunte/ so wurden dazumal die Bergk-Gebäude noch mehr gehindert/ und die Bergkleute als ein Theeill thätiger und zehrender Landschafft vollends verstöbert.
Schwerer Bergkbau.
Kobeld gelten wenig.
Schindler/ S. Anna und Sonnewirbel An. 1638. die besten Zechen.
Bergkambt bestätiget/ die Bergwercks Nahrung wechselsweiß zu- und abgenommen.
Kriegswesen machet sie stecken.
Cobeld- Contract Churfürst Christiani II. Zeiten hülff der Bergwercks Nahrung auff.
Und ob man wohl an etlichen Orten/ wo man Wassers halben kunte/ bauete/ so war doch die Fördernüß schweer/ die Cobelde galten wenig/ und die Gruben-Gebäude wurden ie länger ie mehr mit Bergen versetzet. Denn von den Gewercken kunte nicht begehret werden/ daß sie die Berge zu tage herauß geschaffet hätten/ alldieweil sie ein Kübel Kobeld 1. Gülden und wohl mehr zu gewinnen kostete/ den sie doch nach Stürtzung des Neundten und Zehenden kaum in 24. biß 27. gr. nutzen kunten. Summa man wußte Anno 1638. von keinem Gebäude/ das mit Nutzen hätte können getrieben werden/ außer von Schindlern und Fleischern/ Jtem S. Anna und Sonnewirbel/ dieweil uff diesen Gebäuden etwas von Wismuth/ dabey die Gewercken bleiben kunten/ noch mit unterbrach.
Wie denn auch uff vorhochstangeregten Churfürstl. Befehl/ E. löbl. Bergk-Ambt (noch zuvor) de 23. Mart. Anno 1631. unter andern unterthänigst berichtete/ daß es nicht alleine dazumal sondern auch vor ihrer Zeit/ und zwar vom Anfang des Schneeberges mit dem lieben Bergk-Bau also wechselsweise daher gegangen/ daß nicht etwa eine Zeche/ (zum Exempel Adam Hebers Fundgrub uffm Hohen Gebürge/ da Anno 1603. am 20. Januar. ein Kur 12. fl. den 21. dito 24. fl. und den 24. eiusd. 40. fl. auch wohl 48. Thlr. gegolten/ bald aber wieder wenig geachtet worden/) sondern der gantze Bergk-Bau bald in grosses Auffnehmen/ bald aber wiederumb in grosses Abnehmen und Stecken gerathen : So hülffe auch bey ihrer Zeit nicht wenig das eine lange Zeit her gewehrete verderbliche Kriegswesen darzu/ weil dadurch alle Handlung und Gewerb nicht allein bey ihnen/ sondern auch anderer Orte und im gantzen Lande gestöret und verderbet worden: Hierbey erinnerten sie sich auch/ daß zu ihrer Zeit vor 21. Jahren (und also Anno 1610.) als die Bergkwercke auch allhier in so grossen Abfall und Verachtung gerathen/ Jhrer Churfürstl. Durchl. Herr Bruder/ Churfürst Christianus der Andere/ hochlöblichst- und Christmildesten Gedächtnüß/ dieselben mit Auffrichtung einer Safflor-Farb-Handlung stattlich wiederumb erhoben/ also und dermassen/ daß es fast männiglichen allhier Nutz gebracht/ und Jhr. Churfürstl. Durchl. Zehend mercklichen befördert/ indeme von denen damahls Holländischen Contrahenten bey währenden Contract die Kobelde/ der Kübel pro 4. auch 5. halben Gülden mit baarem Gelde bezahlt/ darbey viel alte verlegene Bergkwercke und Stolln-Oerter erhoben und männiglichen zur Bau-Lust Anlaß gegeben worden/ welches auch weiter hätte fruchtbarlich fortgesetzet werden können/ woferne der Contract in seinem Wesen geblieben wäre.
dessen Aufflassung und leichte Münze bringet sie wieder nieder.
Andere Ursachen und Hinderung des Berg-Baues.
