Dietmann – Francken 1755
Carl Gottlob Dietmann – Heinrich Gottlieb Francken, Neue Europäische Staats-und Reisegographie worinen die Lande des Obersächsischen Kreises ausführlich vorgestellet werden VI, Dresden – Leipzig [Siegmund Eherenfried Richter] 1755.
Das II. Capitel.
Von der physikalischen Beschaffenheit derer
obersächsischen Kreislande.
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§. 6.
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pp. 155–164
Von Foßilien, oder Farberden zu Schwarzenberg.
Sächsische Erden.
Verzeichn. von inländischen Erden.
Hier müssen wir allerdings von den sämtlichen Foßilien oder Farberden gedenken, welche auf dem königl. chursächsis. Foßilienwerke zu Schwarzenberg, an 28 rohen, und eben so viel zubereiteten Sorten zu haben, als Umbra, Ocker, Braunroth &c. (**). Es ist unstreitig gewiß, daß die chursächsis. und fürstl. sächsis. Lande eine Menge gar verschiedener Erdarten hegen, welche bey Manufakturen, und sonst überaus nützlich zu gebrauchen sind.
(**) Im Jahr 1749. ließ E. wohlansehnl. Foßilien-Gewerckschaft zu Dresden diejenigen Foßilien, so sie fabriciren läßt, nebst dem Preise, öffentlich bekannt machen, davon man die Nachricht in dem Dresdn. polit. Anz. ad an. 1749. No. X. findet, wo nicht nur die Namen derer Foßilien und Farberden, nebst ihren Signaturen, sondern auch der Preiß, nach dem Zentner, zu lesen ist.
Wir wollen von diesen inländischen oder sächsischen Erden ein Verzeichniß mittheilen, woraus Naturalienliebhaber den großen Vorrath, welchen Sachsen in diesem Stücke beschlüßet, erkennen mögen. Außer denen unterschiedenen bunten Erden, so sich bey Wildenfels, Kalkgrün, und im Erzgebirge finden, und wovon wir nur überhaupt gedenken (***), hat man nachstehende: Schwarze Erde, oder so genannte Tusche, von Berggießhübel; braune und bituminöse Erde von Reinharz; rothbraune von Schmiedeberg, so zur Mahlerey dienet; lichtegrüner Letten bey Hilbersdorf, unweit Chemnitz (*); rothe Erde bey Neukirchen; gelber Leim aus der alten Leimgrube bey Chemnitz; lichtblaue talkigte Erde bey Flöha; röthlichte Mergelerde, von der Schopauer Straße bey Chemnitz; dunkelgelbe von Mittweida; lichtgelbe Mergelerde, von der Zschopauer Straße; lichtbraune Erde mit Glimmer von daher; dergleichen rothbraune von Ebersdorf, auch rothbraune Letten von der Zschopauer Straße; Trippelerde von Auerswalde und von Schrebitz; Ockergelb von daher; grüner Letten von Niederrabenstein; rother Letten mit Glimmer, vom Kastenberge bey Chemnitz; fahlichte Mergelerde von Hilbersdorf; schwartze Vitriolerde von Röhrsdorf; bleyfarbne Talkerde von daher; Felderde vom Kastenberge; grünlichter Letten vom Kastenberge, it. beym rothen Vorwergk zu Chemnitz; rother, grauer, gelber, weißlichter, lichtbrauner, dunkelbrauner, und gelbbrauner Letten von unterschiedlichen Orten (**); aschgraue talkigte Erde; graue talkigte Erde von Leipzig; gelbe talkigte Erde eben daher: weiße arsenical. Erde vom Grunde; sehr viel Sorten gelbe Erden, als: lichtgelber Mergel, gelbe Vitriol, eisenschlüßige, gelbe sandigte, u. s. w. dunkelbraune Erde von Fürstenberga bey Grünhayn; fahle vermischte Erde von Vielau; schwarztalkigter Letten, von der Vitriolzeche zu Kleinolbersdorf; vielerley Sorten rothe Erde, als: röthlichter Mergel, rothtalkigte Erde, und braunröthlichter Letten von Wüstenbrand; lichtrothe, dunkelrothe, und andere schöne rothe Erden von Gablenz, von Rotlof, von Ernstthal, von Reichenbrand, dergleichen auch bey Chemnitz, bey Gruna, bey Rabenstein, bey Zwickau u. s. f.
