Herttwig 1710

Christoph Herttwig, Neues und vollkommenes Berg-Buch/ bestehend in sehr vielen und raren Berg-Händeln und Bergwercks-Gebräuchen/ Absonderlich aber über 200. vorhin noch nicht edirten und ans Licht gegebenen Berg-Urtheln und Abschieden/ Mit grossem Fleiß und Mühe, dergestalt colligiret und abgefasset, daß bey nahe keine eintzige Materia in Berg- Schmeltz- und Hammerwercks-Sachen/ vorfallen mag/ So nicht unter einer gewissen Rubric, der Nothdurfft nach/ abgehandelt/ und mit allegirung gelehrter und bewährter Männer Schrifften/ wie nicht weniger darzu gehörigen Kayserlichen/ Königlichen/ Chur- und Fürstlichen Berg-Ordnungen/ So wohl was deren Concordanz als auch Discrepanz betrifft/ entschieden/ und auf die leichteste manier zu finden wäre, Dreßden – Leipzig [Johann Christoph Zimmermann] 1710.


p. 85

Blau-Farbwerck.

§. 1. Obwohl die Blau-Farbwercke unter das Berg- und Schmeltzwesen gehören/ so ist doch keinem Privato nachgelassen/ dergleichen ohne der hohen Landes-Obrigkeit sonderbahre Special-Concession und Privilegio zu erbauen und anzurichten.

§. 2. Was bey dergleichen Werck in acht zu nehmen?

infr. Factor bey einem Blau-Farbwerck.

§. 3. Wie die blaue Farbe zu machen?

Berg-Bau-Sp. lib.6.cap. 20.


p. 122

Factor bey einem Blaufarb-Werck.

* Hiervon besiehe

Berg-Inform. part. 1. f. 61. sqq.

** Und ist von Blaufarb-Wercken auch oben sub lit. B. etwas erwehnet.


pp. 240–241

Kobold-Inspector.

* Bleibet bey dem/ was disfalls ausführlich gnug gesagt im 

Berg-Inform. part. 1. f. 104. & seqq.

** Nur ist noch zu mercken/ daß Kobold sey

1.) eine rauberische/ gifftige Berg-Art/ so offt aussiehet wie Massiv-Meßing.

Berg-Inform. part. 2. f. 56.
Matth. Hom. 10.
Jungh. K.
Albini Meißnische Berg-Chronic. Tit. 17. f. m. 139.
Berg-Bau-Sp. post indic. lit. K.
Löhneyß/ part. 5. cap. 9. §. 15. & 16.
Ercker/ lib. 1. f. m. 6. item, lib. 4. Append. f. 302.
Modest. Fachs in der Vorrede seines Probier-Büchleins.

2.) Eine Berg-Art grauer Farbe/ daraus die blaue Farbe gemachet wird.

Berg-Inform. ibid.
Berg-Bau-Sp. lib. 3. cap. 28. §. 12. item: post indic. lit. K.

3.) Das Berg-Gespenste.

Berg-Inform. ibid.
Berg-Bau-Sp. post indic. lit. K.
Meltzer/ d. Hermund. Metall. part. spec. cap. 5. §. 10.

*** Von des Kobolds Natur und Eigenschafft handelt ferner

Albin. d. Tit. 17.
Encelius lib. 1. cap. 21. seqq.
Löhneyß/ part. 5. cap. 10. §. 9. & 10.

**** Wie die Proben zu nehmen?

Berg-Bau-Sp. lib. 4. cap. ult. §. 5.
Löhneyß/ Part. 7. cap. 77. f. m. 160.

***** Wie der Kobold zu gute zu machen?

Berg-Bau-Sp. lib. 6. cap. 20.
Löhneyß/ Part. 6. cap. 18. f. m. 111.
Modest. Fachs/ d. l. it. p. m. 20. sqq.

****** Wenn er mit unter denen Zwittern bricht/ machet er das Zien brüchig und weiß-fleckigt.

Berg-Bau-Sp. lib. 6. cap. 11. §. 5.

******* Mancher Kobold ist Kupffer-Nicklisch/ und so er aussen am Tage im Wetter lieget/ frißt ihn der Kupffer-Nickel dermassen/ daß er wie Sand oder Treber zerfället/ und allen Hald verleuret.

******** Matthesius berichtet/ daß man auff der Unruhe einen Kobold ausgeführet/ der nichts gehalten; Als er aber eine Zeit lang am Wetter gelegen/ hätte man Silber darinnen gefunden. Und hält also dafür/ daß manche Erze auch auff der Halde wachsen.

Matth. Hom. 3. f. m. 48. b.