Denn do man die Holländer im Oster-Marck Anno 1621. hiervon auffläßig gemachet/ und dazumahl gleich die leichte und geringe Müntze mit angangen/ und also dadurch Bauende Gewercken in mercklichen Schaden kommen/ indem sie vor ihre gute Cobelde leicht Geld nehmen/ und was man zum Bergk-Bau vonnöthen gehabt/ mit guten schweren Geld/ oder dem Werth nach/ bezahlen müssen/ so wäre also die Handlung zerrüttet und das Bergkwerk in grosses Stecken und Abnehmen gerathen. Weiter so war auch nach Bericht des Bergk-Ambts dieses nicht eine geringe Ursach und Hinderung des lieben Bergk-Baues/ daß bisher theils Gewercken ihre Kobelde und Farbe nicht hatten zu Gelde machen und gelösen können/ gleichwohl aber denen Bergkleuten lohnen und andere Bergk-Kosten tragen und uffwenden müssen/ wordurch sie denn dermassen sich verbauet und verstecket/ daß sie nimmer fortkommen mögen/ sondern dahero aus Noth ihre Kobelde und Farben mit grossen Schaden umb Wahr vertauschen und verstechen müssen/ damit sie nur denen Arbeitern ihren Lohn/ aus Mangelung Geldes/ mit Wahr verrichten können. Ja der mehrere Theeill hat denen Arbeitern mit Kobelden gelohnet/ welche denn hernach von ihnen/ wenn sie anders haben essen wollen/ denen Gewercken und dem gantzen Bergk-Bau zum höchsten Nachtheil umb das halbe Geld hingegaben/ und uff die Platten/ welches auch von vielen Gewercken geschehen/ verkauffet werden müssen.
Werden durch einen neuen Contract abgestan.
Welcher für das beste Mittel ex effectu erachtet werden.
Aelteste Contrahenten uffn Schneeberg/ Churfürstl. Koboldkammer.
Contract mit C. C. von Brandstein besteher nicht.
Und wenn sölchem Unheil hernach mit dem neuen Contract, der in gröster Kriegs-Unruhe mit grosser Mühe und Arbeit/ wider Verhoffen der Wiederwärtigen/ geschlossen worden/ nicht gesteuret worden wäre/ so wären sentez Zweiffel die Bergkwercke vollends ganz und gar auffläßig gemachet und zu sumpff getrieben/ auch dahero so wohl die ausländischen Gewercken/ (denen doch dazumahl wenig bekannt gewesen/ ) als die inländischen von der Bau-Lust abgeschrecket und abgehalten worden.
Neuer Contract gehet zurück.
freye aber schädliche Farb-Handlung.
Denn nachdem Churfürstl. Durchl. solchen Inconvenientien vorzubauen allerhand heilsame Ordnungen verfasset/ und insonderheit dieses Werck mit grosser Behutsamkeit in geschlossener Hand zu halten/ dem Ausführen der Kobeld und Safflor zu steuren/ die Wahre nicht zu überhäuffen/ und gleichwohl auch so viel gewonnene Kobelde abnehmen zu lassen/ daß die Gewercken dabey bestehen könten/ ihr Absehen gerichtet/ und solches zubehaupten unterschiedliche Mittel ergriffen; So hat man dieses letztere/ den Contract, ex effectu für das dienlichst- und practicabelste befunden/ indem nicht nur Chur-Fürst AUGUSTUS p. m. Hansen Jenisschen/ dero Cammer-Secretarium, und Hanß Harrern/ Cammer-Meistern solche Auffbereitung und Auffkauff der Wismuth-Graupen und Kobelde auff zehen Jahr sub dato Neustadt an der Orla den 15. Novembris Anno 1575. sich alleine zubedienen privilegi-ret; sondern auch nachmahls Churfürst CHRISTIANUS II. wie obgedacht/ die Cobeld-Cammer auffgerichtet/ darein auch die Cobeld geliefert worden/ biß Churfürst Johann Georg der I. glorwürdigsten Andenckens diese Handlung am 30. Maii 1624. an dero Cammer- und Bergk-Rath/ Christoff Carln von Brandenstein erblich und eigenthümlich überlassen. Dieweil aber hierdurch die Kobelde wieder um in grossen Unwerth kommen/ und er/ der von Brandenstein/ in Schaden gelanget/ und dahero das Privilegium wieder umb gehorsambst eingehandiget/ ist sodann sub dato Neu-Jahrs-Marckt Anno 1627. ein neuer Contract mit Handelsleuten/ als Daniel de Priers zu Franckfurt/ und Hans Friesen zu Hamburg auf 6. Jahr auffgerichtet/ gleichwohln aber nicht zum Bestande gebracht/ sondern mit nachmahls empfundenen grosen Schaden/ und Unwerth der Blau-Farb die freye Handlung Anno 1628. ad interim gestattet worden/ biß man nach angeregten Bericht und Vorschlag des Bergk-Ambts endlich Anno 1641. iebald gedacht werden soll/ wiederumb mit Kaufleuten als Abnehmern/ einen Contract zu schliessen am rathsamsten befunden/ und durch die darauff erfolgte fernere Contracte diese Handlung durch die übrige Kriegs-Zeit und biß dato in Reputation/ und darbey den Berg-Bau in Auffnahme erhalten hat.
