Stieglitz 1796/III

Christian Ludwig Stieglitz, Encyklopädie der bürgerlichen Baukunst, in welcher alle Fächer dieser Kunst nach alphabetischer Ordnung abgehandelt sind. Ein Handbuch für Staatswirthe, Baumeister und Landwirthe III (K–M), Leipzig [Caspar Fritsch] 1796.


pp. 3–23

Kalk

Kalk, ist das bekannte Materiale, das aus Kalksteinen oder auch aus Gypssteinen gebrannt und mit Sand vermischt wird, womit man theils die Steine der Mauern, welche eine Mauer oder Wand ausmachen sollen, zusammen verbindet, theils auch die Mauern und Wände abputzt und Estrich daraus verfertigt.

Es giebt vorzüglich zweyerley Arten von Kalk. Die erste Art wird aus Kalksteinen gebrannt und gemeiniglich Lederkalk genannt, weil die Gerber bey der Zubereitung des Leders sich desselben bedienen; er heißt aber auch Bitterkalk, weil er einen bitterlichen Geschmack hat. Die zweyte Art wird aus Gypssteinen verfertigt und führt die Namen Gypskalk, Bindekalk, Sparkalk, trockner Kalk. Die Kalksteine machen ein zischendes Aufbrausen, wenn man eine Säure, als wie Scheidewasser, auf sie gießt. Aus diesem Aufbrausen wird ihre Güte erkannt, und je stärker dieses unter dem Scheidewasser ist, je ergiebiger sind auch die Kalksteine. Lößt nun der Kalkstein in der Säure sich ganz auf, so ist er rein; bleiben aber noch unaufgelößte Erden zurück, als Thon, Gyps, Sand, oder dergleichen, so ist er nicht rein und nicht gut. Steine, die nur einigermaßen milchen, wenn man Scheidewasser darauf gießt, geben keinen gut bindenden Kalk. Man findet freylich selten ganz reine Kalksteine, doch wird man durch jene Probe in den Stand gesetzt, den bessern von dem schlechtern zu unterscheiden. Auf die Farbe der Kalksteine kommt es nicht an, sie mag graulich, oder grünlich, oder anders aussehn, wenn sie nur rein und nicht mit andern Steinarten vermischt sind. Der Marmor ist der feinste und reinste Kalkstein, der den besten Kalk giebt. Der Gypsstein macht unter dem Scheidewasser kein Aufbrausen, sondern es zieht sich dieses in den Stein ein. Aus Gypssteinen, die so rein und durchsichtig wie Glas sind, und die daher Marienglas genannt werden, wird der feinste Puppengyps gebrannt, aus einer grobern Steinart aber derjenige Gyps, den man zum Vermauern braucht. Der Alabaster ist hierzu der beste Stein. Man hat auch eine Art gypsartigen Kalk, welcher von seiner dunkelgrauen Farbe grauer Kalk und auch Mehlkalk genannt wird, weil er, wenn er, gebrannt, lange an der Luft liegt, sich wie Mehl zerbröckelt, und dadurch ganz unbrauchbar wird. Dieser bindet geschwinder als der Lederkalk.

Außer diesen beyden Arten von Kalk hat man noch zwey andere, nehmlich den Muschelkalk und den Mergelkalk. Der erste wird aus Muschelschalen und Schnecken gebrannt, der zweyte aber aus einer weißen oder gräulichen Kalkerde, daher er auch richtiger Erdkalk genannt wird. Daß man diese Erde Mergel nennt, ist falsch, denn der Mergel hat nichts kalkartiges, sondern ist ein Gemenge von Thon und einer alkalischen Erde, das in dem Kalkofen entweder hart brennt oder verglaset wird, und daher, nach diesem, im Wasser nicht kann aufgelößt werden.

Zu Wien hat man angefangen sich eines aus Eyerschalen gebrannten Kalkes zum Ausweißen der Zimmer zu bedienen. Dieser Kalk trocknet geschwinder, ist auch gesünder als der gewöhnliche Kalk; allein wo soll man einen hinlänglichen Vorrath von Eyerschalen herbekommen, um nur zu einem mäßigen Vorrathe dieser Kalkart zu kommen.

Soll der Kalk zum Bauen und Mauern gebraucht werden, so muß er gebrannt, gelöscht und mit Sand vermischt werden. Der bloß gelöschte Kalk wird Weißkalk genannt, der mit Sand vermischte Kalk aber erhält den Namen Mauerkalk, Mauerspeise, Mörtel. Das Brennen wird in einem besonders dazu gebauten Ofen vorgenommen, welcher der Kalkofen heißt und dessen Einrichtung so wie das Brennen selbst hernach wird beschrieben werden.

Der Bitterkalk erfordert, nachdem die Kalksteine mehr oder weniger hart sind, auch mehr oder weniger Zeit zum Brennen. Gemeiniglich gehören vier bis sechs Tage Zeit und ein fortgesetztes starkes Feuer dazu. Bey harten Steinen aber, oder wenn widrige Windstürme einfallen, müssen, zu dem vollkommenen Durchglühen, noch ein oder ein paar Tage mehr genommen werden. Das Brennen ist deswegen nöthig, um alle fremdartige Theile, vornehmlich das Wasser, die Luft und das brennliche Wesen aus den Kalksteinen auszutreiben. Zu wenig Feuer macht nur die äußern Theile des Steines gut und die innern bleiben unaufgelößt, wodurch sowohl diese als auch die um dieselben herumliegenden Theile unkräftig bleiben. Wird er aber zu stark gebrannt, so verbrennt er und verliert seine Kraft zum Zusammenziehn und Binden. Die Steine sind, wenn sie aus dem Ofen kommen, ungefähr ein Drittel, auch wohl die Hälfte leichter, als sie vorher waren, wenn sie gut gebrannt sind, denn sind sie nach dem Brennen noch schwer, so sind sie inwendig noch roh und unaufgelößt. Oft erhält man auch aus einem und eben demselben Ofen, Kalk von verschiedener Güte. Die Steine sind entweder nässer oder trockner, größer oder kleiner, da sie denn das Feuer nicht gleichförmig durchhitzen kann. Im Ofen empfindet eine Schicht mehr Feuer als die andere, nachdem der Luftzug ist oder auch die Witterung. Bey trocknen Jahren wird man den Kalk, wenn er sonst gut gebrannt wird, um ein wichtiges ergiebiger und bindender finden. Auch ist bisweilen die innere Form der Kalköfen daran Schuld, daß der Kalk nicht gleich gut gebrannt wird. Die eckigen Oefen geben selten einen gleich kräftig durchgebrannten Kalk, weil in diesen Oefen Rauchwinkel entstehn, wo die Hitze nie eine so kräftige Wirkung hat, dahingegen in den Oefen, die eine parabolische Figur haben, viel besser und leichter ein gleichartiger Kalk hervorgebracht wird. Es ist dienlich, daß die Steine, die man zu Kalk brennen will, ein Jahr und wohl noch länger an der Luft liegen, damit die Feuchtigkeit, welche der Verbindung der Bestandtheile hinderlich seyn kann, ausdunste. Was übrigens noch bey dem Brennen des Kalkes in Acht zu nehmen ist, das wird bey der Beschreibung der Kalköfen vorkommen.

Wenn der Kalk gut gebrannt ist, so wird er sich bey dem Löschen geschwind auflösen, und weder Steine noch Gries in dem Löschkasten zurücklassen; nicht gehörig gebrannter Kalk aber läßt sich bey dem Löschen schwer zertheilen. Der frisch gebrannte Kalk darf nicht lange ungelöscht liegen bleiben, höchstens nur einige Wochen, weil er sonst die Feuchtigkeit aus der Luft stark an sich zieht und dadurch geschwächt und zum Zerfallen genöthigt wird. Wird der Kalk bald nach dem Brande gelöscht, so wird, so wie es seyn soll, ein zäher Brey daraus; läße man ihm aber lange ungelöscht liegen, so wird er bey dem Löschen nur wenig dampfen und sieden, weil schon sehr viel seiner Theile aufgelößt worden sind, daher er denn nicht stark genug quillt und mehrentheils nicht als eine flüßige Masse, sondern sehr grieselich in die Grube läuft. Ist es aber nicht möglich den gebrannten Kalk bald zu löschen, oder muß man ihn weit verführen, so ist es nöthig, ihn in Tonnen oder Fässer einzuspünden und aufzubewahren, damit man den Beytritt der Luft und der Feuchtigkeiten verhindere. Da der Kalk aber auch oft bey dem sorgfältigsten Einpacken in Fässer, etwas von seiner Güte verliert, so könnte man ihn, gleich nachdem er aus dem Ofen kommt, löschen, und ihn aus dem Löschkasten in Fässer laufen lassen. Diese Fässer müssen dicht verspündet, mit dauerhaften starken Reifen versehen und inwendig mit einer Rinde von Pech und Sand überzogen seyn, damit theils der dünne Kalk nicht durchdringe, theils auch von der Luft nicht austrockene oder hart und unbrauchbar werde. Hat der flüßige Kalk sich so gesetzt, daß die Tonnen angefüllt sind, so schlägt und spündet man sie fest zu, und kann sie auf solche Art weit verführen, ohne der Güte des Kalkes zu schaden. Der Kalk, der nach dem Brennen lange an der Luft gelegen hat und also beynah zu Pulver zerfällt, heißt abgestandener Kalk.

