Löwenthal 1801

Felix von Löwenthal, Geschichte von dem Ursprung der Stadt Amberg, von dem Wachsthum derselben unter ihren Beherrschern, den Markgrafen auf dem Nordgaue, dann den Herzogen aus dem Hohenstaufischen Hause, und endlich von der Ausbildung durch die Privilegien, durch die Gewohnheiten und bürgerliche Verfassung unter den Herzogen in Baiern, und Pfalzgrafen bey Rhein, München [Franz Seraph Hübschmann] 1801.


§. 116.

Maximilian III. Joseph I., der Geliebte, Kurfürst.
Vom Jahre 1745 bis 1777.

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pp. 406–407

Besser hat die Fayance-Fabrike, welche der schon gesagte Bürgermeister Hezendorfer im Jahre 1759 angelegt hatte, gediehen. Wäre er nicht in das Falliment mit seiner Salzverwaltung gerathen, würde diese Fabrike schon damahls zugenommen haben. Allein sie hat mit ihrem Urheber fast gleiches Schicksal gehabt, ist zu selber Zeit gefallen, nachher aber bald mehr, bald weniger betrieben worden. Doch hat sie sich noch bis daher erhalten, und einen nicht unbedeutenden Nuzen geschafft. Hingegen das sogenannte, vormahls berühmte und einträgliche Amberger Gelb (eine ockergelbe Erde, wie sie in Eglsee bey Amberg zu finden ist) hat im Reiche des ambergischen Verschleißes seine Rubrike verlohren. Dafür sind die Steinkohlen im Jahre 1766 außer Amberg beym Fürstenhofe zum Vorschein gekommen, welche zwar schon im Jahre 1581 entdeckt, aber wegen des damahligen Holzüberflußes wiederum vernachläßiget wurden. Der üble Geruch, den sie beym Brennen in den Oefen ausdunsten, konnte sich mit den Nasen der Amberger nicht vertragen; daher man sie meistens nur zum Kalkbrennen gebrauchte. Wenn sie statt des Mergels oder Gyps auf die Wiesen gedünget würden, dürfte man sich von ihren vitriolischen Bestandtheilen den besten Wachsthum versprechen.