(***) Man kan sich aber des Tractats bedienen, welcher der ehemalige königl. chursächsis. Edelgesteininspector und E. E. Raths zu Schneeberg Mitglied, Herr Christian Richter, Ao. 1732. unter dem Titel: Saxoniæ Electoralis miraculosa Terra, geschrieben, und worinnen er dergleichen bunte und marmorartge Erden 61. Sorten in Kupfer vorgestellet hat.
(*) Auf diesem Letten-Grunde hat der große versteinerte Baum gestanden, welcher Ao. 1753. in die königl. Kunst-Kammer geliefert worden.
(**) Z. E. Von der Kupferzeche zu Harthau, aus dem Kalkbruche zu Breitenau, aus dem Oderarischen Walde, und noch sonst an vielen Orten.
Seifen- Füll und Walkerde.
Siegelerde, Terra Sigillata.
Verschieden Sorten weißer Erden.
Porzellänerde.
Und wie viel könnten wir nicht noch anführen, wenn wir weitläufftig seyn wollten. Einiger Erden müssen wir noch gedenken, als: der so brauchbaren Seifen- Füll- und Walkerde, derer sich die Tuchmacher fürnämlich gebrauchen, wird sonderlich um Colditz und Rochlitz herum gewonnen, und kommt der englischen Füllerde ziemlich gleich; wie denn auch zu Zschorla, hinter Schneeberg an der Barbara-Zeche, eine fette Seifenerde gegraben wird, so häufig nach Schlesien gehet; und ohnweit Groitzoch hat man auch nur kürtzlich eine neue Füllerde entdeckt, so besonders zu wollenen Zeugen gut zu gebrauchen, daß alsdenn die Farben ächt darauf werden. Sonst findet sich auch Walkererde bey Grimma. Ferner gehören hieher die so genannten Terræ Sigillatæ, Siegelerden, welche in denen chur- und fürstl. sächsis. Landen auch nicht vermisset werden. Außer der bey Naumburg ergiebigen Minera Martis Solaris, und der dasigen berühmten Siegelerde, hat man noch viele andere, welche sowohl in Ansehung derer Farben, als auch derer Kräfte, Form u. s. w. von einer großen Verschiedenheit sind (*). Von der Bitterfeldischen Siegelerde giebt das Museum Richterianum Nachricht. Bey Breckwitz, im Amte Meißen, ist rothe Siegelerde (**); bey Hubertsburg fällt solche thonigt und blos roth aus, und ist mit F. besiegelt (*). Die Zwickauer Siegelerden sind verschieden, als: 1.) blaulichtbraun, 2.) gelb, 3.) blaßgelb, 4.) aschfarbigt (**), weisse, bolusartige. Das Siegel dieser Zwickauer Erden zeiget eine in freyer Luft hangende Schlange, und unten eine Kröte; die Aufschrift heisset: Terra Sigillata, und zwischen den Buchstaben J. G. erblicket man das Bild des Schwans. Die bekannte Beyerfeldische Siegelerde, bey Schwarzenberg, ist von dreyerley Sorten: 1.) eine blaulichte, 2.) eine weisse, aus der Grube, der Stamm Aser genannt, 3.) eine rothe (***). Diese Erden waren sonst unter dem Namen und Zeichen, Silberbergis., oder von Silberhoffnung bekannt, welche Grube aber eingegangen ist. In Gieshübel werden zwar keine gegraben, wohl aber allhier zubereitet und gesiegelt, und heissen deswegen Gieshübler Siegelerden, als: 1) eine rothe, 2) eine aschgraue, welche beyde Sorten von Zwickau sind, 3) eine gelbe, 4) eine schwartzlichte, welche von Borne, nicht weit von Glashütte, sind. Der sehr verschiedenen Sorten weißer Erde hat es an vielen Orten, als: zu Dulzen, zu Röhrsdorf, da sie atlasweiß fällt; zu Langenleibe; weiße Mergelerde bey Chemnitz; weiße Erde bey Tannig, weißlichte Mergelerde bey Rotlof, gantz weiße bey Sachsenburg; weiße arsenicalische vom Grunde; weißlichter Letten vom Steinkohlschacht bey Flöha; weiße Trippelerde vom Trappenauer Stolln bey Frankenberg; weißlichter Letten von der Zeche zu Thiemendorf, weißgilbigte Mergelerde bey Wüstenbrand. Besonders aber ist anmerkenswürdig, diejenige weiße Erdzeche bey Städtlein Aue, im schneebergischen Bergamtsrevier, daher das weltberühmte meisnische Porzellän seine Materie empfängt.