Soll nur eine geringe Anzahl Kalk gelöscht werden, so besteht die gemeine Art, welche an einigen Orten, den Kalk setzen, genannt wird, darin, daß man den Kalk mit Wasser begießt und so fort mit Sand vermischt, bis beydes ein steifer Brey wird, und entweder in einem Haufen oder in einem Winkel zusammen geschlagen werden kann. Daselbst bleibt dieser Kalk in der Fermentation stehn und wird sodann in Kalkkasten oder Kübel gethan: und mit Wasser angefeuchtet, auch, wenn es nöthig ist, mit mehrerem Sande vermischt. Will man aber einen großen Vorrath, von Kalk mischen, so gräbt man eine viereckige Grube, eine Kalkgrube, in die Erde, welche, damit sie fest sey und die Nässe des Kalkes sich nicht in die Erde einziehe, an den Seiten, und bisweilen auch auf dem Boden, mit Bretern ausgefüttert wird. Oft pflegt man solche Kalkgruben auch auszumauern. Neben einer solchen Kalkgrube steht oben die Löschbank, der Kalkkasten, ein von Bretern zusammengeschlagener viereckiger Kasten, dessen Seiten nicht zu hoch seyn müssen, damit man desto bequemer mit Schaufeln darin herumfahren könne. Der Boden dieser Kalkbank ist, nach der Kalkgrube zu, etwas geneigt, damit der gelöschte Kalk gut in die Grube ablaufe. In die Seite des Kastens, wo er an die Grube anstößt, wird ein viereckiges Loch, etwa 1 Fuß breit, geschnitten und dasselbe mit einem Schieber versehn, der nach Belieben geöffnet oder geschlossen werden kann. Vor diesem Loche befindet sich eine Rinne, damit der Kalk desto besser ablaufen kann. Man muß, wo möglich, die Kalkbank und Kalkgrube nahe bey einem Flusse oder Teiche anlegen, damit man das Wasser nicht so weit zu tragen habe; auch kann man beyde neben einem Brunnen anlegen, um das Wasser vermittelst einer Rinne zur Kalkbank leiten zu können.

Das Löschen des Kalkes wird folgendermaßen vorgenommen. Man schüttet einige Mulden voll gebrannte Kalksteine in den Kasten, so daß sie flach neben einander liegen. Hierauf gießt man so viel Wasser darauf, daß die Steine feucht werden, aber nicht mit Wasser überschüttet sind, damit ihn die durch Anziehung des Wassers frey werdenden Feuer- und Lufttheile recht aus einander werfen und vollkommen zertheilen. Nun fängt der Kalk an zu  prasseln und verursacht einen starken Dampf, indem die Steine sich in dem Wasser erhitzen, und gleichsam kochen. So bald sie gekocht haben, werden sie mit der Kalkhacke, die einer großen Kohlhacke gleicht, aus einander gestoßen und gut durch einander gerührt und gearbeitet, damit alles völlig aufgelößt: werde. Hernach gießt man mehr und so viel Wasser dazu, daß der zertheilte Kalk eine zähe flüßige Masse wird, wobey er aber wieder mit der Kalkhacke gerührt werden muß. Hat er fremde und unreine Theile bey sich, so stößt er sie von sich ab, daß sie oben schwimmen, da sie denn mit einer Schaufel heraus können genommen werden. Man muß nicht zu wenig Wasser auf den Kalk gießen, weil er sonst unkräftig wird, oder, wie man es nennt, verbrennt, und hernach hart und trocken wird, da doch ein gut gelöschter Kalk in der Grube stets so weich wie Butter seyn muß. Giebt man ihm aber zu viel Wasser, so stößt er den Ueberfluß zurück, welches man ersäufen heißt. Um nun das rechte Maß zu treffen, so ist zu bemerken, daß der Kalk zweymal so viel Wasser vertragen kann, als er selbst ausmacht. Es kommt bey dem Kalklöschen auch viel auf das Wasser an. Man sollte daher das Wasser probiren, welches den Kalk am besten löschte. Hat man in dem nach zu gießenden Wasser vorher Küchensalz zergehn lassen, so wird die Zähigkeit des Bitterkalks nicht wenig vermehrt. Auf jeden Eimer Wasser kann eine Hand voll Salz genommen werden. Auch soll es gut seyn, den Kalk mit laulichem Wasser löschen zu lassen, weil dieses Wasser den Kalk nicht mit zu großer Heftigkeit angreift.

Mit dem Durchrühren muß so lange angehalten werden, bis alles ganz zergangen ist, und bis der Kalk durch und durch so dünn ist wie fette Milch, denn wenn noch dicke Klumpen und ganze Stücke des gelöschten Kalkes darin bleiben, so wird der Kalk in der Grube nach einigen Stunden ganz fest und hart und bekommt Risse. Braucht man solchen Kalk, der bey dem Löschen nicht gut zerstoßen und gerührt worden ist, zum Tünchen und Abputzen, so werden sich die kleinen Theilchen des Kalkes hernach an der Mauer von selbst löschen, und die Wand bekommt das Ansehn, als ob an vielen Orten mit Nägeln in dieselbe gebohrt worden sey. Ist nun der Kalk ganz dünn, einer fetten Milch gleich, und schäumet nicht mehr, so zieht man den Schieber des Kastens auf und läßt ihn in die Grube laufen. Hernach löscht man wieder andern Kalk, und fährt auf diese Art fort, bis die Grube voll oder aller vorräthiger Kalk gelöscht ist.

Wenn man während des Löschens die Dämpfe erhalten kann, so daß ihnen kein freyer Ausgang gelassen wird, so bekommt der Kalk eine stärkere Verbindung, weil mit den Dünsten zugleich leicht auch die bindenden Theile verfliegen. Es ist daher der vorher beschriebenen Art des Kalklöschens diejenige vorzuziehn, wo dasselbe verdeckt geschieht. Dieses verdeckte Löschen des Kalkes kann in einer Grube vorgenommen werden. Man wirft nemlich in die Grube eine Schicht Kalk und gießt Wasser darauf, bis der Kalk überdeckt ist, worauf man eine Schicht Sand wirft, alsdenn wieder eine Schicht Kalk nebst Wasser und Sand einlegt, und auf diese Art fortfährt, bis die Grube voll ist.

Auf eine andere Art wird der Kalk folgendermaßen verdeckt gelöscht. Man schichtet den gebrannten Kalk, auf einem reinen, ebenen, von starker schwerer Lehmerde natürlich dichten, oder erst auf Tennenart zugerichteten und wohlgeschlagenen Platze, drey Fuß hoch, und in beliebiger Länge und Breite, fein gleich in und auf einander. Hierauf beschlägt und beschüttet man ihn oben und an den Seiten herum mit gutem Feld- oder Wassersande, zwey bis drey Fuß dick, gießt alsdenn so viel Wasser, und dieses so lange darüber, bis der Sand und der darunter liegende Kalk genug durchnäßt ist. Wo der Sand, während dem Begießen, wie es oft geschieht, Risse bekommt und sich spaltet, da muß man die Spalte mit anderm Sande wieder zuwerfen, und dadurch dem von der Hitze aufsteigenden Dampfe den Ausgang verwehren. Auf diese Art kann der Kalk auf keiner Seite ausdunsten und behält also seine ganze Kraft wohl verschlossen in sich selbst. Dieser so zubereitete Kalk wird trocken gelöschter Kalk genannt.

Es geschieht bisweilen, daß man den Kalk, gleich nach dem er gelöscht ist, verbraucht und zu Mörtel macht, und ihn daher noch warm verarbeitet. Allein da dieses selten möglich und auch nicht vortheilhaft ist, so muß man ihn in Gruben aufbewahren, um ihn im nöthigen Falle gleich bey der Hand zu haben.

Wenn der gelöschte Lederkalk in Gruben aufbewahrt wird, so nennt man dieses, einsümpfen. Durch das lange Liegen wird der Kalk, von Zeit zu Zeit, kräftiger und bindender, weil der Kalk oft doch nicht so ganz gleichförmig gebrannt ist, in der Grube aber allmählig noch aufgeschlossen wird. Oft findet man den Kalk, nach dem Löschen, noch grieslich, und dieses ist ein Kennzeichen, daß er noch nicht genug aufgeschlossen oder nicht tüchtig gebrannt ist. Liegt er nun eine Zeitlang, eingesümpft, so erfolgt eine nähere Auflösung seiner Theile, und man bemerkt, daß er alsdenn ohne Griesel, wie ein fast durchsichtiger Kleister erscheint. Es thut daher ein jeder Grundstücksbesitzer gut, wenn er eine Kalkgrube hat, in welcher sich immer ein Vorrath gelöschter Kalk befindet, um bey Ausbesserungen der Gebäude gleich guten und lange gelöschten Kalk bey der Hand zu haben; denn frisch gelöschter Kalk hat oft nicht viel mehr Halt, als Lehm. Will man aber einen Hauptbau vornehmen, so ist es nöthig, einige Zeit vorher den Kalk zu löschen und ihn einzusümpfen. Auch die Erfahrung hat es gezeigt, daß der gelöschte Kalk immer besser wird, je älter er ist, denn man hat sehr alte Kalkgruben gefunden, in welchen der Kalk so fett wie ein Speck war. Auf jedes Jahr, das er in der Grube zubringt, kann man zwanzig bis dreyßig Jahre rechnen, die er alsdenn länger im Winde und Wetter aushalten kann, wenn er nicht zwey oder drey, sondern wenigstens zehn Jahre in der Grube gesteckt hat. Je kürzere Zeit er daselbst gelegen hat, desto eher wird er von der Wand abspringen und Risse bekommen.