********* Wegen der Kobold Parthiererey/ worvon in der Berg-Information, part. 1. fol. 104. §. 3. Meldung geschiehet/ ist in dem Churfürstenthum Sachsen die Straffe nicht nur auff 500. Thaler Geld/ sondern auch gar auff Lebens-Straffe und den Strang gesetzet.

********** In dem Berg-Schöppen-Stuhl zu Freyberg/ ist den 28. Julii 1680. f. 124. b. an den Churfürstl. Sächs. Zehendner und das Berg-Amt zu Schneeberg/ dieses Urthel gesprochen worden:

WIrd Jonas Hanert beschuldiget/ als ob er Kobelt-Parthiererey getrieben/ und in specie am 15. Martii jüngst hin ein verschlossen Fäßel/ worinnen zum wenigsten an die 40. Pfund Kobelt und Grauplein gewesen/ von seinem Wohnhause in die Zeche/ 15. Wochen genannt/ durch seine Tochter führen lassen; Gestalt ihn dann der Kobelt-Uberreuther/ Hanß George Drescher/ darüber angetroffen/ und gesehen/ daß er solches in die bey der Zechen befindliche Cammer gebracht/ allda aufgeschlossen/ den Sack/ welcher darinnen gelegen/ und mit Kobelt und Gräuplein angefüllet gewesen/ in geschwinder Eyl heraus gezogen/ das Band davon weggerissen/ und alles zusammen auf seinen allda gehabten Kobelt-Vorrath gestürtzet/ auch geschwind/ sowohl mit Händen/ als Füssen/ es unter einander gemenget habe. Ob nun wohl Inquisit bey der articulirten Verhör vorgegeben/ es wäre in dem Sacke nicht mehr als 3 Stüfflein Kobelt/ samt ein paar Hand voll Kleines/ zusammen an die 10. biß 12. Pfund/ gewesen/ und hätte er jenen von Hanns David Wecken/ Kürschnern/ verehret bekommen; dieses aber von seiner Zeche genommen.

Nachdem aber die angebrachten Exceptiones in Actis nirgends erwiesen; Hingegen Inquisit durch Hannß George Dreschers Eydliche Aussage ad Art. 4. 6. 8. 11. 13. 17. 18. & seqq. in unterschiedene Wege verdächtig gemachet/ und inter die/ bey der Gerichtlichen Haussuchung/ unter einem Span-Bette/ ein Säcklein mit geschmeltzten Wismuth-Graupen/ worauff Strohe gedecket gewesen/ gefunden worden; Hiernechst auch der Steiger auff St. Catharinen Neufang/ Oswald Unger/ fol. actor. 13. b. bezeuget und ausgesaget/ daß dergleichen Kobelte/ wie diese Stuffen waren/ auf den Sohlbänder-Kieß/ in seiner Zechen/ brächen und anzutreffen; So erscheinet hieraus/ und andern in Actis enthaltenen Umständen allenthalben so viel/ daß Inquisit sich mittelst eines Cörperlichen Eydes/ worzu auch wohl ein Geistlicher gebrauchet werden mag/ zu reinigen/ und daß die drey Stuffen Kobelt/ so er am 15. Martii, nechsthin/ durch seine Tochter in die Zeche bringen lassen/ und allda/ in Gegenwart des Kobelt-Uberreuthers/ aus dem Sacke in die Cammer geschüttet/ eben diejenigen seyn/ welche ihme Hanns David Wecker verehret/ ingleichen/ das darbey gewesene Kleine/ aus keiner andern/ als aus seiner eigenen Zechen/ gewonnen worden/ zu schweren schuldig. Würde er nun solches thun und præstiren/ so wäre er von der wider ihn angestellten Inquisition billig zu entbinden und loßzuzehlen; Im Verweigerungs-Fall aber hättet ihr denselben/ nach Inhalt des am 6. Julii Anno 1672. ausgegangenen Churfürstl. gnädigsten Mandats, in Straffe zu nehmen/ oder deßhalber unterthänigsten Bericht einzusenden/ und gnädigste Anordnung darauff zu gewarten. V. B. R. W.

*********** Wird kein Erb-Kur verbauet. 

infr. Kur/ §. 25.


p. 296

* Ochra oder Ockergelb.

§. 1. Eine metallische gelbe Erde. Wird beschrieben von

Albin. Meißn. Berg-Chronic. Tit. 23. [!] f. m. 176. sqq.
Encelius lib. 2, cap. 20.


pp. 433–434

* Zinnober.

§. 1. Dessen Natur und Eigenschafft beschreibet

Encel. lib. 2. cap. 24. & 25.
Ercker/ lib. 4. Append. f. m. 301.