Applicatio
der geistl. Bergstadt Ab- und Zunehmen.
floriret anitzo.
Allermassen nun/ wie ich sage und bishero bewiesen/ diese Bergk-Stadt Schneeberg als das Bild der geistlichen Berg-Stadt/ sonderlich im Berg-Bau ab- und zugenommen; Also hat auch die geistliche Berg-Stadt die Christliche Kirche solche Fatalia gehabt : Anfangs und unter denen Heidnischen Käysern kunde es mit ihr gar schlecht/ nachgehends aber unter denen Christlichen Käysern blühete sie dermassen/ daß man die geistl. Güter in volliger Gnüge geniessen kunte : Unter denen Römischen Päpsten wurde diese geistl. Bergk-Stadt wiederumb so bedränget/ daß auch fast alle geistl. Nahrung versperret schiene/ und rechtschaffen gehemmet war; Jetzo aber/ nachdem der theure Lutherus die alten Gänge/ die aus der Vierung zusambt der Nahrung verlohren waren/ wieder gesuchet und fündig gemachet/ so blühet sie wiederumb durch GOttes Gnade/ und stehet mit derselben allenthalben allehöfflich/ weil die rechte Seelen-Nahrung/ Göttliche Krafft und Göttliche Weißheit (davon in der folgenden Bergk-Pr. ein mehrers) wiederumb wohl genossen wird.
Nahrung vom Bergwerck zu Schneeberg ist etlicher massen erhoben.
Neue Contracte Ao. 1641. Ao. 1642. Contrahenten
Abnahme Schied Proben.
Anderer Contract Ao. 1649. mit 4. Contrahenten. Sebastian Oheimb
Contrahent an Friesens Stelle.
E. Schindler 4ter Contrahent. Abnahme u. Schied-Proben.
dritter Contract.
vierdter Contract.
Abnahme Proben
Neue Contracte.
Abnahme.
Chur-fürstl. Confirmation.
Verboth wieder die Versendung und Parthiererey.
Neues patent darwieder.
Straffe des wegen.
Ursache dessen.
Nutz des Cobold-Contracts.
Wird verschwiegen.
Gleichwie allhier zu Schneeberg/ nachdem der Kobold-Contract/ als das beqvemeste Mittel zu Erhebung des Bergkwercks wieder angegeben/ der Interims-Contract von Zehendner und Bergk-Ambt/ zwischen Hanß Friesen von Hamburg/ Johann Burckharden Stadt-Richtern/ und Veit Hanß Schnorrn/ den Aeltern/ beyderseits Handelsleuten allhier/ als Contrahenten/ und denen sämtlichen Gewercken in der Berg-ambts-Stuben am 17. Maii 1641. uff ein gantzes Jahr getroffen/ und ehe noch dieses zu Ende gelauffen/ der Haupt-Contract von denen Herren Ober-Bergk-Beambteten/ auch hiesigen Zehendner und Bergambt uff 6. Jahr lang/ mit Reminiscere 1642. anzufangen/ biß Luciæ 1647. geschlossen/ und auff Abnahm 2400. Centner gehandelt/ auch drey unterschiedene Schied-Proben/ als No. 1. à 3. Rthal. 18. gr. No. 2. à 2. Rthal. 18. gr. und No. 3. à 2. Rthal. gesetzet; Nachgehends/ und zwar nach anderthalben Jahren/ (binnen welcher Zeit kein Contract/ iedoch aber ein Verboth da gewesen/ daß niemand außer denen Contrahenten etwas von Kobold hat verkauffet werden dörffen) der andere Contract am 28. Julii Anno 1649. abermahl uff 6. Jahr/ als von Crucis 1649. biß und mit Trin. 1655. mit vier Contrahenten/ als Johann Burckharden/ Sebastiam Oheim/ des Raths und Handelemann zu Leipzig/ (welcher an des verstorbenen Hans Friesens statt kommen war/ und schon zuvor nicht nur die zu Friesens dritten Theil auff etzliche Qvartal beygestürtzte Kobelde/ Wismuth-Graupen/ Schlich und Kräuplein in dem vom Berg-Ambte gemachten Tax angenommen/ sondern auch von Luciæ 1644. biß 1647. auf gn. Churfl. Ratification als ein öffentlicher Contrahent sich bezeuget hatte) Rosina Schnorrin/ und Erasmus Schindlern auffgerichtet/ und abermahls auff 2400. Centner mit 4. Proben/ als No. 1. à 4. Rthal. 6. gr. No. 2. à 3. Rthal. 18. gr. No. 3. à 2. Rthal. 18. gr. und No. 4. à 2. Rthal. abgeführet; Folgends nach wiederholten vorigen Verboth/ da ein halbes Jahr lang kein Contract gewesen/ der vorige Contract am 1. Septembr. 