(*) Wir verfahren hiebey nur kurz, und weisen die G. L. auf die belobten Dresdn. polit. Anz. d. a. 1750. No. 48. 49. und 50., wo von sächsis. Siegelerde gute Nachricht zu finden.
(**) Davon giebt der Catalog. Musei Myliani gute Nachricht.
(*) So den Namen des Erfinders, von Fürstenberg, ehemaligen chursächsis. Stadthalters, andeutet.
(**) Diese 4 Sorten werden aus einer Mergelerde bereitet.
(***) Diese scheinet, durch Hülfe der Kunst, aus der rothen Erde, welche bey Kochung des Vitriols niederfällt, gemacht zu seyn.
Allerhand Gattungen von Thon.
Torfferde.
Kalk, Kalksteine, und Kalkbrenereyen.
Von Thonerde finden sich mancherley Arten, als: weißer Thon, fahlichter Thon, grünlichter Schieferthon, rother, gelber u. s. f. Die besten Thongruben werden um Liebenwerda, Hohenleipisch, Wurzen, Waldenburg, Froburg, Dippoldiswalde, Weißenfels, Zeitz, an verschiedenen Orten im Voigtlande, wie auch in Thüringen angetroffen; auch sind die leipziger Thongruben bekannt. Die bekannte Torfferde, oder Turff, so eine brennbare Erde ist, wird in diesen Kreislanden, besonders in Meißen an verschiedenen Orten angetroffen, z. E. bey Scheibenberg, bey Johanngeorgenstadt, bey Neustädtel, bey Gugel, bey Großhartmannsdorf, bey Schneeberg, am Filzteiche, bey Freyberg, und an andern Orten mehr im Gebirge; im platten Lande aber 3 Stunden von Dresden beym Rößendorfer Teiche; im Amte Hayn bey Gröden, und zwischen Nadewitz und Streuwen; desgleichen im Amte Moritzburg, auch im Amte Pegau bey Großprießlich &c. (*). Hieher ist auch das so nöthige Materiale, der Kalk, zu rechnen, davon die sächsischen Provinzen ebenfals einen Ueberfluß haben. Die bekanntesten Kalkbrüche sind im Gebirge, zu Crotendorf und Wiesenthal, an der Zschopa, auch zu Fenzberg auf dem Wilschberge, und zum Herold auf dem Schafberge; ferner um Rochlitz, Torgau, Freyberg, Pirna, bey Borne unweit Liebstadt. An der Flöha liegen 3 Kalköfen, um Lengefeld, welche besonders anzumerken sind, weil man daselbst jährlich auf 3 bis 400 Tonnen brennen kan; um Chemnitz, Auerswalde, Zöblitz, Wildenfels, Kalkofen, bey Haynchen, Lomatzsch, Kalkreuth, Zadel, Tharandt &c. wird viel Kalk gebrennet; im Voigtlande bey Weissendorf hat es auch einen guten Kalkbruch; in der Landgrafschaft Thüringen, um Naumburg herum, ingleichen an verschiedenen Orten im Amte Freyburg, sind Kalksteine und Kalkhütten anzutreffen, und pflegen die so genannten Kalkwagen von dasigen Orten nach Leipzig und der Gegend zu gehen.
(*) Was man in sächsischen Landen für Versuche mit dem Torf gemacht, und wie man hat Turf-Kohlen brennen wollen, davon kan man eine Abhandlung in den Dresdn. gel. Anzeig. unter dem Titel: von der Turfstecherey in Sachsen, nachlesen ad ao. 1752. No. IV. p. 25-32.
Schieferbrüche.
Figurirter Schiefer.
Steinkohlen.
