Riegger 1788
[Josef Anton von Riegger], Verzeichniß der in Böhmen vorkommenden mineralischen natürlichen Salze, in: Materialien zur alten und neuen Statistik von Böhmen VI, Leipzig – Prag [Kaspar Widtmann] 1788, pp. 1–10.
pp. 9–10
V. Mittelsalze mit metallischer Basis.
Prostřednj sůl s kowowým základem.
a) Mit Vitriolsäure gesättigt.
14. Eisenvitriol, grüner Vitriol, oder Vitriol saures Eisen. Ferrum vitriolatum Bergmanni.
In Böhmen wird dieses Salz entweder natürlich und gediegen gefunden, oder es wird aus dem Schwefelkies durch die Kunst hervorgebracht. Das natürliche, das bey Bracholusk im Rakoniker Kreise ausgenommen, ist meistens unrein, und oft mit Zinkvitriol, oder auch erdichten Salzen vermengt. Die Derter, wo diese Salzart gefunden, und auch an einigen derselben gesotten wird, sind Altsattel und Hromitz im Pilsner, Sdiechowitz und Ginetz im Berauner, Liebening im Rakoniker, Lukawitz bey Nassaberg im Chrudimer, Plan im Pilsner Kreise, Eger in dem Bezirke gleiches Namens, Brummau im Budweiser Kreise, und an mehreren andern Orten, wo Kies in Menge gefunden wird. In der Gegend um Saatz wird dieses Salz auch an den Ufern des Egerflusses in der Erde zerstreuet angetroffen. Böhmisch wird es zelený witroljm genannt.
15. Kupfervitriol, oder Vitriolsaures Kupfer. Cuprum vitriolatum Bergmanni.
Gediegen wird es in Böhmen selten gefunden. Bey Kupferberg bereitet man es aus dem Kupferkiese. Die böhmische Sprache nennet es modrý witroljm.
16. Zinkvitriol, oder Vitriolsaurer Zink. Zincum vitriolatum Bergmanni.
Zu Hromitz im Pilsner Kreise *), und in einigen Gruben bey Joachimsthal ist dieser Vitriol zu Hause, wo er meistens ein sehr dünnfaseriges Gewebe führet. Der Joachimsthaler ist schön weiß, kurzfaserig, aber doch meistens mit etwas Eisen verunreinet.
Dieß sind nun die uns bisher bekannten natürlichen Salze unsers Vaterlandes. Das bey Bruska in Prag, und Wienetschek bey Smichof unweit Prag vorkommende Salz, das man ißt auch mit dem Namen Luftsalz belegt, ist nach der gegenwärtigen Vervollkommnung der Chymie noch zu wenig untersucht, als daß man es, wie einige wollen, **) für ein den Mineralogen noch unbekanntes Salz annehmen, oder demselben unter den Salzen einen bestimmten Platz anweisen könnte.
Uibrigens haben wir allen denjenigen Salzen, die nicht die Natur in unserm Vaterlande selbst erzeuget, sondern die nur den chymischen Laboratorien ihre Entstehung zu danken haben, und deren Menge und Wachsthum von dem Fleiße des Scheidekünstlers abhängt, hier gleichfalls keinen Platz gegönnet, da sie unter die Produkte der Kunst zu verweisen sind.
Die meisten dieser hier angeführten Salzarten, sind in dem Prager Naturalienkabinet vorhanden. ***)
*) S. Born Index fossilium P. 1. pag. 50.
**) S. Zauschner Dissertatio de sale a mineralogis haud descripto.
***) S. Museum pragense a Prf. Zauschner descriptum.