1655. von Reminiscere 1656. biß und mit Luc. 1658. auff drey Jahr prolongiret/ die Probe No. 3. auff 3. Rthal. gesetzet/ u. den Contrahenten/ daß sie ein mehres/ entwed nach Proportion/ oder mit allerseits Genehmhaltung einer alleine annehmen möchten/ nachgelassen; der vierdte Contract am 19. Novembr. 1659 . (welches Jahr sonst ohne Contract gewesen) von Reminiscere 1660. biß Anno 1662. mit Churfürstl. Durchl. Factorn/ Sebastian Oheim/ und Ros. Schnorrin/ und Erasmus Schindlern auf 2000. C. Schneebergisch abgefatzet/ und vier Schied-Proben/ als No. 1. à 4. Rthal. 12. gr. No. 2. à 4. Rthal. No. 3. à 3. Rthal. 12. gr. No. 4. à 2. Rthal. 18. gr. gesetzet; Wiederum ein neuer Contract Anno 1663. und abermahls ein anderer Anno 1667. Reminiscere mit Behaltung der vorigen Schied-Proben auff 3900. Centner; ferner einer von 17. Jul 1671. auff anderthalb Jahr mit Schied-Proben N. 1. à 4. Rthal. 12. gr. N. 2. à 4. Rthal. N. 3. à 3. Rthal. 12. gr. N. 4. à 2. Rthal. 18. gr. Folgends einer biß 1676; Abermahls ein ander von 31. Jan. 1676. biß 1679; der nechste nach diesen vom 1. Aug. 1679. biß 1682 uff 3. Jahr mit vier Proben N. 1. à 4. Rthal. 6. gr. N. 2 à 3. Rthal. 18. gr. N. 3. à 3. Rthal. 8. gr. N. 4. à 2. Rthal. 15. gr. und in vergangenen Jahr wieder ein neuer uff 6. Jahr biß 1688. mit 4. Schied-Proben als N. 1. à 4. Rthal. 12. gr. N. 2. à 4. Rthal. N. 3. à 3. Rthal. 12. gr. N. 4. à 2. Rthal. 18. gr. worüber die Farbwercks-Besitzere uff ieden Centner 3. gr. mehr als der Churfürstl. Factor geben/ uff 5000. Cent. jährlich geschlossen/ und iederzeit von Churfürstl. Durchl. gnädigst confirmiret/ auch darneben die Versendung derer Cobelde/ Safflor, Wißmuth-Graupen/ Schlich und Gräuplein/ welches in allen Contracten gleichsam pro regula gehalten wird/ untersaget/ und umb so viel mehr die Parthiererey bey nachdrücklicher grosser Straffe/ in ernstlichen Mandatis und öffentlichen Anschlägen (dergleichen ietzige regierende Churfürstl. Durchl. de dato 22. Maji dieses 1683sten Jahres/ auffs neue/ und insonderheit allhier/ beydes für der Bergk-Ambts-Stuben/ als in denen Zechhäusern/ mit darinnen enthaltener unnachläßlicher 500. Rthal. Geld oder nach Gelegenheit Leib- und Lebens-Straff öffentlich affigiren lassen/) verbothen worden/ und beydes deßwegen/ weil die Safflor gleichsam eine Kobeld-Tinctur ist/ und die außwertigen Kobelde/ die für sich etwas bräunlicht sind und dahero nicht so liebliche Farbe geben/ mit einigen Zusatz der Schneebergischen zum Nachtheil der hiesigen Farbhandlung erhöhet werwerden könten; So ist bey der Nahrung und dem Bergkwerck dieses erfolget/ daß nicht nur viel ermattete bauende Gewercken uff vielen Zechen aus ihrem Receß um ein grosses gesetzet/ (immaßen man nur von Anno 1641. innerhalb 20. Jahren nach des seel. Wolff Hölzels Verzeichniß für 259624. fl. Kobelde verkauffet/ ungeachtet die Abnahme nicht so starck gewesen/) sondern auch andere zur Bau-Lust angefrischet/ viel Zechen wieder erhoben und beleget/ auch zum theeill zur Außbeuth gebracht/ andere mit guten Vorrath versehen/ und also dardurch Churfürstl. Durchl. Intraden mercklich gebessert/ wie nicht weniger gemeines Stadtwiesens Nutz und Bestes mit bessern Auffnehmen befördert worden ist/ obschon anfänglich/ wie in einem Bericht de Anno 1649. stehet/ dieses nicht ein ieder wissen noch gläuben/ mancher auch nicht gerne davon hören/ sondern es lieber vertuschet/ und nur alleine von grossen Receß und Schulden gesaget wissen wollen/ zu Schimpff und Spott des löblichen Bergk-Baues/ auch hiesiger löbl. Bergk-Stadt zu Nachtheil/ wie nicht weniger zu Verschweigung des Seegens und der Wercke GOTTES/ die man doch loben und preisen soll.