Von Schieferbrüchen finden sich eine ziemliche Anzahl im Lande, als: um Weisbach bey Zwickau, um Mochau bey Döbeln, und anderwärts; die treflichen Schiefergruben und Brüche in der Grafschaft Mansfeld sind bekannt, woraus jährlich viel gewonnen wird. Die schönen Schieferbrüche bey Wesenstein und bey Maxen in der pirnaischen und dippoldiswaldischen Pflege dürfen auch nicht vergessen werden, dergleichen es auch unweit Dohna hat, wie auch zwischen Nossen und Wilsdruf; zu Schönberg und zu Zwönitz (*); anderer Oerter im Voigtlande und in Thüringen, zu geschweigen. Den sogenannten figurirten Fisch- und Blumenschiefer trifft man häufig in der Grafschaft Mansfeld an, und stellen solche meistens Heringe, Bärsche und Hechte für (**). An Steinkohlen fehlet es diesen Landen im mindesten, und ist man seit einiger Zeit in Aufsuchung und Gewinnung derselben stark beschäftiget. Es giebt deren zweyerley Sorten, Pechkohlen u. Schieferkohlen; die ersten sind die besten (***).
(*) Am letzeren Orte bricht der Schiefer in Stücken, so 12 bis 15 Elen lang in der Länge und 8 bis 10 in der Breite betragen.
(**) Man sehe davon die Schrift, unter dem Titel: Memorabilia Saxoniæ subterraneæ, so in 4to ist, und von dem eislebichen Fischschiefer besonders handelt, auch beygefügte Kupfer hat.
(***) Von den Steinkohlen, und sonderlich dem Rechte derselben in chursächsischen Landen, lieset man eine weitläufftige Abhandlung in den öftererwähnten Dresdn. gel. Anzeig. ad an. 1751. p. 415. seqq. und ad an. 1752. p. 145. seqq.
Verschidene Sorten Kreide.
Steinmark Mergel.
Verschidene sorten Sand.
Zu Burg, 1 Meile von Dresden, werden solche gegraben; ingleichen auf dem Vorgebirge des meißnischen Erzgebirges, woselbst sehr schöne Steinkohlen, und in solcher Menge gewonnen werden, daß, ob sie wol schon vor 200 Jahren daselbst sind gebrochen worden, sie sich dennoch noch itzo im reichen Ueberfluß finden; es ist auch die ganze Gegend da herum mit diesem Schatze angefüllet, indem unweit davon, gegen Abend zu Döhlen und zu Pesterwitz dergleichen gebrochen worden, und noch gebrochen, auch häufig verführet werden. Um Zwickau werden auch Steinkohlen gewonnen; und wem sind die wettinischen Steinkohlenschachte, am Petersberge, und bey Halle herum unbekannt? im altenburg. Gebiete hat es auch welche, und an andern Orten mehr. Als wir oben derer verschiedenen Arten sächsischer Erden gedacht, so hätten wir auch der Kreidenerden erwähnen können; denn es giebt davon auch verschiedene Sorten, z. E. eine gelbe Kreide, welche man zu Waldenburg findet; eine violetbraune; eine weiße, fette, u. d. g. it. allerhand farbige Steinkreiden, als schwartze, gesprenglichte, u. s. f. Das Steinmark trifft man auch von allerhand Art und Farbe an. Der Mergel oder Mirgel findet sich um Zeitz, um Torgau, Radeberg, Wilschdorf bey Dresden, bey Halle, und anderswo mehr. Man hat verschiedene Sorten Sand, z. E. den klaren weißen Bachsand, um die Stadt Meißen, auch um Belgern; metallischen Sand, im Elsterstrohm, Goldschlich genannt; schwartzen Sand, Zinnsand genannt; des groben Scheuersandes und des klaren Streusandes zu geschweigen, welcher in den Sandgruben in Menge zu haben; sonderlich sind die Sandgruben zu Hohenmölsen, und die bey Weißenfels bekannt.
Von allerhand Erden in der Mark.
Kalk in der Mark.
Gips.
Allaunenwerk in der Mark.
Salpeter.
Potasche.
