Schönberg 1693

Abraham von Schönberg, Ausführliche Berg-Information, Zur dienlichen Nachricht vor Alle, Die Bey dem Berg- und Schmeltzwesen zu schaffen; Darinnen deutlich gewiesen wird/ was einem ieden zu verrichten oblieget; und wie Er bey allen Vorfallenheiten/ in seinem Ambt/ Dienst und Bestellung/ mit gebührender Uffsicht/ und Anstalt/ in- und ausser der Gruben/ und Hütten/ auch bey Proceß-Sachen/ Bergrechtlich verfahren soll/ damit allenthalben ordentlich/ treulich, auffrichtig/ vorsichtig, gerecht/ und dem gemeinen Bergwesen erbaulich/ gehandelt werde/ Dem Vaterland zu schuldiger Giebe/ denen Bevercken und Bergbauenden zu feyr dienlicher Nachricht/ auch Verhitung aller ungebührlichen Vervortheilung/ und Eigennukes; Bey langer Erfahrung, und aus eigener observanz, Ordine Alphabetico entworffen, und sonderlich auff die in Churfürstenthum Sachsen befindliche Bergwercke gerichtet ; Mit einem vollkommenen Register, und Anhang aller beym Berg- und Schmeltzwerck gebräuchlichen, und über 1200. Stück sich belauffenden Redens-Arten, sambt deren recht eigentl. und deutlichen Erklärung, Leipzig [David Fleischer] 1693.


pp. 61–62

Factor bey einem Blaufarb-Werck.

1. Soll die Kobolde in sichern Empfang nehmen/ dieselben nach denen Proben/ und des Berg-Ambts-Taxe/ deme er jedesmahl mit beyzuwohnen/ richtig bezahlen/ damit seinen Pflichten nach getreulich umgehen/ und allen besorglichen Unterschleiff vorbauen.

2. Aus solchen Kobolden gute tüchtige Kauffmanns-Wahre bereiten/ und dieselbe mit Rath und Nutzen zu vertreiben/ sich durch unverdrossene Correspondenz angelegen seyn lassen.

3. Uber das Qvantum seines Vorstandes von Farben nichts verborgen/ und qvartaliter, wie viel/ und wem er an Farben vercontrahiret, gewisses Verzeichnis eingeben.

4. Die Farb-Fässel mit dem dem Farbenzeichner ausgestellten Zeichen bemercken lassen/ und das einstoßen/ und versenden der Farben/ mit Wissen des Schichtmeisters/ zu Werck richten.

5. Das Glas/ eingestoffene Farbe/ Fluß/ und andern Vorrath/ wohl verwahren/ und dahin bedacht seyn/ daß von Pot-Asche/ und Quärtzen allezeit gnugsamer Vorrath beyhanden/ auch des benöthigten Holtzes halber kein Mangel erscheine.

6. Auff den Farbmeister/ Glaß-Schmeltzer/ Schürer/ und andere Arbeiter/ damit kein Unfleiß und Untreue verübet/ auch die Schichten gebührend verarbeitet/ auch das Glaß rein und sauber geschmeltzet werde/ genaue acht tragen.

7. Die Gelder von der Farbwercks-Nutzung treulich berechnen/ zu dem Ende über das ganze Werck/ und dessen Einnahm und Ausgabe/ richtige Wochen-Zeddul und ordentliche Beschickungs-Bogen/ gewöhnliche Conten und Farb-Handlungs-Bücher/ wie auch sonderliche Register und Rechnung halten/ dieselbe mit dem Jahrschluße einhändigen/ und mit tüchtigen Belegen justificiren.

8. Auff Feuer/ und andere Gefährlichkeit fleißig acht haben/ und bey denen darzu gehörigen Gebäuden nachsehen/ damit das wandelbare mit genauen Kosten repariret werde.


pp. 104–105

Kobold-Inspector.

1. SOll genaue Inspection auff derer Gewerken zwischen denen Quartalen gewonnenen Kobold-Vorrätbe haben/ damit selbige rein ausgeschlagen/ und kein Geneuß-Schiefer/ Spad/ Bähren/ Affter/ oder anders/ darunter gelassen/ auch die Stuffen nicht allzugroß gelassen werden.

2. Alle Kobold-Gebäude befahren/ die Anbrüche in Augenschein nehmen/ quartaliter einen richtigen Uffstand darüber fertigen/ und einschicken.

3. Fleiß haben/ daß keine Kobolde ausser Landes verkaufft/ oder heimlich verpartiret/ noch die Potasche auffgekaufft/ und ausser Landes geschafft werde/ zu dem Ende die Gebürge/ und Strassen öffters bereiten.

4. Wo Silber-Erzt mit unterbricht/ dasselbe nicht mit unter die Kobolde stürtzen/ sondern in gute Verwahrung bringen lassen.

5. Dem Berg-Ambt anzeigen/ wenn er befindet/ daß die Gewercken mehr uff die Kobolde/ als uff die Erze/ in der Grube trachten.

6. Bey der Kobold-Fördernüß sich würcklich mit befinden/ und berichten/ ob die Kobolde also gefördert werden/ wie er sie zwischen denen Quartalen zuvor gesehen/ die Proben helffen nehmen/ öffters um besserer Gewißheit willen/ nebenst dem Gvardein/ selbst probiren/ und der Taxation mit beywohnen/ und acht haben/ daß kein unziemlicher Vortheil und Betrug beym Rösten/ Pochen/ Stossen/ und dergleichen vorgehe.

7. In denen Registern nachsehen/ was an Kobolde in die Röste verwogen/ daselbst in calciniren abgangen/ nachmahls den defect gegen einander halten/ und da er was bedenckliches befindet/ solches unterthänigst berichten.

8. Niemanden das Halden-klauben gestatten/ und die Betretenen dem Berg-Ambt zur Bestraffung anzeigen.


I.
Redens-Arten bey Bergwercken.

. . .

p. 56

Kobold

Kobold/ 1 . Eine rauberische gifftige Berg-Art/ siehet offt aus/ wie Massiv-Meßing. 2. Eine Berg-Art/ grauer Farbe/ daraus die blaue Farbe gemachet wird. 3. Das Berg-Gespenste.