Eine Kalkgrube muß gut verwahrt werden, damit der eingelöschte Kalk niemals sein Wasser verliere und die Luft ihn nicht berühren kann. In der Grube ist er von fünf Seiten gesichert, und man darf daher nur alle Sorgfalt anwenden, daß die Oeffnung derselben, oder die obere Seite, gut verwahrt werde. Bleibt der Kalk oben frey, so vertrocknet er im Sommer oben her, im Winter aber gefriert er. Durch beydes wird er gänzlich unbrauchbar. Denn wollte man auch diese getrockneten Theile wieder zur Auflösung bringen, so ist doch in diesen schon einmal verbundenen Theilen keine Cohäsion mehr, und wenn die Erhärtung des Kalkes in der Grube geschieht, so hat man in den Mauern sicher keine zu hoffen. Um diesem Uebel vorzubeugen, überdecke man den Kalk zu oberst in der Grube einige Fuß hoch mit Mauersand. Hat man nun Kalk vonnöthen, so steche man ihn horizontal und Schichtweise aus der Grube, und brauche den darauf liegenden Sand so gleich zu dessen Vermischung, streue aber dafür auf die Kalkfläche neuen Sand. Es ist eine üble Gewohnheit, wenn der Kalk nicht auf diese Art aus der Grube gestochen wird, sondern wenn man ihn lothrecht einen oder etliche Spatenstiche tief aussticht, denn auf diese Art kann der übrige Kalk in der Grube nicht gehörig bedeckt und vor dem Austrocknen verwahrt werden.

Man thut sehr gut, wenn man bey dem Löschen einer großen Menge von Kalk mehr als eine Grube macht, und jede gehörig bedeckt, sodann bey dem Gebrauche eine Grube nach der andern öffnet. Dieses ist besser, als wenn man eine einzige große Grube machte, in der man den übrigen Kalk, wenn etwas ist herausgenommen worden, nicht gleich, und so leicht als in einer kleinen Grube, wieder bedecken kann.

Soll nun dieser gelöschte und eingesümpfte Kalk zum Mauern verbraucht werden, so muß man ihn mit Sand vermischen. Diese Mischung erhält den Namen zubereiteter, gemachter, auch Sandkalk, vorzüglich aber wird er Mörtel genannt. Durch den Sand werden dem Kalke mehr Berührungspunkte gegeben, er nimmt dadurch eine Steinhärte an und er würde ohne Sand nicht ganz austrocknen und nicht bindend werden, sondern sich schnell zusammen ziehn und Risse bekommen.

Der Sand, der zum Mörtel genommen werden soll, muß rein und hart und nicht mit thonartigen oder erdigen Theilen vermischt seyn, weil er sich sonst mit dem Kalke nicht fest verbindet, auch die Feuchtigkeiten aus der Luft an sich zieht und also das Mauerwerk feucht macht. Es giebt aber zweyerley Arten von Mauersand, Flußsand und gegrabener Sand.

Der Flußsand ist der beste, weil alle fremden Theile durch das Wasser abgespühlt sind und er rein, scharf und trocken ist. Dieser Sand wird an den Ufern der Flüsse zusammen geschöpft, oder auch auf Kähnen mit langen Krükken aus der Tiefe der Flüsse heraus gehoben. Nur muß man in dem Flusse nicht zu tief darnach graben, weil der Sand sonst mit Erde und Schlick vermischt ist. Der Seesand ist zum Mörtel nicht tauglich, indem er salinische Theile bey sich hat, welche die Feuchtigkeit aus der Luft an sich ziehn, daher verursachen würden, daß die Mauer nicht trocken und fest werden könnte. Ueberdieß ist ein solcher Sand auch nicht rein und mit vielen kleinen Muschelstücken vermischt. Ehe man den Flußsand zur Kalkmischung braucht, muß er einige Zeit an der Luft gelegen haben und ausgetrocknet seyn.

Der gegrabene Sand, den man in der Erde findet, ist sehr selten so rein wie der Flußsand, sondern hat gemeiniglich erdige und oft auch mineralische Theile bey sich. Da ein solcher Sand zu der Mischung mit dem Kalke nicht gut ist, so muß man ihn erst probiren. Glaubt man, daß er erdige oder thonige Theile bey sich hat, so darf man nur etwas Sand in eine Schüssel mit Wasser thun, und ihn umrühren. Macht er nun das Wasser trübe, so ist es ein Zeichen, daß viel Erde darunter sey; bleibt das Wasser aber hell und der Sand knirscht, wenn man ihn in der Hand reibt, so ist er gut. Der Sand, der eine Zeitlang liegt und bewächst, ist nicht rein, denn das Bewachsen ist ein sicheres Kennzeichen, daß Erde darunter sen.

Bisweilen hat der Sand eine starke Säure bey sich, die bey der Vermischung mit Kalk eine immerwährende Feuchtigkeit unterhält, und das Holz in den Gebäuden leicht angreift und zerrüttet. Um nun zu probiren, ob der Sand eine solche Säure hat, so nimmt man ein Mauerfaß voll Sand, gießt reines Wasser darauf, das aber weder eine Säure noch eisenartige Theile hat, rührt den Sand einige Mahl unter einander, damit das Wasser die fremden Theile des Sandes abspühle. Hat sich der Sand gesetzt, so gießt man das Wasser in ein besonderes Gefäß ab. Dieses Wasser läßt man über einem gelinden Kohlfeuer abrauchen, bis ein geringer Bodensatz übrig bleibt, den man mit der Zunge, oder mit gestoßenen Galläpfeln, oder mit Oleum tartari probiren kann. Wenn die Zunge schon die Säure empfindet, so ist der Sand gewiß sehr reich davon. Sind die Galläpfel eingemischt worden, und es verändert sich die Farbe des Wassers in eine röthliche oder violetartige Farbe, so ist auch dieses ein Kennzeichen, daß der Sand eine Säure an sich hat. Aendert sich das Wasser durch das Oleum tartari, so kann der Sand ebenfalls nicht zum Mörtel gebraucht werden.

Will man nun gegrabenen Sand zum Mörtel nehmen, und man findet, daß er unrein ist, so muß man ihn vorher schlämmen, wodurch die erdigen oder thonigen Theile zurückbleiben, und man einen sehr reinen Sand bekommt. Hat der Sand aber Säuern bey sich, so ist es am besten, ihn ganz zu verwerfen.

Bisweilen kann man auch Mauersand aus Sandsteinen zubereiten. Man muß diese Steine klar klopfen; will man aber eine große Menge solchen Sand haben, so muß man sich eines Pochwerkes bedienen, in welchem die Steine klar gestampft werden. Wo es Steinbrüche giebt, da findet man bisweilen verwitterte Strecken, die lauter Sand sind, und die zum Bauen vortreffliche Dienste leisten. Das, was die Steine verbindet, ist ausgewittert, und es sind nur die Steintheilchen übrig geblieben, die ganz frey von Erde sind.

Kann man gar keinen tauglichen Mauersand bekommen, oder würde es, diesen herbey zu schaffen, viel Kosten machen, so kann man sich auch anderer Materien zur Beymischung des Kalkes bedienen, um einen guten Mörtel zu erhalten. Unter diese gehören zerstoßene gut und hart gebrannte Ziegel, zerstoßene alte gut gebrannte thönerne Geschirre und Ofenkacheln, Feilspähne von Eisen, Schmiedehammerschlag, klein gestoßene Eisenschlacken, besonders die großen weißen und schwammigen Schlacken, zerstoßene Glasscherben, Steinkohlen, Tufstein, der auch Traß oder Cement genannt wird und vorzüglich bey Wasserbauen gut zu gebrauchen ist. Einem Landwirthe ist es anzurathen, sich ein Magazin von Abgängen der Ziegel, von alten thönernen Gefäßen und Gläsern zu machen, und dieses von dem Gesinde in müßigen Stunden klar stoßen und durchsieben zu lassen, um es zur Mischung des Kalkes zu gebrauchen. Ein Theil Ziegelmehl mit zwey Theilen scharfen Wasserfände, zu der gehörigen Quantität Bitterkalk gemischt, giebt einen Mörtel, der im Wasser und an feuchten Orten sehr bald bindet und sehr fest wird.

Die Puzzolana, die man in einigen Gegenden Italiens, nemlich um Neapel und Rom, findet, thut zur Mischung des Mörtels vortreffliche Dienste. Sie ist eine vulcanische Asche. Sie ist theils röthlich oder gelbbraun, theils schwarz, theils grau. Die graue ist so fein, wie Mehl, die schwärzliche ist mehr eisenartig, schwerer und trockner, als die andere, und dient vorzüglich zum Wasserbau. Der Mörtel, der mit Puzzolana gemischt wird, wird fast härter als die Steine selbst, die er verbindet. Die Lagen der Puzzolana um Rom gehn tief unter die Erde; ganz Rom ist untergraben, um diese Erde herauszuholen, und diese Gänge gehn meilenweit, und sie sind die bekannten Catacomben.

Die sogenannte Asche von Tournay, die man auch anstatt des Sandes zum Mörtel gebraucht, und die in der Gegend dieser Stadt gefunden wird, ist eine Masse kleiner Partikeln eines sehr harten blauen Steines, welche abfallen, wenn man diese Steine brennt, um Kalk daraus zu erhalten. Diese Partikeln fallen unter den Rost, mischen sich unter die Asche von Steinkohlen und machen zusammen eine Mischung aus, die ein vortreffliches Bindungsmittel beym Kalk abgiebt.

Man macht bey dem Sande einen Unterschied unter Grand und Sand, wovon der erste grob ist, der andere aber aus lauter feinen Theilchen besteht, und jener zum Vermauern, dieser aber zum Putzen gebraucht wird. Der Mauersand braucht nicht klar zu seyn und kann Körner von dem Viertel eines Zolles, auch wohl darüber haben, nur müssen nicht alle Steinchen so groß seyn. Im Gegentheile würde ein feiner Sand keine recht gute Verbindung zuwege bringen, und die Erfahrung bestätigt es, daß der gar zu feine Sand keine gute Verbindung vermittelt, der gröbere aber weit kräftiger anzieht. Dem ungeachtet muß der Sand gleichförmig seyn und nicht gar zu große Steine bey sich führen. Um ihn gleichförmig zu erhalten, wirft man ihn durch ein Drahtgitter, das so enge geflochten ist, als die Steinchen in dem Sande seyn dürfen. Zu große Steinchen würden gar zu große Fugen zwischen den Mauersteinen geben, wodurch auf alle Fälle eine schlechte Mauer entstehen muß. Je geringer und zärter die Fugen sind, desto dauerhafter ist die Mauer. Wenn man Grundlagen mit großen Feldwaken macht, so kann man auch den gröbsten Sand zu dem Kalke nehmen, welcher bessere Dienste leistet als der feine. Zum Schlämmen, Putzen und Weißen muß man den feinsten Sand wählen, weil sonst die Wände ein rauhes und schlechtes Ansehn bekommen. Dieser Sand muß, ehe er gebraucht wird, durch ein enges Sieb gesichtet werden.

Was nun die Mischung des Kalkes und des Sandes selbst anbetrift, so ist dabey zu bemerken, daß man weder zu viel noch zu wenig Sand zu dem Kalke thun muß, denn thut man zu viel dazu, so wird der Mörtel zu mager, mischt man zu wenig darunter, so bleibt der Mörtel zu fett, und er wird in beyden Fällen nicht gut binden. Das beste Verhältniß dieser Mischung wird seyn, wenn man ein und ein halb bis zwey Theile Sand und einen Theil Kalk nimmt. Ist der Kalk aber aus sehr festen und guten Steinen gebrannt, so verträgt er drey Theile Sand gegen einen Theil Kalk. Wird noch mehr Sand dazu genommen, so wird der Mörtel niemals gut werden.

Um diese Materien unter einander zu mischen, so mache man eine Mörtelpfanne, oder einen viereckigen Kasten, an dem Orte, wo gebaut wird, thue den gelöschten Kalk und den Sand hinein, und vermische beydes so lange mit einander, bis der Mörtel nicht mehr an der Kelle oder Schippe hängen bleibt, sondern langsam herunter fließt, wenn man sie herauszieht. Die Güte des Mörtels beruht vornemlich auf dem Durcharbeiten, denn je besser dieses gemacht wird, desto mehr kommen die Theile des Kalkes und Sandes recht unter einander und desto fester kann der Mörtel binden. Hernach gieße man etwas Wasser darauf und rühre mit einer Schippe oder Kelle alles unter einander. Diesen so zubereiteten Mörtel gebrauche man gleich, und man mache nicht zu viel Mörtel in Vorrath, vornemlich keinen auf den andern Tag, damit er nicht zu trocken werde. Denn wenn er schon etwas getrocknet ist und wieder angefeuchtet werden muß, so bindet er schlecht.

Die Gypssteine, woraus der Gyps- oder Spar-Kalk gemacht wird, werden sechs bis acht Stunden in einem Ofen durchglüht. Bisweilen werden sie aber auch vier und zwanzig Stunden lang gebrannt, und dadurch bekommt das davon kommende Produkt die Eigenschaft, daß es auch erst nach vier und zwanzig Stunden bindet.

Nach dem Brennen muß der Gyps für Regen und Feuchtigkeiten noch behutsamer, als der Lederkalk, in Acht genommen, und bey den Baustellen an einen guten trocknen Ort gelegt werden, weil er durch die geringste Feuchtigkeit, die er in sich gezogen hat, sogleich hart und zu fernerm Gebrauche undienlich wird. Am besten ist es, ihn nach dem Brennen gleich zu verbrauchen. Wenn dieses aber nicht angeht, so muß er an dem trockensten Orte aufbewahrt werden. Soll er von dem Ofen weit weg gebracht werden, so muß er in dichte Säcke gethan oder in einen wohlverwahrten und mit einer dichten Bedeckung versehenen Karren geladen werden. Er wird auch nicht gelöscht, wie der Lederkalk, sondern zu einem feinen Pulver gestoßen oder klein gemahlen, und, wenn er alsdenn noch nicht fein genug seyn sollte, durch ein Haarsieb gesiebt. Mit dem Zerstoßen des Gypses wird gemeiniglich so verfahren. Vor dem Ofen muß sich eine dichte wohlverwahrte und geräumige Tenne befinden, deren Boden aus einer dicht zusammen gestampften Thon- oder Letten-Erde besteht, worauf das Zerstoßen vorgenommen wird. Hierzu werden Stampfer aus Zoll dicken, Fuß langen und etwas schmählern Bretern von hartem Holze gemacht; in diese werden 3 Fuß lange und etwas gebogene Stangen oder Handhaben nicht senkrecht, sondern nach einem Winkel von 10 bis 60 Grad fest eingestoßen. Wenn nun die Steine erst im Großen mit einer Keule zerschlagen sind, so werden sie mit Schaufeln aus einander in eine Lage von Fuß hoch gebracht, und es wird mit den Stampfern so dagegen geschlagen, daß das Zerstoßene mit den Schlägen von den andern abgesondert und vorwärts eine neue Lage gemacht werde. Dadurch wird der Gyps zermalmet, daß er, wo nicht ganz zu Pulver gestoßen wird, doch keine großen und ungleichen Stücke behält. Ist ein Haufen Gyps auf diese Art klein geschlagen, so wird er mit Schaufeln auf ein aufgestelltes und den grossen Garten- oder Erdsieben ähnliches Sieb geworfen. Der Drath auf diesem Siebe darf nicht fächerweise geflochten, sondern er muß in die Queere 1/6 bis 1/4 Zoll weit von einander gezogen seyn. Vermittelst dieses Siebes werden die noch übrig gebliebenen größern Stücke des Gypses von dem feinen Gypse abgesondert, und alsdenn noch einmal den Schlägen vorgeworfen, damit der Gyps zusammen gleich klein gemacht werde. Bisweilen wird bey dieser Arbeit der Gyps mit Wasser besprengt, damit er nicht zu sehr stauben soll; allein dieses ist höchst schädlich und verdirbt den Gyps ganz und gar, so daß er alsdenn nicht weiter bindet.

Besser als dieses Zerstoßen ist das Mahlen des Gypses auf besonders dazu eingerichteten Mühlen. Sie werden wie ordentliche Mahlmühlen angelegt, nur daß die Mahlsteine etwas härter und größer seyn müssen, und dabey keine Staubbeutel nöthig sind. Durch die Kumpen werden die Gypssteine aufgeschüttet, und wenn sie durch die Mahlsteine gegangen sind, so fällt der klein geriebene Gyps in eine daneben gemachte Grube, aus welcher er gleich ausgemessen werden kann. Vor dem Aufschütten müssen die Gypssteine etwas klein geschlagen werden. Man hat auch Stampfmühlen, nach Art der Pochwerke, zum Kleinstoßen des Gypses gebraucht, man hat sie aber nicht so gut wie die Mahlmühlen gefunden.

Je zarter der Gyps ist, je besser bindet er, weil sich in diesem Falle die Gypstheilchen mit dem Wasser besser verbinden und gleichförmiger zusammen ziehen können. Kann man diesen gestoßnen Gyps nicht gleich gebrauchen, so thue man ihn in gut verwahrte Fässer und stelle sie an einen trocknen Ort.

Bey dem Gebrauche des Gypses ist zu beobachten, daß man niemals mehr einmacht, als man auf einmal verarbeiten will. Hierzu nehme man ein wohlverwahrtes Gefäß, thue den Gyps hinein und breite ihn eben aus, alsdenn gieße man helles und reines Wasser so viel unter den Gyps, daß er ein dünner Brey wird, und rühre dieses gut unter einander, damit alle Gypstheilchen hinlänglich befeuchtet werden. Diese Masse muß geschwind verarbeitet werden, und je geschwinder dieses geschieht, je kräftiger zieht sie an und macht eine gute Verbindung. Während dieser Verarbeitung darf kein Wasser mehr dazu gegossen werden, weil dieses sogleich die Verbindung hindern würde, und man muß daher sogleich bey dem Einmachen die rechte Quantität Wasser hinzu thun. Wenn man den Gypskalk mit saurer Milch oder Essig einrührt, so macht dieses eine festere Masse, als durch die Vermischung des Wassers hervorgebracht wird. Weil aber diese Vermischung kostbar ausfallen würde, sie doch aber vortheilhaft ist, so ist es gut, wenn man das Wasser durch etwas zugegossenen Essig oder durch eingelegte saure Kräuter versäuert. Um recht festen Gyps zu erhalten, womit man eiserne Klammern und der gleichen einkütten oder auch Quadersteine verbinden kann, so nehme man zwey Theile Gyps und einen Theil Eisenfeilspäne oder Hammerschlag, und rühre dieses mit Essig ganz flüßig ein,

Der Gyps wird bey Bauarbeiten selten ohne Beymischung von Sand oder Kalkmörtel gebraucht, vorzüglich aber nur zu dem letzten Ueberzuge der zarten Gesimse, und zu berohrten Decken und ihren Gesimsen, weil er geschwind bindet, der Kalkmörtel hingegen leicht wieder abfallen könnte, ehe er erhärtet.

Vermischt man den Gyps mit Sand, so mache man einen Kasten, so wie bey dem Kalkmörtel. Hierein wird der Gyps und der Sand gethan, auch Wasser darauf gegossen und alles wohl unter einander gerührt. Man nehme aber nur höchstens den dritten Theil Sand gegen den Gyps, weil bey mehr Sande die Verbindung verhindert wird. Der Sand muß so rein, hart und trocken seyn, wie der, welcher zur Mischung des Kalkes gebraucht wird. Diese Masse vermaure man geschwind, ehe sie hart wird.

Dieser Gypskalk ist vorzüglich da zu gebrauchen, wo man bey Veränderung der Gebäude, altes und neues Mauerwerk mit einander verbinden muß, und man kann ohne Sorgen seyn, daß, wenn sonst gehörig verzahnt und eingespitzt worden ist, kein Theil von dem andern sich abtrenne, oder sich senke, wie es bey dem Lederkalk fast allgemein geschieht, weil dieser nicht sobald austrocknet und seine Feuchtigkeit Jahre lang behält. Mauern, mit Gypskalk aufgeführt, können gleich berappt werden, welches man bey dem Lederkalk nicht wagen darf. Will man verblenden, so kann es mit Gypskalk mit Sicherheit geschehn, ohne zu befürchten, daß das Holz angegriffen werde, da der Lederkalk durch seine Feuchtigkeit leicht das Vermodern und die Fäulniß nach sich zieht.

Kalkmörtel wird unter den Gypsmörtel gemischt, wenn man Estrich auf Fußboden machen will. s. Estrich. Doch kann man diese Mischung auch zu den Mauern gebrauchen, und der Mörtel, der aus Sparkalk und Lederkalk zusammen gesetzt wird, ist gewiß fester als der bloße Lederkalk. Oft wird auch die Benennung Mörtel, vornemlich nur von dieser Mischung gebraucht.

Der Mehlkalk oder der graue Kalk bindet sehr fest und geschwinder als der Lederkalk, daher er bey Wasserbauen sehr gut zu gebrauchen ist. Man darf davon nicht mehr einmachen, als man in einer kurzen Zeit verbrauchen kann, weil er, wenn er lange eingemacht liegt, alle Kraft zum Verbinden verliert.

Der Muschelkalk, der an solchen Orten gebraucht wird, die an der Seeküste liegen, wo man viele Muschelschalen hat, wird also zubereitet. Man trägt eine Menge Muschelschalen auf einen Haufen zusammen, bedeckt sie mit Torf und etwas Holz, und steckt dieses an. Der Torf und das Holz brennen alsdenn die Muscheln zu einer Asche. Dieser Kalk dient blos zum Mauern, zum äußerlichen Abputzen taugt er gar nicht, weil er eine Schärfe annimmt oder erzeugt, die man Salpeterfraß nennt, wodurch er gleich im ersten Jahre wieder abfällt. Daher werden an solchen Orten die Häuser mehrentheils nur glatt abgerieben, und mit Oelfarben angestrichen, oder die Fugen zwischen den blos gelassenen Steinen weiß verputzt.

Viele ziehn den Muschelkalk dem Kalk, der aus Steinen gebrannt wird, vor; allein sie irren, und der Steinkalk ist allezeit besser. Wenn der Muschelkalk gelöscht worden ist, so bleiben noch viele ungebrannte Muscheln und Kieselsteine darin übrig, die bey dem Vermauern viel Unheil anrichten. Sie hindern nicht nur die Zusammenstoßung der Steinfugen, sondern es wird auch da, wo sie liegen, die gegenseitige Verbindung der feinen Theilchen verhindert. Es sammeln sich auch um ihnen die Feuchtigkeiten der zwischen ihnen liegenden Theile, wodurch die Versteinerung der Mauer ungemein verzögert wird. Man sieht auch, daß, wenn die Fugen mit dergleichen und undurchbrannten Muscheln und Kieselchen ausgestochen werden, die ganze Verkleidung in kurzem wieder abfällt. Der Steinkalk hingegen ist an fremdartigen Theilen weit reiner und folglich auch bindender. Um aber den Muschelkalk zu verbessern, und ihn von seinen Steinen zu reinigen, so muß er durch feine Siebe geschlagen werden.

Der Mergelkalk oder Erdkalk wird aus der Erde gestochen, eingesumpft, und in Formen als große Ziegel gestrichen, welche Kalksoden heißen, sodann aber in einem Ofen, mit weit weniger Feuer, als bey dem Lederkalke nöthig ist, gebrannt. Die Auflösung des gebrannten Mergelkalkes kann man nicht eigentliches löschen nennen, weil er weder Aufbrausen, noch Hitze und Dampf macht. Er kann, wie der Lederkalk, in Gruben eingesümpft, vorräthig aufbehalten werden. Bey dem Gebrauche wird zwar auch Sand dazu gemischt, allein nicht so viel als bey dem Lederkalk, wenn er binden und fest werden soll.

Man glaubt gemeiniglich, daß die Alten den Kalk und Mörtel weit besser und bindender zuzurichten gewußt hätten, als wir es jetzt zu thun im Stande wären. Allein wenn man bedenkt, daß je älter ein gut zubereiteter Mörtel wird, je mehr Festigkeit er erhält, und daß überdieß nur die guten Mauerwerke der Alten stehn geblieben, die schlechten aber zerfallen sind, so wird man einsehn, daß diese Meinung nur ein Vorurtheil ist. Da wir noch eben die Materialien haben, welche die Alten brauchten, so können wir gewiß auch einen eben so guten Mörtel machen. Es ist aber freylich, um diese Absicht zu erreichen, nöthig, alle mögliche Genauigkeit dabey anzuwenden, und nicht nur den Kalk gut zu brennen, zu löschen, und ihn, bey der Mischung mit Sand, weder zu fett lassen, noch zu mager zu machen, sondern auch gute Steine zu den Mauern zu nehmen, sie gehörig austrocknen zu lassen und nicht zu schwach zu machen, damit sie der Last, welche sie tragen sollen, widerstehn können. Auf diese Art wird man gewiß eben so gute Mauern hervorbringen, wie die Alten bauten. Wenn man aber den Kalk schont und sehr viel Sand dazu thut, oder auch mit schlechtem Sand vermischt, ihn nicht sorgsam brennt und löscht, übrigens auch schlechte Mauersteine gebraucht und die Mauern dünn baut, so ist es natürlicher Weise unmöglich, eine dauerhafte Mauer anzulegen.

Zufällige Gedanken über die nothwendige und bequeme wirthschaftliche Bauart auf dem Lande, von J. G. L., S. 260. f.

Die ökonomische Bauwissenschaft &c. von H. L. Manger. S. 64. f.

von Cancrin, Abhandlung vom Gyps- und Lederkalke. Giesen. 1790. 8.

Cph. Gottfr. Jacobi, Beantwortung der von der Societät der Wiss. in Göttingen aufgegebenen Frage: Wie ist der Mauerkalk zuzubereiten, daß er dem Winde und Wetter am längsten widerstehe. st. in 79–81 St. der Hannov. nützl. Samml. v. J. 1755.

Eben Dess. erweiterte Beantwortung der vorigen Frage, st. in Schrebers Samml. verschied. Schrift. &c. Th. III. Halle. 1765. gr. 8. S. 111. f.

Ueber den Kalkmörtel, st. in Huths allgemeinem Magazin für die bürgerliche Baukunst, Band l. Th. II. S. 211.


p. 23

Kalk-Milch

Kalk-Milch, wird das Wasser genannt, in welchem man Kalk löscht, wenn dasselbe durch die feinsten Theile des Kalkes weiß, wie Milch, geworden ist.


pp. 23–36

Kalk-Ofen

Kalk-Ofen, ist ein Ofen, worin die Kalksteine gebrannt werden, damit sie hernach zum Mörtel zubereitet werden können. Oft bekommt auch das Gebäude, worin sich ein solcher Ofen befindet, und die ganze dazu gehörige Anstalt diesen Namen. Die Größe der Kalkofen ist verschieden, je nachdem der Vorrath von Holz und Steinen größer oder geringer ist, und nachdem es die Art der Steine leidet, mehr oder weniger auf einmal zu brennen. Wo sich also Kalkbrüche oder Gypssteinbrüche befinden, da müssen Ort und Umstände, vornemlich die Eigenschaften der Kalksteine und des Gypses, so wie auch des dazu zu gebrauchenden Holzes, die Größe des Ofens bestimmen. Denn wenn, zum Beyspiel, die Steine ein scharfes Feuer erfordern, man aber kein hartes Holz, als Eichen und Buchen, sondern weiches Holz, wie Kiefern und Tannen, haben kann, so muß der Ofen nicht zu groß angelegt werden, weil nur mehr Holz darauf gehn würde, und die Steine doch nicht gahr werden würden. Ich will hier verschiedene Arten von Kalkofen beschreiben.

Bey dem Kalkofen, der in der Figur 1, 2, 3, 4, vorgestellt ist, so wie ihn Cancrin in seiner Abhandlung vom Kalke, S. 101 f. beschreibt, werden in dem Grunde desselben, zwey Abzuchten b, c, Figur 3, 4, angebracht, die sich einander durchkreutzen, und den Endzweck haben, daß sich darin die in der Erde und dem Mauerwerke befindliche Feuchtigkeit sammeln kann, damit sie sich nicht in die Mauer ziehe. Diese Abzuchten sind mit Steinen bedeckt, daß sie nicht zufallen können, und haben an ihren Enden Ausgänge, a, durch welche die feuchten Dünste in die Luft abgeführt werden. d Figur 1, 2, ist der Vorplatz für den Kalkofen, um daselbst zur Heitzung und zum Aschenloche zu kommen. e Figur 1, ist die um den Aschenfall liegende Futtermauer. Es ist gut, wenn diese Mauer mit Lehm gemauert wird, weil der Mörtel in der Hitze leicht zerfällt. Diese Futtermauer hat den Nutzen, daß man den Ofen, wenn er inwendig schadhaft geworden, oder ausgebrannt ist, ohne den ganzen Ofen abzubrechen, leicht wieder ausbessern kann, weil man nur die Futtermauer herausnehmen und neu machen darf. f, g, Figur 1, ist der Aschenfall und Windfang, worauf so wohl die Asche von dem Feuerheerde fallen, als auch die Luft zu dem Feuer kommen kann. h ist die Treppe zu dem Vorplatze d.

Die Futtermauer i, die durch den ganzen Ofen durchgeht, ist bey dieser Art von Oefen sonst nicht gewöhnlich; allein sie hat außer dem schon angeführten Vortheil, daß der Ofen leicht ausgebessert werden kann, auch noch den, daß die Wärme einen solchen Ofen nicht so leicht aus einander treiben kann, weil das Mauerwerk an sich schon getheilt ist, und sich die Hitze in der Futtermauer mehr zertheilen kann. Will man das Springen des Ofens noch mehr verhindern, so darf man nur die äußere Mauer und die Umfassungsmauer einen Fuß weit von einander absetzen und in den Zwischenraum Asche stoßen, die so feucht ist, daß sie sich ballen läßt. Diese Asche schafft den Vortheil, daß die Futtermauer, welche die größte Hitze aussteht, in solche sich ausdehnen kann.

Die Figur 2 ist der Grund dieses Ofens in der Höhe des Feuerheerdes. k ist der Feuerheerd, der von kleinen Steinen mit Lehm gemauert ist. 1 ist der Rost von gegossenen eisernen Stäben, worauf das Feuer liegt. Wenn Torf gebrannt wird, müssen diese Stäbe 1 bis 1½  Zoll, bey Steinkohlen aber Zoll, von einander entfernt seyn. m ist das Schürloch, oder die Heitzung, wodurch man den Brand in den Ofen schiebt. Auch mit Holz kann man auf diesem Roste heitzen. Man kann aber auch diesen Rost weglassen, wenn man Holz zu dem Kalkbrennen braucht, da denn auch der Aschenfall und der Windfang wegfällt, und man legt das Holz auf den ganz zugemauerten Heerd k.

Figur 3 ist der Durchschnitt des Kalkofens nach der Breite, und Figur 4 der Durchschnitt nach der Länge. n ist der Aschenfall und Windfang, o der Rost, worauf das Feuer liegt. p ist der Feuerheerd. q ist der Rost, worauf der Gyps oder Kalkstein eingesetzt wird. r ist der innere Ofen, der, wie die Figur zeigt, konisch zuläuft, und worein der Gyps oder Kalkstein gesetzt wird. Der Feuerheerd ist hier auf Torf eingerichtet und daher im Mittel vier Fuß hoch gemacht, bey Steinkohlen aber ist er hoch genug, wenn seine innere Höhe zwey, bis zwey und einen halben Fuß beträgt, weil man um desto mehr Brand nothig hat, je höher der Heerd und je weiter der Kalkstein vom Feuer entfernt ist. r ist das Schürloch oder die Heitzung, ist der Eingang in das Aschenloch. t ist die Thür zu dem Einsetzen und Herausnehmen des Kalkes. Diese Thür muß, so bald der Gyps oder Kalk eingesetzt ist, zwey Fuß dick zugemauert werden, und sie wird hernach wieder aufgebrochen, wenn man den Gyps oder Kalk herausnehmen will.

Es ist auch bey diesem Ofen nöthig, daß man von dem Fußboden an bis oben hinan zu der obern Oeffnung z, Figur 3, 4, einen Weg von Bretern oder eine sogenannte schief liegende Pritsche baut, um den Kalkstein bequem dahin zu bringen und ihn, durch die Oeffnung, in den Ofen einzusetzen, auch nach dem Brande wieder heraus zu nehmen. Diese Arbeit kann man dadurch noch mehr erleichtern, wenn man oben auf den Ofen über die Mündung oder Oeffnung einen ganz einfachen Haspel setzt, so daß man ihn allezeit während des Brandes wieder wegnehmen kann.

Damit der Schnee und Regen diesem Ofen keinen Schaden thue, so darf man ihn nicht frey stellen, sondern muß einen Schuppen darüber bauen, und in der Nähe dieses Ofens ist noch ein anderer Schuppen nöthig, worin man den gebrannten Gyps oder Kalk bis zum Verkauf oder Gebrauch aufhebt und vor der Feuchtigkeit gut verwahrt.

Die Steine, woraus der Kalkofen gebaut wird, müssen feuerfest seyn und im Feuer weder springen noch schmelzen. Es ist gut, wenn man einen solchen Ofen, um das Zerreissen zu vermeiden, mit eisernen Reifen umgiebt. Ein neugebauter Ofen muß vor dem Gebrauche recht austrocknen, und ungefähr acht Tage vorher, durch ein auf dem Feuerheerde angemachtes kleines Feuer, abgewärmt oder ausgeglüht werden, weil der Ofen sonst durch die große Hitze beym Kalkbrennen leicht Risse bekommen könnte. Dieses Ausglühen muß, aus eben dieser Ursache, auch alle Jahre vor dem ersten Brennen vorgenommen werden.

Oft giebt man den Kalköfen inwendig eine viereckige Form. Allein da diese Gestalt der Natur des Feuers gar nicht angemessen ist, und überdieß auch die Hitze desto mehr abnimmt, je weiter sie von dem Feuer entfernt ist und also in den Ecken eines solchen Ofens das Feuer nie so stark seyn kann, als wie an den übrigen Wänden, folglich auch der Gyps und der Kalk an diesem Ort nicht gut gebrannt werden können, so ist es besser, wenn man den Kalköfen inwendig eine runde Figur giebt. Es ist auch nicht gut, wenn man die Kalkofen so einrichtet, daß sie oben eben so weit sind als unten. Denn es ist eine unläugbare Wahrheit, daß das Feuer um desto schwächer wird, je mehr sich, solches von der brennenden Materie entfernt. Bey einem so eingerichteten Ofen kann also der obere Gyps oder Kalk nie zugleich mit dem untern gahr werden, wenn man kein so starkes Feuer machen will, daß der untere verbrennt. Daher ist es besser, den Ofen inwendig, nach oben zu, konisch zulaufen zu lassen.

Diese Art von Kalkofen kann man senkrechte oder stehende nennen. Es giebt aber noch horizontale oder liegende Oefen, die nicht in die Höhe, sondern in die Länge oder Tiefe gehn, und ungefähr 20 bis 25 Fuß lang und 10 Fuß weit sind. Bey dieser Art Oefen liegt das Feuer vorn auf einem besondern Heerd, der so weit wie der innere Ofen und 9 Fuß lang ist, aber 1 Fuß tiefer liegt, als der Boden des innern Ofens. Vor dem Ende des Ofens befindet sich bisweilen ein Rauchfang, wodurch der Rauch abziehn kann, und dann steigt der Boden des Ofens von vorn bis an das Ende 3 bis 4 Fuß an, damit das Feuer um desto besser ziehn möge. Es ist aber mit einem solchen horizontalen Ofen der Nachtheil verbunden, daß das Feuer vorn in dem Heerde zu viel über sich und in die Decke des Heerdes wirket, ehe es zu dem Gyps und Kalkstein kommt, bey dem senkrechten Ofen hingegen steigt das Feuer, das seiner Natur nach immer am stärksten über sich wirkt, gleich in den Gyps und Kalkstein, und es geht also keine Hitze verloren, und man erspart sehr viel an dem Brande.

Diese Kalköfen brauchen nicht immer frey gebaut zu werden, sondern man kann sie auch in einen Hügel oder in den Abhang einer Anhöhe einsenken, so daß nur der vorderste Giebel, wo die Heitzung ist, bloß steht. Hierdurch erspart man die starken Umfassungsmauern und braucht nur an der vordersten Seite eine solche Mauer aufzuführen. Diese Oefen bekommen eine gewölbte Decke.

Man brennt auch den Kalk mit Holzkohlen, und man könnte dieses in allen kegelförmigen oder pyramidenförmigen Oefen thun; allein man pflegt an einigen Orten hierzu einen besondern walzenförmigen Ofen zu bauen, dessen innerer, Raum, wie ein Cylinder in gleicher Weite in die Höhe geht. Einen solchen Ofen findet man abgebildet und beschrieben in Krünitz öconomischer Encyklop. Th. XXXII. S. 712. f.

Es wird nur noch nöthig seyn, das Verfahren anzuzeigen, wie man bey den oben beschriebenen Kalkofen, das Brennen des Gypses und des Kalkes vorzunehmen hat.

Wenn man Gypssteine zu Gyps brennen will, so schlage man mit einem Hammer von den Steinen alle die Theile ab, die kein Gyps sind, und sondere die guten Gypssteine von den schlechten ab. Diese ausgesuchten Gypssteine setze man durch die Thur t, Figur 4, in den Ofen so ein, daß dieselben darin einige Fuß hoch zu stehn kommen, und daß die größern Steine, weil sie ein stärkeres Feuer nöthig haben, als die kleinen, unten auf dem Ofen liegen. Auch sehe man bey dem Einsetzen darauf, daß die Steine auf die platte Seite zu liegen kommen, um desto mehr Gyps auf einmal brennen zu können. Damit aber auch das Feuer einen guten Zug haben möge, so setze man den Gypsstein so, daß in der Weite von 2 Fuß, von der Wand des Ofens im Kreise herum, 8 Zuglöcher durch den Gypsstein gehn, deren jedes 1 Fuß weit ist. Eben ein solches Loch lasse man auch durch die Mitte des Gypssteines durchgehn.

Ist der Ofen einige Fuß hoch mit Gyps angefüllt, so fahre man auf der nach der Mündung des Ofens gehenden Pritsche, mehrere Gypssteine, richte einen Haspel auf und lasse diese Steine herab in den Ofen. So wie sie eingelassen werden, so setze man sie ebenfalls in dem Ofen so herum, wie die schon darin stehenden, daß nemlich die größern Stücke unten kommen und mit den kleinen die Lücken ausgefüllt werden, daß die Zuglöcher mit aufgeführt, und die äußern, nach der Mitte zu, immer um so viel eingezogen werden, als die Seiten des Ofens oben zu laufen, so daß die Zuglöcher, oben, nur 6 Zoll weit sind.

Ist auf diese Art der Einsatz geschehn und der ganze Ofen voll Gypssteine, so maure man die Einsatzthür zwey Fuß dick zu, damit keine Hitze aus dem Ofen und aller Luftzug durch den Windfang gehe. Man nehme auch den Haspel weg, der oben auf der Mündung steht und mache über dieselbe eine sechs Zoll dicke Decke von nassem Lehm, damit die Hitze zusammen gehalten werde. In diese Decke aber mache man da, wo die Zuglöcher zwischen den Gypssteinen sind, 6 Zoll weite Löcher, damit dadurch der Rauch und die Flamme von dem Feuer unter dem Gypsstein herausgehn könne.

Nun fange man auf dem Feuerheerde mit Holz, Torf, oder Steinkohlen langsam zu feuern an. Dieses langsame Feuer heißt das Rauchfeuer, und dient dazu, daß die Gypssteine nur nach und nach erhitzt und an ihren äußern Theilen nicht gahr und todt gebrannt werden, ehe noch die innern Theile zur Gahre gelangen. Wenn dieses Rauchfeuer zehn bis zwölf Stunden gedauert hat, der Gypsstein rothwarm, die Flamme an der Mündung des Ofens aber etwas hell wird, so feuere man stärker und mache das sogenannte Glut- oder Flakker-Feuer. Hiermit halte man auch zwölf und mehr Stunden an, bis der Gyps durch den ganzen Ofen weiß erglühet, und die durch die Zuglöcher in der Decke über der Mündung des Ofens gehende Flamme ganz hell ist, auch ein Stückchen Gyps, das man aus dem Ofen genommen, nach dem Erkalten, ganz weiß wird.

Damit aber der Gyps bey dem Glutfeuer an allen Orten gleich gahr werde und nicht an einigen Orten verbrenne, so schmiere man, so bald die Flamme in dem einen oder andern Zugloche hell wird, dieses Loch gleich zu, und ziehe dadurch das Feuer nach den Zuglöchern, woraus die Flamme noch dunkel brennt, und wo also der Gyps noch nicht gahr ist. Ueberhaupt aber gebe man darauf Acht, daß das Feuer nicht zu stark werde und auch nicht zu lange anhalte, damit der Gyps nicht verbrennt werde, weil er in diesem Falle nicht mehr bindet.

Wenn nun der Gyps auf diese Art gahr gebrannt ist, so ziehe man die Kohlen von dem Heerde und aus dem Aschenfalle, und mauere die Oeffnungen mit Steinen zu; auch schmiere man die Zuglöcher oben in der Decke der Mündung des Ofens ganz zu, damit der Gyps keine Feuchtigkeit aus der Luft an sich ziehe, und lasse den Ofen drey Tage ruhig stehn. Wenn der Gyps in dem Ofen erkaltet ist, so nehme man die Decke von Lehm von der Mündung weg, und setze den Haspel wieder auf und ziehe hierdurch den Gyps aus dem Ofen. Man breche nun auch die zugemauerte Einsetzthür wieder auf und nehme von hieraus den Gyps heraus, den man hier hereingesetzt hat. Ist ein solcher Brand vorbey, so setze man gleich wieder frischen Gypsstein ein, und thue einen Brand nach dem andern, und da der Ofen noch ausgewärmt ist, weil man dadurch viel Feuerung erspart. Auch ist es besser nur im Sommer den Brand vorzunehmen, weil in dieser Jahreszeit die Luft trockner ist, als in den übrigen, und weil man auch aus Erfahrung weiß, daß man in dieser Jahreszeit auch weniger Brand nöthig hat.

Bey dem Brennen des Kalkes hat man in Absicht der Auswahl der Steine, der Setzung derselben in dem Ofen und der Genauigkeit bey der Feuerung eben dasselbe, wie bey dem Gypse zu beobachten. Zu der Feuerung bey dem Kalkbrennen aber gehört eine längere Zeit. Das Rauchfeuer muß vier und zwanzig Stunden lang brennen, das Glutfeuer aber einmahl bis zweymahl vier und zwanzig Stunden. Uebrigens aber ist zu bemerken, daß eine Art von Kalksteinen, so wie auch die Gypssteine, mehr Feuer und einen stärkern Brand verlangen als andere, je nachdem sie mehr oder weniger Kalk- oder Gyps-Erde enthalten. Je weniger von dieser Erde darin ist, je stärker muß der Brand seyn. Die Erfahrung wird also bey jeder Art dieser Steine die Zeit angeben, wie lange sie in dem Feuer zubringen müssen. So viel hat man überhaupt bemerkt, daß zu dem Kalkbrennen allezeit mehr als vier und zwanzig Stunden erfordert werden. Die Farbe der Flamme und der Geruch geben bey dem Kalke oft das beste Zeichen, ob er den gehörigen Grad des Feuers ausgestanden hat. Wenn die Flamme, die vorher bläulich oder gelblich war, weiß wird, und der Schwefelgeruch sich verliert, so kann man mit dem Feuern aufhören, und die Steine werden einen guten Kalk geben. Sind die Kalksteine kalt geworden, so nimmt man sie nach einander heraus, und legt sie, zum Ausmessen in einen trocknen und wohl bedeckten Winkel auf einander. Je weniger sie bröckeln, oder durch das Angreifen zerbrechen, je besser ist es.

Bisweilen wird der Kalk auch auf folgende Art in den Ofen eingesetzt. Der Kalkbrenner schichtet und wölbet auf dem Boden des Ofens, dem Ofenloche gegenüber, von großen Kalksteinen eine feste Höhlung, welche nur so hoch und weit als das Ofenloch seyn darf. Sodann setzt er die übrigen Steine, welche durchgehends nicht zu groß, auch nicht rundlich, sondern flach seyn müssen, dergestalt in dem Ofen über einander, daß darin alle Steine so zu stehn kommen, wie die Wachs- und Honigscheiben in einem Bienenkorbe, damit die Gluth zwischen und um alle herum frey hindurch fahren könne. Die Steine müssen alle sorgfältig auf und neben einander angeordnet werden, damit sie nicht etwa an einer Ecke, geschweige denn in dem ganzen Ofen, während des Brandes zusammen fallen können. Ist der Ofen vorsichtig gefüllt, so pflegt man ihn oben mit etwas breiten Steinen zu bedecken, wodurch die Gluth im Ofen zusammen gehalten wird. Darauf fängt der Kalkbrenner an zu feuern. Seine meiste Arbeit besteht im fleißigen Nachwerfen der Holzscheite, welche schon vorräthig und trocken seyn müssen.

Bisweilen brennt man auch den Kalk und Gyps also, daß man erst eine Lage Steine, dann eine Schicht Holz, Torf oder Steinkohlen in den Ofen setzt, und so wechselweise den ganzen Ofen anfüllt, alsdenn die Feuerung anzündet, hierauf den gebrannten Gyps und Kalk durch die unten im Ofen befindlichen Zuglöcher heraus nimmt, und von oben immer wieder eine Schicht Brand und Steine nachwirft. Auf diese Art wird in dem oben angeführten cylinderförmigen Ofen, der Kalk mit Holzkohlen gebrannt. Vorzüglich aber bedient man sich dieser Art des Brennens, wenn man mit Steinkohlen feuert. Die in England dazu gebräuchlichen Oefen findet man in Schrebers neuen Cameralschriften, Th. IX. S. 132. f. Auch in Sachsen hat man Oefen, in welchen der Kalk mit Steinkohlen gebrannt wird. In der Grafschaft Stollberg-Roßla, ist unweit dem Dorfe Uftrungen ein solcher Kalkofen erbauet, der folgender Maßen eingerichtet ist. In der Figur 5 ist der Grundriß, in der Figur 6 der Durchschnitt vorgestellt.

Er ist von Bruchsteinen aufgemauert, steht zum Theil in dem Berge, aus welchem der Kalkstein gebrochen wird, und hat äußerlich die Gestalt eines Cylinders a b c d, inwendig aber eines abgekürzten umgekehrten Kegels oder eines Trichters e f g h. Seine Höhe a c ist 10 Fuß und die oberste Weite e f, oder der Durchmesser seiner Mündung ist 11 Fuß, der untere Durchmesser g h hingegen beträgt 4 Fuß. Die oberste Stärke der Mauer a e ist 6 Fuß und wächst unten bis auf 10 ½ Fuß. Unten auf dem Boden befinden sich drey große Schlünde 1, ungefähr 5 Fuß hoch und weit, welche 6 Fuß tief in die Mauer hinein gehn. Aus jedem derselben geht wieder eine kleine Oeffnung, m, in den Ofen, und diejenige, in welcher das Feuer angemacht wird, ist 2 Fuß weit und hoch, die beyden andern aber halten in der Weite 18 Zoll und in der Höhe 2 Fuß und sind mit eisernen Thüren versehn. Ungefähr 3 Fuß über jeder dieser Oeffnungen befindet sich noch ein kleines Zugloch n, etwa 6 Zoll ins Gevierte, welches mit einem Steine zugesetzt werden kann, nachdem man den Zug des Feuers dirigiren, und vermehren oder vermindern will.

Die Methode, welche man bey dem Brennen beobachtet, ist folgende. Es wird unten auf dem Boden eine Mandel dazu zubereitetes und zurecht gebrochenes Well- oder Reisholz, auf dieses aber eine Malter zugehacktes Scheidholz gelegt, und darauf eine Schicht Steinkohlen geschüttet und gerade gemacht, diese mit Steinkohlen nur dünn wieder bedeckt, und so weiter von Kalkstein und Kohlen eine Schicht über die andere gemacht, bis der Ofen voll ist. Wenn er so lange gestanden hat, bis unten kein Feuer mehr und der unterste Kalk gahr gebrannt ist, so wird derselbe aus den drey Löchern m herausgezogen, und so viel, als sich oben, in dem Ofen gesetzt hat, mit Kohlen und Kalkstein schichtweise wieder angefüllt, mit welcher Arbeit man wohl vier Wochen fortfahren kann, ehe man nöthig hat, den Ofen von neuem vorzurichten, und mit Well- und Scheitholz wieder zu feuern; und man bekommt dabey, außer einigen Stücken Schlacken, die man heraus lieset, sehr wenig Asche. Es ist hierbey die Vorsicht anzuwenden, daß der Ofen nicht auf einmal ganz angefüllt werde, und es ist am besten also dabey zu verfahren. Wenn der Ofen ungefähr 3 Fuß hoch mit Kohlen und Steinen besetzt ist, so wird das auf dem Boden liegende Holz angezündet. So bald dieses in Brand geräth und die Steinkohlen entzündet sind, auch der Rauch oben genugsam durchgeht, so wird der Ofen vollends schichtweise mit Kohlen und Steinen angefüllt. Der Ofen muß um deswillen zeitig angezündet werden, damit das Feuer genugsame Luft zum Zuge erhalte, und weil im Gegentheile, wenn der Ofen gleich im Anfange ganz voll ist gesetzt worden, die Last des Einsatzes den Zug des Feuers hindern und die Flamme sehr leicht ersticken würde, wodurch man der Gefahr ausgesetzt seyn könnte, den ganzen Ofen wieder ausräumen zu müssen.

Noch mehrere Arten von Kalkofen findet man beschrieben in Krünitz öconom. Encyklop. Th. XXXII. Bisweilen wird der Kalk auch in Meilern oder in Gruben gebrannt. Diese sind aber bey weitem nicht so vortheilhaft als die Oefen.

In den Gruben wird der Kalk, eben so wie die Ziegel im freyen Felde gebrannt. Man gräbt etwa 3 bis 4 Fuß tief eine Kreisfläche in einen trocknen Boden, baut von Ziegelsteinen eine Feuerstelle, und legt den ganzen Band von Kalksteinen oben, wie ein Kugelgewölbe, mit einem Mantel von Lehm zu, doch so, daß Zuglöcher, Spielraum und Feuerheerd ihre gehörige Proportion haben. Das Holz wird zwischen den Steinen durchgelegt und auch die Zuglöcher werden damit angefüllt.

Der Mergelkalk oder Erdkalk wird in eben solchen Oefen gebrannt, als die sind, die zum Brennen des Kalksteines dienen, und man kann solche, die oben offen sind, oder auch die mit einer gewölbten Decke dazu nehmen. Gut ist es indessen, wenn in einem Ofen, für den Erdkalk, Bänke angebracht werden, deren Höhe aber nie über 1 Fuß 6 Zoll reichen müßte. Die Kalksoden werden wie die Mauerziegel eingesetzt. Wird in dem Ofen ein doppeltes Feuer unterhalten, so müssen auch über den doppelten Bänken zwey Gänge oder Feuerstätten, worin das angezündete Holz liegt, offen bleiben, die man nach Masgabe der Höhe der Heitzlöcher mit Kalksoden zuwölbt. Ueber diese gewölbten Gänge gehn die Lagen der Kalksoden die ganze Weite des Ofenraumes hindurch. Bey offenen Oefen wird die oberste Lage mit zerbrochenen Kalksoden bedeckt.

Der Brand selbst wird mit einem gelinden Schmauchfeuer angefangen, welches man so lange unterhalten muß, bis die rohen Feuchtigkeiten aus den Kalksoden sich größtentheils herausgezogen haben. Dieses letztere läßt sich daran erkennen, wenn der dicke Dampf sich in den gewöhnlichen Rauch verwandelt. Diese Erscheinung findet sich, bey gut ausgetrockneten Kalksoden, nach 4 oder 5 Stunden ein. Alsdenn wird das Feuer nach und nach bis zu dem ungefähr zum Ziegelbrennen erforderlichen Grad der Hitze verstärkt. Eine jede Holzart, die eine starke und lebhaft anhaltende Flamme giebt, ist geschickt dazu. Wenn das Feuer etwa 48 Stunden lang in dem Ofen ununterbrochen ist erhalten worden, so nimmt man aus verschiedenen Gegenden des Ofens, zu welchen man gelangen kann, ein Paar Kalksoden hervor, und untersucht sie, ob sie sich löschen lassen. Findet man dieses, so läßt man das Feuer nach und nach, wie bey dem Ziegelbrennen, ausgehn, und den Ofen, unter allmähliger Verstopfung der Zuglöcher und Vermauerung der Mundlöcher, erkalten; im entgegen gesetzten Falle müßte die Feuerung bis zum Gahrwerden der Kalksoden fortgesetzt werden. Aus dem völlig ausgekühlten Ofen wird der Kalk theilweise herausgeschafft und, wo möglich, sogleich gelöscht; denn ein späteres Löschen mindert die Masse des Kalkes.

Oecon. Nachr. der patriot. Ges. in Schlesien v. J. 1773, St. 24, 25.

An vielen Orten werden Ziegel und Kalk in einem und eben demselben Ofen zu gleicher Zeit gebrannt. An den Schürlöchern stehn die Kalksteine und höher darüber die Ziegel. Allein dieses thut niemals gut, denn die laugenartigen Dämpfe schwängern die Ziegel an, und verhindern, daß sie gut ausgebrannt werden, zumal wenn der Lehm viel Säure in sich hält. Würde man nun den Ofen nicht sehr stark heitzen, um die Kalksteine nicht zu verbrennen, so würden die Ziegel ihre Erhärtung gewiß nicht bekommen, Wollte man aber, um diese Absicht zu erreichen, die Feuerung heftig machen, so würden die Kalksteine verbrennen und unbrauchbar werden. Da nun der Kalk sowohl, als auch die Ziegel, jedes eine besondere Hitze haben muß, so können beyde nicht ihre vollkommene Güte bekommen, wenn sie in einem Ofen zu gleicher Zeit gebrannt werden sollen.

Demungeachtet bedient man sich bisweilen dieser Oefen, weil man Holz zu ersparen glaubt. Ein Herr Baussan du Bignon hat einen Ofen angegeben, in welchem Kalk, Ziegel und Töpferarbeit zu gleicher Zeit gebrannt werden können. Es besteht dieser Ofen aus drey Haupttheilen, nehmlich aus einem Feuerheerde oder Aschenbehälter, ganz unten, aus dem Mitteltheile über dem Feuerheerde, und einer Galerie, welche rings um den Mitteltheil des Ofens herum geht, und über dem auch aus verschiedenen Luftlöchern, deren verschiedene Verbindungen mit dem Ofen, und mit der äußern Luft, sowohl unten, als oben, die Register abgeben, um das Feuer nach Belieben zu regieren und zu leiten.

Memoire qui à remporté au jugement de l’Academie roy. des sc. le prix proposé par le Grand Directoire sur la meilleure construction des fours, pour bien cuire les briques, la chaux, et les ouvrages de poterie, tant pour épargner le bois, que pour avoir une cuire égale dans les différens endroits du four, par Mr. Baussan du Bignon, a Berl. 1766. 4.

Die deutsche Uebersetzung davon, kam in eben dem Jahre zu Berlin heraus.


p. 36

Kalk-Rost, Kalk-Röste

Kalk-Rost, Kalk-Röste, ist eine Vorbereitung zum Kalkbrennen, da man einen Kreiß von Kluftholz, ungefähr 3 Fuß hoch und 20 bis 30 Fuß im Durchmesser breit macht, unter das Kluftholz eine Lage Reisholz legt, welches leicht brennt, auf das Kluftholz aber einen Haufen Kalksteine aufthürmt, das Holz hierauf anzündet und auf diese Art den Kalk brennt.

An einigen Orten heißt auch Kalkrost eine Anzahl Kalksteine, die auf einmal zu Kalk gebrannt werden; an andern Orten nennt man dieses einen Brand.