Alles, was wir bisher von denen mancherley Bergarten und Erden gesagt haben, daß es in denen chursächsischen Landen anzutreffen sey, das lässet sich freylich von der Mark Brandenburg nicht sagen; iedoch werden einige verschiedene Arten von Erden da angetroffen, z. E. rothe Erde, Rötel, Rubella, so bey Gleissen unweit Zilenzig, und auch im Sternbergischen gegraben wird. Bey Potsdam findet sich eine braune und auch eine gelbe Erde (*). Thonerde hat es in der Altenmark, wie auch in der Mittelmark bey Ziegeser, so sich sehr fest brennen lässet. Bey Lubarsch hat es feine Thongruben; auch in der Uckermark bey den Töpferbergen. Turferde wird um Schieselbein herumgestochen; ingleichen bey Belgrad, Körlin u. a. m. Mergel, it. Seifen- und Walkerde bey Drossen. Vier Meilen von Berlin, bey Rüdersdorf finden sich Kalkberge, daraus Kalksteine gebrochen werden, so weit, und auch nach Sachsen verführet werden. Bey Nörnberg brennet man den Kalk aus Steinen. Gips hat man bey Sperenberg ohnweit Zossen, welchen man auch weit verführet, und den schwartzblauen für den besten hält. Das Alaunenbergwerk unweit Freyenwalde (**), welches seit 1738. dem potsdammischen großen Waisenhause gehöret, versiehet die ganze Mark mit Alaune. Marienglas, wie auch Salpeter findet sich hin und wieder. Wir haben der Potasche noch nicht gedacht, da doch deren sowohl in Chur- und fürstl. sächsischen Landen, den, als auch in der Mark viel zubereitet wird, z. E. in dem meißnischen Ober- und Erzgebirge an verschiedenen Orten, im Voigtlande, im gräflich Reußischen, in Thüringen u. s. f.
(*) Im vorigen 1754sten Jahre hat man bey Frankfurt an der Oder herum verschiedene Erdfarben entdecket, und zwar so ist, denen öffentlichen Nachrichten zu Folge, der Herr geh. Justizrath Oskirka, auf seinem Ritterguth Lichtenberg, unweit Frankfurt, der Erfinder dieser zwölf verschiedenen Sorten Farbenerden, nämlich Ocker, verschiedene Sorten Schüttgelb, Umbra &c. das so genannte Englischroth &c. Sr. königl. Majestät haben ihm und seinen Nachkommen den privativen Anbau und Debit dieser so genannten lichtenbergischen Farbenerden verstattet.
(**) Dieses Alaunwerk ist ungefähr ums Jahr 1714. von einem Sachsen, nämlich einem Spitzenhändler aus Schneeberg, Namens Gottlieb Wenzel bekannt worden.
Von andern Foßilien, Petrefactis und Natural.
Versteinert Holz.
Von andern Petrefactis und von Conchilien, Muscheln &c.
Es fehlet übrigens auch nicht an andern Arten von Foßilien, an Petrefactis, Conchilien u. s. f. welche Naturalienliebhaber in einem Lande aufzusuchen pflegen. Hieher gehöret das versteinerte Holz, davon man vor zwey Jahren einen gantzen Baum bey Chemnitz aufgefunden, und in die dresdn. Kunstkammer geschaffet; verschiedene Arten solch petrificirtes oder vielmehr wol nur mit einer steinartigen Rinde umgebenes, mehrentheils aber Lindenholz, wird in der Gegend um Leipzig herum gefunden, und man gräbet solches stückweise aus dasigen Sandgruben; man hat auch bey Bitterfeld große Stücke versteintes und mercasirtes Holz ausgegraben. Auch hat man etliche Brunnen im Lande, welche das Holz, so hinein fällt oder hinein gesteckt wird, mit einer steinern Rinde überziehen, wie z. E. der Fürstenbrunn bey Jena thut, und auch ein Bach bey Arnstadt. Was man sonst um Leipzig herum für Versteinerungen antrifft, sind: Echini marini spatagoides, Seeäpfel; Coralloides, so auf den Feuersteinen gleichsam ein Gitter fürstellen (*). Man findet solche bey Zweynaundorf in den Leimgruben. Corallia petrefacta werden ebenfals in ziemlicher Größe, wie auch in vielen Stücken in der Leimgrube gefunden, auch Astroites, welche sonst auch Lapides rotulati heißen. Pectiniten werden hin und wieder auf den Feldern gefunden, auch in den Sandgruben. Man hat auch Aëtites, so genannte Adlersteine, deren es zweyerley Art hier zu Lande giebt, einmal gantz gelbe, so inwendig nichts als Sand enthalten, und darnach von brauner Farbe, sehr hart, so entweder einen andern Stein, oder sehr hart zusammen gewachsene Erde in sich schließen (*).
(*) Ja bisweilen gehen sie des Feuersteins Substantiam ipsam durch, und sind auf das schönste calciniret, wie man denn dergleichen bey Zöbicker gefunden.
(*) Einige wollen die mukschener Diamantsteine hieher rechnen, von welchen weiter unten.
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