Sturm 1699
Leonhard Christoph Sturm, Erste Ausübung Der Vortreflichen und Vollständigen Anweisung zu der Civil Bau-Kunst, Nicolai Goldmanns, Bestehend In Neun ausführlichen Anmeckungen…, in: Nicolaus Goldmann – Leonhard Christoph Sturm, Nicolai Goldmanns Vollständige Anweisung zu der Civil Bau-Kunst/ In welcher nicht nur die fünf Ordnungen/ sampt den dazu gehörigen Fenster-Gesimsen/ Kämpfern/ Geländer-Dokken/ und Bilderstühlen/ Auf eine neue und sonderbahr leichte Art aufzureissen deutlich gewiesen, sondern zugleich getreulich entdekket wird…, Braunschweig [Heinrich Keßler] 1699.
pp. 134–142 (134)
Die siebende Anmerkkung
von
Dekken und Gewölbern
über das VII. und VIII. Cap. des IIIten. Buches.
Summarien.
1. Was Felder-dekken / und wievielerley Arten derselben seyn. 2. Von hölzern Felder-dekken nach der alten art/ welche noch heutiges tages wohl zu brauchen wären. 3. Von hölzern Felder-dekken nach der neuen art. 4. Von Felder dekken aus gehaueuen steinen. 5. Von allerhand arten der Gewölber. 6. Von der Construction der Gewölber besonders aus gehauenen steinen. 7. Von Gewölbern aus ziegel- oder bruch-steinen. 8. Von geschaleten dekken.
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pp. 135–136
III. Die heutiges Tages gebräuchliche platte Dekken sind nicht nur wegen ihrer Schönheit/ sondern auch dessentwegen angenehm und in allen cultivirten Ländern aufgenommen/ weil sie in proportion gegen die Zierde die sie geben nicht viel kosten. Ihre construction ist bekant/ daß es ganz unnöhtig wäre hier davon zu gedencken/ wenn diese Anmerckungen nicht gleich auf die Anfänger mit gerichtet wären/ welche nicht aller orten gelegenheit haben bey dergleichen Arbeit zu seyn. Dabey sind nun folgende fünff Stücke zu beobachten; Die Austheilung/ die construction, die formirung der zieraten/ das vergülden und die Mahlerey. Die Austheilung geschiehet also: Wenn man die Figur der Dekke auf papier accurat nach einen verjüngeten Maßstab gebracht hat/ theilet man die länge und breite in gewisse gleiche theile ab/ daß solche theile immer mit der Austheilung der Wände zu treffen/ und ziehet die puncten mit zarten bleyweiß linien zusammen. Hat das Zimmer geschobene winckel so werden auch die Dekken geschoben. Wenn Seulen in dem Zimmer an der Wand ausgetheilet sind/ ist am bessten die länge und breite der Dekke in lauter halbe/ drittel/ oder viertel Modul einzutheilen. Hat die Dekke geschobene winckel/ werden auch alle vierekke geschoben. Nach diesen werden durch alle diese vierekke kreußweiß die übereck linien gezogen. Endlich ziehet man die linien die mitten durch das Plan gehen/ und die von einer ecke der Dekke zu der andern kommen zu bessern unterscheid etwas stärcker/ an dei rand herum notiret man die linien von der mitte jeder seite an zu fünff und fünfen mit strichen. Auf diesem netze theilet man hernach leichtlich die ganze Dekke aus. In der mitte muß eine grosse Haupt-Figur gemachet und mit einem breiten aus vielen runden aus- und einwarts gebogenen Gliedern bestehenden rahm eingefasset werden. Jedennoch wolte ich darauf sehen/ daß man auch daraus eine gewisse Ordnung erkennen konte. Es wird allezeit eine annehmliche runde/ vier ekkichte/ oder aus graden Linien und Circul-stücken/ oder auch aus vielecken zusammen gesetzte Figur beliebt. Etwan einen halben oder ¾ Schu weit von dem kranz des Zimmers/ wird mit den Wänden parallel in gleichen ein schöner raum herumgezogen. Endlich werden in dem da zwischen gebliebenen raum noch 4. oder 6. oder 8. kleine Figuren ausgetheilet und mit ihrem besondern rahm eingefasset.
Die Construction geschiehet dadurch/ wenn man die Balcken über dem Zimmmer unten mit wohlgetrockneten Latten so nahe aneinander beschläget/ daß sie aneinander stossen. Sie müssen auch fleißig aufgenagelt werden/ daß nichts im geringsten nachgeben könne. Die Latten werden ferner mit rohr überleget/ welches man mit ausgeglüeten Draht überspannet und mit kleinen nägeln befestiget. Darauf wird endlich der Gips getragen/ wie gleich hernach bey dem dritten stück folgen wird/ damit das holtz an den Balcken nicht faule und verstocke indem es gantz warm lieget/ muß man durch alle Balcken Lufft-Löcher langs hin machen/ die man aussen an der Wand nicht mercke/ und doch dienen können daß immerzu frische Lufft an das Holz blase und es fest behalte.
Die zierraten sind dreyerley. 1. Die auf den Glidern der rahmen geformet werden. 2. Die etwas erhobene Lauber und endlich die gantz erhobenen und freystehenden Bilder. Jene werden alleine auf die rahmen/ wenn sie mit der lehre ausgezogen worden/ mit formen gedrucket/ die man mit gelinden hämmerschlägen was feste antreiben muß. Zu dem ende müssen die formen von wachs/ hartz und ziegelmehl gemachet werden/ weil die Gips formen leichtlich zuspringen. Die übrigen zieraten werden bossiret. Sie müssen zuvor einen kern haben/ der von Kalk oder groben Gips und ziegelmehl gemachet wird/ hernach träget man den zarten Gips darauf/ und arbeitet ihn aus. Die freyen Figuren werden um eiserne stänglein geschlagen/ damit sie nicht brechen. Die zieraten auf dem rahm sind eben die/ welche in der ersten Anmerckung bey den Gliedern der Architectur beschrieben worden/ die etwas mehr erhobenen Figuren bestehen in Laubwerck/ Frucht-schnüren/ Schilden/ Muscheln/ Rosen/ geflochtenen Kräntzen/ Armaturen/ u.d.gl. Die freien bilder sind auf dem Sims der Zimmer sitzende bilder/ fliegende Kinder/ Fruchtschnüre/ Adler/ u. d. g.
Das vergülden geschiehet auf zweyerley weise/ entweder mit leim oder mit öhle/ dieses gebrauchet man in freyer lufft/ wo nässe an die wercke kommen kan/ jenes so besser aussiehet wird in trockenen gethan. Bey den vergülden mit öhle brauchet man die farbe zum grund/ welche sich in den mahlergefässen sammlet/ da sie ihre öhlfarb-pinsel auswaschen. Dafern mit leim soll vergüldet werden auf Gips/ wird derselbe zuvor ein parmahl mit dünnen und heissen leimwasser/ hernach mit oker/ endlich dreymahl mit einem grund überstrichen/ der von Bolus Armeniæ, blutstein/ bleyertz/ unschlit und pergament leim gemachet wird. Nachdem dieses alles fein gleich gemachet worden/ leget man die goldblätter darauf. Dieselbe poliret man hernach wo das höchste licht seyn soll mit einem wolffs zahn, erhöhet die farbe des goldes mit einwenig vermillon, und streichet endlich in die vertieffungen eine farbe die aus vermillon gummi guttæ und ein wenig braunroht gemischet ist. Wer die unkoste auf das gold nicht thun kan/ und dennoch etwas verguldet haben will/ kan silber nehmen/ und einen goldferniß darüber legen. Derselbe wird aus Carabe, terpentin-öhl/ drachenblut und gummiguttæ bereitet/ und mit einem glauntzferniß überstrichen. Es muß an Dekken wenig vergultet werden/ allein an den Architectonischen gliedern der rahmen damit keine confusion an statt der Schönheit entstehe.
Die mahlerey ist das vornehmste bey den Dekken und will mit sonderlichem verstand gemachet seyn. Man kan zwar dieselbe auf leinwand machen/ über einen blindrahm spannen/ und also in die rahmen der Dekke einsetzen und von oben herab mit schrauben befestigen/ zu welchem ende die Felder in den rahmen gnugsame tieffe bekommen müssen. Jedennoch ist besser alfresco zu mahlen/ weil es daurhaffter ist und lüfftiger aussiehet. Man muß sich hüten in das trockene gemählde hernach wiederum zu retocchiren/ welches stümper arbeit abgiebet/ und bald schwartz wird. Es werden zweyerley arten gemählde in den Dekken gebrauchet. Entweder stellet man vor/ als wäre dasselbe feld offen daß man weiter hinaus sehen könte/ entweder oben an die Dekke eines höhern Gemachs oder an ein Gewölbe welches einen offenstehenden nabel hat/ dadurch man endlich gantz hinaus in die lufft sehen konte. In diesem fall mahlet man allezeit/ als wenn um das unterste loch ein Geländer herginge über welches leute herunter sehen. Dieses wohl herauszubringen/ pflegen einige mit spiegeln unter kuppeln in den Kirchen und unter andere dergleichen hohe Gebäude zu stehen/ und dieselben mit öhlkräide auf dem spiegel nachzuziehen/ wie sie hinein fallen. Dieses ist gar gut/ starcke impressiones von dergleichen dingen zu machen/ alleine das vornehmste bestehet in einer vollenkommenen und recht gründlichen perspectiv, welche bey den meisten mahlern sehr mangelt/ indeme sich die meisten mit den ersten principiis vergnügen/ und sich im übrigen mit dem augenmaß und mit zeichnen nach dem leben behelffen. Daher findet man zwar viel solche Dekken-stücke aber wenig correct. Die andere art bestehet in allerley in der lufft schwebenden bildern/ welche zwar leichter zu mahlen sind/ daß nicht jedermann die fehler mercke/ alleine vor verständigen augen sind sie eben so schwehr heraus zu bringen. Jean Cousin hat von solcher verkürzung ein gar gründliches buch geschrieben/ wozu nur eine geübte faust zu zeichnen kommen darff/ um alles in einer schönen vollkommenheit herauszubringen. Es sollen alle bilder verkürzet werden/ daß sie in die höhe zu steigen scheinen/ doch eines mehr als das andere. Deswegen kan man nichts anderst in solchen gemählden vorbilden/ als in kirchen geistliche gemählde/ in weltlichen Gebäuden aber heidnische Apotheoses, Göttermahle und andere Fabeln als von Ganymede, Mercurio und Aglauro, Daedalo und Icaro, Phäetonte: Emblematische bilder der jahrs zeiten/ Elementen, Monate/ der Künste/ u. s. w. Endlich mag man auch wohl grosser Herren geschichte in Dekkenstücken vorstellen/ alleine sie müssen allegorice angebracht seyn/ wie dergleichen in der berümten Gallerie zu Versailles von le Brun zu sehen. Die invention eine Genealogie in einem Dekken stück mit contrefaits zu ordiniren/ reüssiret im gleichen sehr wohl/ als in dem schönen herzoglichen Haupt-Sahl allhier zu sehen. Besondere inventiones und applicationes habe ich hier nicht machen wollen/ wie ich in vorhergehenden Anmerckungen gethan/ weil es sich in der kürtze nicht wohl thun lasset/ die allzu grosse weitläufftigkeit hingegen dem zweck dieser arbeit gantz zuwieder ist. Wer in der perspectiv-zeichen-Kunst/ Mythologia und Historia wohl bewandert und geübet ist/ wird von sich selbst leichtlich dergleichen erfindungen machen. Die dieselbige künste aber nicht gnugsam gelernet haben/ überlassen lieber andern solche arbeit. Um dieser ursache willen habe ich auch keine zeichnungen beygefüget/ weil sie die unkosken des buches um ein merckliches würden vermehret/ davor aber wenig nutzen gebrachthaben. Man findet kupffer von Raphael, le Brun, le Pautre und andern mehr/ welche anleitung genug geben können.
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pp. 141–142
VIII. Obwohln die Platten Dekken es auf den meisten orten den Gewölbern an Schönheit und Anmutigkeit bevor thun/ findet sich doch gewisse gelegenheit/ sonderlichin Kirchen/ Rathhäusern/ &c. wie auch in Sahlen/ und grossen Haupt-Gemächern/ da die Gewölber besser stehen. Es leiden es aber die unkosten/ die dünnen mauren und andere zufälle zum öftern nicht/ Gewölbe daselbst anzulegen/ wo sie sich sonst dem platz nach gar füglich gebrauchen liessen. In solchen fall kann sich ein Baumeister der geschähleten Decken bedienen/ welche nur von holtzgemachet und mit Gips überzogen werden/ im übrigen aber die völlige gestalt der Gewölber bekommen. Ich will noch etwas weniges davon gedencken/ ob schon durch ein wenig nachdenken/ was von verbindung der Gespärre/ und was bisher von hölzernen platten dekken/ und was von Gewölbern gemeldet worden/ kann zusammen genommen/ und das jenige leichtlich daraus gezogen werden/ was von geschäleten Decken zu erinnern vorfällt.
Die geschalten Kugel-decken können entweder nach der Kugel-Gewölber proportion aus dem vollen halben Circul gemachet werden/ wie zu Paris in der Kuppel der Kirche des Religieuses de l’Assomption zu sehen/ und wie Daviler Planche 64. B. feines commentirten Vignola vorgezeichnet hat/ oder es ist auch erlaubet diese flacher zumachen/ wie in der chapelle de Mr. de Montmorency zu Molins in Frankreich geschehen/ davon ein Abriß in Marots Gebäuden zu finden/ und wie ich in Goldm. Vollständ. Anweisung entworffen: Das meiste bey solchen Decken ist an dem Gespärre gelegen, Davilers verbindung hat zu viel holtz/ welche auch nach den besten principiis eben nicht verbunden ist. Die beste Verbindung ist/ so man ein rund oder viel-eckicht gebrochen Dach à la Mansarde, nach der jenigen Austheilung machet/ welche ich auf der XV. Kupferp. gezeiget ohne hauptbalken zu machen/ so findet sich gar leicht/ wo zwischen die Sparren die hohl ausgeschnittene Riegel und Bänder einzusetzen sind/ an welchefolgends die bretter oder latten angenagelt und alle horizontal geschlagen werden/ es sey denn/ daß man wolte vertieffete Felder und erhabene Ribben haben/ in welchen fall weiter stehende Latten quer über die liegenden anzunageln/ ohne wo die vertieffete Felder kommen/ und ferner wo die Ribben seynsollen/ nachmahls mit liegenden latten wieder über dieselben zu befestigen sind. Es ist aber wohl daraufzusehen/ aß diese letzten zwey reihen von latten oben gegen dem Rücken des Gewölbes zu/ an dicke immer abnehmen müssen. Endlich wird alles mit rohr und nach und nach mit gips/ wo aber al fresco soll gemahlet werden/ mit bitter-kalch überzogen.
Die jenige geschälte Dekken/ welche die Gestalt der Spiegel-Gewölber bekommen/ brauchen der Verbindung nach nicht viel ümstände. Um und um werden Stützbänder unter die Balcken gesetzet/ und rund ausgeschnitten/ daß sie aussen just einen viertel kreiß machen. Im fall aber das Stutzband nicht so starck holtz haben kann/ werden unten und oben noch Klötzer angefüget/ damit die rundungen heraus gebracht werden; darüber wird hernach gelattet. Unterden Stutzbandern wird ein Kranz um das ganze Zimmer hergezogen/ welcher nun aus guten eichenen dielen kan gemachet werden. Es stehen dergleichen Dekken über mittelmäßigen Sählen/ und über andern grossen und räumlichen Zimmern/ da die Balcken einiger stützung nöhtig haben. Denn es werden dieselben nicht nur um der zierlichkeit/ sondern auch um der stärcke willen mit den gantz platten Dekken vertauschet. Die Proportion kan auf mancherley weise eingerichtet werden/ dafern sie nur gut und leicht sind/ und mit andern stücken des Gebäudes in guter Harmonie stehen. Der Bogen soll jederzeit einen quadranten halten. Die höhe muß niemahl weniger als den sechsten und niemahl mehr als den vierten theil der ganzen höhe des Zimmers halten. Der Krantz bekömint allezeit den zwölfften theil der übrigen höhe. Zuweilen mag man unter diesem Krantz noch einen Architrav setzen 2/3. der höhe des Krantzes haltend. Im fall aber Ordnungen in einem Zimmer gebrauchet werden/ muß alles sich nach deren verhältnüß richten. In exempeln kan alles deutlicher werden. Es sey gegeben ein Zimmer 24. fuß lang und breit/ und 16. fuß hoch/ so können 4. fuß zu dem Bogen genommen werden/ welches der vierte theil der höhe und der sechste von der breite ist. Der Krantz darunter mag einen Schuhoch kommen/ und eben so viel ausgeladen werden/ es komme denn ein Architrav darunter/ so springet er noch um die ausladung des Architraves weiter. Das Feld in dem Spiegel-Gewölbe wird so lang und breit als das Zimmer hoch. Ferner sey gegeben ein Audientz-Gemach 30. Fuß breit 40. lang 24. Fuß hoch. Da mögen 4. Fuß zu der höhe des Bogens/ und 1 2/3. Fuß zu der höhe des Krantzes/ oder so es beliebet ein volles Gebalcke zu haben/ imgleichen 4. Fuß darzu genommen werden. Es sey drittens gegeben ein Speise-Sahl der mit Wand-Seulen soll besetzet werden/ und 4. Seulen weiten von 8. Mod. an den schmalen seiten und fünff Seulen-weiten an den langen seiten halten soll. Die ordnung setze ich nach der teutschen gemachet und ohne Seulen-stühle gestellet zu seyn/ welchem nach sie mit einem untersatz von 1 1/4. Mod. in allen 24. Mod. bekäme. Den vierten theil davon nemlich 6. Mod. kan man zu der höhe des Bogens erwählen/ so hält er aus der ganzen höhe des Sahles den fünfften theil. Aus diesem wird die proportion solcher Dekken überflüßig zu ersehen seyn. Die verzierung anbelangend/ wird oben das gerade Feld zuvorderst mit einem reich geschnitten oder geformten Krantz von Gips umgeben/ das Gewölbe wird ferner mit hocherhobener Gips-arbeit gezieret/ sonderlich muß an der mitte an allen seiten über dem Krantz etwas freystehendes von Bildern/ Schilden/ Armaturen, Wappen/ Devisen u. s. w. gemachet werden. Vorallen ist zu verhüten/ daß die Camine nicht weit in solche Zimmer hineinrükten/ weil das Spiegel-Gewölbe dadurch gänzlich verdorben/ und die Schorstein verkleidung über dem Krantz selbst heßlich und ungestalt wird. Die Decke selbst muß entweder über und über gemahlet oder noch wie oben an den platten Decken gemeldet worden mit Gips-rahmen in verschiedene Felder eingetheilet/ und in denselben mit Gemählden geschmücket werden. Allein aber ist zu beobachten/ daß man den Gips gantz niedrig und der farbe nach etwas graulechter hält als an dem Bogen. Es kann auch hier und dar etwas vergüldet werden/ dahingegen der Bogen gantz weiß bleibet. Ja man mag auch die eintheilung nur als Gips grau in grau mählen. So das ganze Feld gemahlet wird/ als wäre es offen/ und stünde ein geländer über dem Gewölbe/ durch die offene Decke aber könte man in dem Zimmer darüber einen gemahlten und gegipseten Plafond sehen/ machet solcher das Zummer gleichsam höher und freyer und fället anmühtig ins Gesichte. Die geschähleten Tonnen-Gewölber ahmen den rechten völlig nach in der austheilung und proportion so wohl als in der Verzierung und ebenfals auch in der Stelle. Dahero wäre es überflüßig eine besondere Beschreibung davon zumachen. Andere arten der Gewölber werden in geschahlten Decken gar nicht nachgemachet. Derowegen kan ich gegenwärtige Anmerkung hiemit beschliessen.