Abnahme der Kobelde nach den heutigen Contract.
Taxatores.
Tieffes Stoll-Ort wird nach gemachten Durchschlag dem Bergwerck noch mehr auffhelffen.
Und ob wohl anitzo/ da/ wie gedacht/ vermöge des vorn Jahre auffs neue continuirt- und geschlossenen Contracts von denen Herren Gewercken jährlichen 5000. Centner Proben-mäßige ausgeschlagene Cobelde/ Wißmuth-Graupen/ Schlich und Gräuplein/ inclusivè der Churfl. Zehend- und Stöllner Neunden angenommen/ und nach denen verglichenen und im allhiessigen Bergk-Ambt in gantzen Glaß beygelegten Schied-Proben/ wie auch des Zehendners/ Bergkmeisters und anderer zugeordneten Taxatoren pflichtmäßiges Erkanntnuß bezahlet werden/ hierdurch der hiebevorigen Bergkwercks Nahrung etlicher massen wiederumb auffgeholffen worden; So verhoffet man doch/ daß dieselbe ins künfftige und wenn zumahl das Rosenkräntzer tieffe Stoll-Ort durchschlägig gemachet seyn/ und man uff der Vorfahren Schlegel und Eisen kommen wird/ ( immaßen man solches mit andern Stöllen nebst dem Contract vormahls hauptsächlich zu Erhebung des gefallenen Silber-Bergkwerckes und der daher fliessenden Nahrung angegeben/ und Churfl. Durchl. schon Anno 1661. in einem gnädigsten Befehl so Tags als Nachts/ so viel mensch- und möglich befördert wissen wollen ) noch mehr und reichlicher zugeniessen seyn werde.
pp. 559–560
S. Evangelium wird stracks anfangs der Religions-Veränderung in S. Anna Kirchlein geprediget von der Bergkleute Evangelischen Prediger.
Welches Prediger-Bild in einem Kirchen-Fenster.
In S. Annen Kirchlein oder der Knapschaft Capelle am hohen Gebürge/ wurde auch alsbald im Anfang der Religions-Veränderung das Evangelium/ und noch eher als in der grossen Kirche geprediget/ und also gleiche Außbeuthe von der Fruchtbaren Thorheit gehoben. Denn die Bergkleute hielten sich auff ihre Kosten ihren eigenen Evangelischen Prediger/ welcher ihnen Sontags zu Mittag eine Predigt thun/ und also als ein geistl. Schmelzer das rothgüldene Ertz/ von dieser Fruchtbaren Thorheit/ rechtschaffen/ wie es sich gebührete/ schmeltzen und abtreiben muste. Welches alles denn sonder Zweifel Peter Weidenhammern bewogen/ daß er Anno 1520. in das andere untere Fenster der grossen Kirchen/ hinter der Cantzel/ welches Fenster er verfertigen lassen/ nicht nach der vorigen thörichten Zeiten Brauch/ einige Heilige/ sondern Gott den Vater/ der JEsum Christum den gecreutzigten/ oder ein Crucifix in Armen hält/ und welchen einer kniend anbetet/ in gefärbten Glaß zusammen setzen lassen ; auch umb so viel eher angangen/ und sich thun lassen/ dieweil der damahlige Chur-Fürst zu Sachsen/ Hertzog Friedrich der Dritte oder Weiße bald anfangs/ und nachgehends S. Churfürstl. Gn. Nachfolger/ Churfürst Johannes/ der Bekenner/ beyderseits glorwürdigsten Andenckens/ welche fürnehmlich ihre Gnaden-Steuer zu Förderung dieser Fruchtbaren Thorheit gegeben/ und sich des Evangelii von Christo dem gecreutzigten/ als der Krafft GOttes seelig zu machen alle/ so daran gläuben/ beydes Jüden und Griechen/ nicht geschämet haben/ aus Groß- und Väterlicher Ordnung/ diesen unsern Schneeberg/ als eine Berg-Stadt/ mit Hertzog Georgen zu Sachsen gemein hatten:
