Rößig 1798

[Carl Gottlob] Rößig, Beitrag zur Geschichte der Sächsischen und andern Blaufarbenwerke, Journal für Fabrik, Manufaktur, Handlung und Mode XV, Leipzig [Expedition des Allgemeinen litterarischen Anzeigers] 1798, pp. 490–500.


pp. 490–500

VII. Beitrag zur Geschichte der Sächsischen und andern Blaufarbenwerke.

Die Sächsischen blauen Farben sind ein so wichtiger Handelsgegenstand, daß es nicht bloß Patriotismus, sondern Wichtigkeit der Sache selbst fordert, ihnen und ihrer Geschichte einen Platz in diesem Journale zu bestimmen. Der Teutsche, der Holländer, der Britte, der Franzose und der Indianer in Osten, und wo nur Industrie blühet, ehren in ihnen den Kunstfleiß der Sachsen. Die ersten Nachrichten von einiger Wichtigkeit finden sich unter der Regierung Kurfürst Augusts I. im XVI. Jahrhunderte. Ein Glasmacher von Platten, Christoph Schürer, scheint zuerst aufmerksam darauf gemacht zu haben. Er sah die schönfarbigen Kobalte zu Schneeberg, versuchte ettliche Stücke im Glasofen, und schmelzte sie mit Zusatz von Asche und den sonst zu Glas gehörigen Erfordernissen zu einem vorzüglich schönen blauen Glas. Er selbst schon bereitete daraus eine Art blaue Farbe für die Töpfer. Diese Farbe kam nach Nürnberg, wo man sie bewunderte, und wo die Holländer sie kennen lernten, und sich nun selbst bei dem Verfertiger, welchen sie ausfündig zu machen gewußt, näher unterrichteten. Schon Schürer bediente sich einer kleinen Mühle, welche anfänglich auf Schwungräder eingerichtet war; er richtete sie aber auch selbst noch zu einem Wassertriebwerke ein. Ein Centner Farbe kostete hier 2 Thlr. 12 Gr. Die Holländer fingen auch an Farbenmühlen anzulegen, und kauften zu Schneeberg geröstete Kobalte. Kurfürst August, um den Verschleiß des Kobalts zu steuern, privilegirte im Jahr 1575 zwei seiner Diener, Hans Jenitzschen und Hans Harrern, mit der Ausbereitung und dem Aufkauf der Wißmuthgraupen und Kobalte auf zehn Jahre. Dennoch aber wurde hierdurch der Endzweck nicht ganz erreicht. Kurfürst Christian II. errichtete daher 1610 eine Kobalts-Kammer, und beförderte dadurch die Safflorhandlung beträchtlich, wozu er besonders auch mit den Holländern Kontrakte schloß. Sie kamen aber durch Auflösung und lichte Münzen wieder in Verfall. Indessen wurde der Kobalt bis 1624 in die Kobalt-Kammer geliefert. In diesem Jahre wurde sie von Kurfürst Johann Georg I. an den Kammer- und Bergrath Christoph Karl von Brandenstein erb- und eigenthümlich überlassen, welcher aber dieses Privilegium bald wieder aufgab, worauf 1627 ein neuer Kontrakt mit einigen Handelsleuten von Frankfurt und Hamburg zwar verabredet, aber nicht völlig zu Stande gebracht wurde; es wurde vielmehr 1628 einstweilen wieder frei gegeben, bis man endlich 1641 von neuem kontrahirte. Der Kurfürst Johann Georg, dessen Verdienste um die Sächsische Industrie die Geschichte zu wenig bemerkt hat, ließ aus Holland Farbenmeister kommen, that Vorschuß und ließ Farbenmühlen errichten, wodurch die Kobalte viel vorzüglicher benutzt werden konnten. Durch die Bemühungen eines Kaufmanns zu Schneeberg, Burghard, wurde dieses Gewerbe noch ausgebreiteter. In der Farbenverbesserung brachte es besonders Paul Nordhof, ein Friesländer, zu einer vorzüglichen Vollkommenheit. Wegen seiner Religion vertrieben, wendete er sich nach Schneeberg, wo er 10 Jahre arbeitete, und sodann nach Annaberg, wo ihn vorzüglich ein Leipziger Kaufmann, Oehm, unterstützte, auf dessen Veranlassung und Vorschub er den Hüttenhof zu Annaberg aufnahm und 1649 eine Farbenmühle daselbst erbaute. Durch diese Anlage benutzte man vorzüglich die Annabergischen Kobalte. Daß diese Anstalt bald ins Große gebracht wurde, beweist der beträchtliche Vorrath, da man 1659 schon 8000 Centner vorräthig hatte. Ueberhaupt ward der jährliche Ertrag sehr ergiebig. Melzer *) führt aus dem Kobaltbuche den jährlichen Betrag seit 1620, wo man noch nach Kübeln rechnete, an, und bemerkt, daß in dem besagten Jahre 8462 Kübel gewonnen worden, welche nach verschiedener Taxprobe 33,489. Gulden 18 Gr. betrügen. Im Jahr 1621 gewann man 9016, und im folgenden Jahre 9582 Kübel. Im Jahr 1623 und 1624 nahm es wieder etwas ab, da man im erstern nur 6465, und im andern 7053 Kübel gewann. In den folgenden Jahren störte der Krieg, welcher Teutschland in dreißig Jahren verwüstete, auch diesen Bau, so daß auch die Kontrakte eine Zeit lang aufhörten. Es fing zwar 1630 wieder an in Gang zu kommen, allein es ging immer nur mäßig damit. Man gewann in diesem Jahre auf 20 Zechen 2731 Kübel, 1631 waren 18 Zechen gangbar, 1632 und 1633 nur 12 Zechen, und im Jahr 1634 und 1635 gar nur 6 und 9 Zechen. Auf einmal nahm es 1638 zu, wo man auf 28 Zechen bauete und darauf 4033 Kübel erhielt. Diese Rechnung nach Kübeln dauerte bis zum Jahr 1642, wo man das Messen nach Kübeln abschaffte, und dafür den Centner annahm. Man gewann in diesem Jahre 1844 Centner, und im Jahr 1647 3292 Centner. Wegen des weiterern Betrags verweise ich auf Melzers Chronik von Schneeberg, welcher aus dem Kobaltbuche authentische Nachricht von diesem wichtigen Gewerbe liefert. *) Seit 1641 und 1642 gingen die Kontrakte auch wieder von neuem an, und wurden meist von 6 zu 6 Jahren, anfangs auf drei verschiedene Proben, und bei der folgenden Verlängerung auf vier Proben gesetzt.

*) Beschreibung von Schneeberg u. s. w. S. 437.

*) Christian Melzers Beschreibung der Churfürstl. Sächs. freyen Bergstadt Schneeberg. Leipzig, 1684. S. 437 f.

Die Blaufarbenwerke bestehen übrigens in Ansehung ihrer gegenwärtigen Einrichtung aus fünf Theilen, nach dieser Maßgabe wird Aufwand und Gewinn berechnet. Diese Fünftheile sind 1. und 2. das doppelte zu Oberschlema bei Schneeberg, das Pfannenstieler bei Aue, das Schindlerische bei Buckau, und das Zschopenthaler bei Zschopau. Die ersten beiden Fünftheile gehören dem Kurfürsten, die übrigen drei Fünftheile aber sind eigentlich Privatwerke. Auf diese Werke müssen die Kobalt-Erze aus allen Berg-Revieren um einen gesetzten Preis geliefert werden. Die Hauptfarben-Niederlagen sind in Schneeberg und Leipzig. Das zu Oberschlema heißt deßhalb das doppelte, weil 1682 das zu Jugel gewesene Blaufarbenwerk dahin verlegt worden. Diese sämmtlichen Farbenwerke stehen 1) in einer General-Kompagnie, daß eines so viel Kobalt-Lieferung von den Zechen bekommt als das andere. Bloß der Landesherr erhält doppelte Lieferung, und giebt auch doppelt wieder aus, da es, wie oben bemerkt, ein zweifaches Werk ist. Sodann stehen die Interessenten von jedem Werke auch noch in einer Special-Kompagnie und halten ihre Faktore. Die Ausfuhr des rohen Kobalts ist bei hoher Strafe untersagt, daher in den Gegenden, wo Kobalte sind, auch Kobaltbereiter und Ueberreiter Aufsicht haben. Ueber die Kobaltvorräthe und deren reines Ausschlagen hingegen ist ein Blaufarben-Kobalt-Inspektor gesetzt. Sie sind bei dem Probiren der geforderten Kobalte gegenwärtig, und konkurriren bei der Kobaltvertheilung und Kobaltförderniß, und haben in Kobaltangelegenheiten Sitz und Stimme bei dem Bergamte. Zu den Privatwerken sind die mehresten Interessenten in Leipzig.

Der Produkte dieser Farbenwerke sind eigentlich drei, 1) der Zaffara oder Zafflor, auch Safflor, wiewohl letzteres leicht Verwirrungen wegen Namensähnlichkeit mit einer vegetabilischen Farbe veranlassen kann. Daher es besser ist, man sagt Zafflor. 2) Eschel. 3) Schmalte. Es ist bekannt, daß die Bestandtheile dieser Farben Kobalt und geröstete Kiese sind, wozu bei der eigentlichen Schmalte noch vorzüglich Potasche gesetzt wird, und daß zu der letztern, so wie zum Eschel, die angegebene Materie erst zu einem blauen Glase geschmolzen werden muß, welches sodann gepocht und gemahlen wird. Die eigentlichen Geheimnisse beruhen vorzüglich auf der Mischung der Theile, in dem feinen Zermahlen, und vorzüglich auch darauf, daß man alle Sorten nach der Bestellung arbeiten könne. So viele Nebenbuhler auch Sachsen hierin gehabt hat und noch hat, so konnte es doch noch kein Werk und keine Nation zu der Vollkommenheit im Ganzen bringen. Man bereitet übrigens von Zafflor, Eschel und Schmalte zusammen gegen 23 verschiedene Sorten und nach der Bestellung. Und ob man gleich in dem benachbarten Böhmen dergleichen auch versucht, so findet man daselbst doch nicht viel über 4 bis 5 Sorten, welche die Sächsischen Farbenwerke auch liefern. Insbesondere sollen in vorigen Zeiten, verschiedenen Nachrichten nach, eine oder die andere feinere Sorte, welche einem Ultramarin geglichen, verloren gegangen sein, indem ein Farbenmeister dieses Geheimniß auf einem der Trierischen Familie gehörigen Werke mit sich ins Grab genommen. Die Holländer besitzen ebenfalls noch einen und den andern Vortheil in der Veredlung, selbst der Sächsischen blauen Farben. Die Sächsischen Farben sollen daselbst, nach den in dem Bergmännischen Journal im August 1791 befindlichen Nachrichten, durch das Raffiniren noch mehr verfeinert werden, welches, wie höchst wahrscheinlich ist, theils durch ein noch feineres Zermahlen zwischen zwei horizontalen Mühlsteinen und das zugleich geschehene Beuteln bei sehr langsam umlaufenden Steinen, um das Verstauben zu verhüten, geschieht, vorzüglich aber durch die vielfachen Vermischungen dieser Farbenarten bewirkt wird. Die Holländer sollen auf diese Art 55 Sorten liefern und sehr vieles nach Irland absetzen, wo man es zu den dortigen Bleichereien und andern Bereitungen braucht. Viel aber braucht Holland zu seinen eigenen Bleichen.

Uebrigens ist es hier zugleich nicht unnütz, auch von andern Werken dieser Art etwas zu erwähnen, zumal da die Aufmerksamkeit auf den Wetteifer eines oder des andern vielleicht nicht ohne Nutzen sein möchte.

1) Was die Böhmischen betrifft, so sind diese zwar die nächsten, indessen glaubt man nicht ohne Grund, daß sie den Sächsischen am wenigsten schaden möchten, indem sie nicht genug Kobalte haben, sondern viele aus den Saalfeldischen und Coburgischen ziehen sollen; auch nur weniger Sorten an Farben, so viel bekannt ist, bereiten. Nach einer der neuesten Nachrichten betrug die Schmalte-Bereitung in Böhmen im Jahr 1792 gegen 72,000 Gulden, wovon für 48,000 außer Landes ging, und für 24,000 im Lande blieb. *) Man kennt in Böhmen das Buzische Blaufarbenwerk zwischen Johann-Georgenstadt und Platten, und das Mießlische ehemalige Buchnerische, nahe am Joachims-Thale. Das jährliche Produkt dieser Fabriken soll ungefähr und im Durchschnitt 1000 Centner Farbe sein. Außerdem sind noch zwei Privatwerke zu Gottesgab und Aberdam, eines auf der Kameral-Herrschaft Preßnitz und eines auf der Herrschaft Kuttenberg. **)

*) S. Leipziger Intelligenz-Blatt 1794, Nr. 5. R.

**) S. Jars Metallurgische Reisen, B. 4. S. 884, und Ferbers Beyträge zur Mineralgeschichte u. s. w. f. B. R.

2) Die Schlesischen zu Querbach im Fürstenthum Jauer, und zu Gieren, welches sonderlich 1773 und 1774 anhob, und Schlesien meisten Theils versorgen soll. Die vorzüglichere Untersuchung dieser Gegenden und Kobaltbau fing auf hohen Befehl im Jahr 1796 an. Die vorzüglichste Grube ist St. Maria Anna bei Querbach. Die außerdem aber auch noch eröffneten, der so genannte Schurf bei Kunzendorf, Susette und St. Karl bei Gieren, und St. Jacob zu Hindorf sind wieder verlassen. Bei Krobsdorf wird jetzt noch Kobaltbau mit betrieben auf der Leopolds-Grube; eben so findet man auch einige zu Kupferberg. Man liefert überhaupt jährlich zu den Blaufarbenwerken nach Querbach ungefähr 180 bis 200 Centner an Schliechen, welche auf drei Poch- und Waschwerken, 9 Stoß- und 11 Glauchherden erhalten werden. Man bereitet an 8 Sorten, als: F C, F E, M C, M E, O C, O E G, F O E G, O H S. Von diesen verschiedenen Sorten von Farben und Escheln werden jährlich an 1500 Centner verfertiget, welche ungefähr 20,000 Thlr. in Umlauf bringen. Die Einnahme des Farbenwerks zu Querbach in Schlesien betrug 1791 nach dem Rechnungsabschluß in Zöllners Briefen über Schlesien, II, 334.:

für blaue Farbe und Escheln16229 Thlr.12 Gr.
für Arsenikmehl17 –12 –
für abgenutzte Instrumente7 –– –
Summe der Einnahme16254 Thlr. 
Die Ausgabe betrug an Hüttenkosten12551 Thlr.6 Gr.
An Unterhaltung des Zeugs160 Thlr.   
An königl. Gefällen58 Thlr12 Gr.
Zinsen12769 Thlr.18 Gr.
Also reiner Ueberschuß3484 Thlr.Gr.

3) Am Harze ist vorzüglich der Andreasberg wegen seines Kobalts bemerkungswerth, wo man ihn auf mehrern Gruben bauet. In dem Blankenburgischen hat man 1783 das Werk zu Braunlage wieder in Gang zu bringen gesucht, wozu man den Kobalt meist vom St. Andreasberg nehmen soll. *) In der Grafschaft Wernigerode hat man neuerlich ebenfalls wieder einen Anfang gemacht auf dem Dumkuler Gange. Ferner in dem Hohensteinischen unweit Ihlefeld, wie auch bei Rothenburg im Mannsfeldischen.

*) S. Stiebners Denkwürdigkeiten des Fürstenthums Blankenburg. 15. Bd. 6. St.

4) In Hessen betreibt man ihn auf den Bauhäuser- Hohnfässer Stollen und Gunkelroder Revieren. Die Erze werden nach Schwarzenfels und Karlshafen abgeliefert, wo man die blaue Farbe daraus bereitet. Bei Schmalkalden bauet man seit 1788 ebenfalls auf Kobalt. Auch in der Grafschaft Hanau findet man bei Biber Kobalte.

5) Bei Glücksbrunn zwischen Schweinau und Altenstein war der Kobaltbau ehemals ergiebiger als er jetzt ist. Es lieferte ehedem 11 Sorten, jetzt aber nur noch CB Farben, und zwar, so viel bekannt, nur noch fünf Sorten.

6) In Nassau-Siegenschen liefert das Gebirge um Eiserfeld und Gosenbach verschiedene Kobalte, vorzüglich in den hangenden des Kalkenborns liegenden Kobaltgruben, der grüne Jäger und der alte und junge Bär. Der grüne Jäger lieferte im Jahr 1776 jährlich an 300 und mehrere Centner Kobalt, nahm aber schon 1778 ab, und kam 1787 gänzlich in Verfall. Der alte und junge Bär forderte 1777 für 6850 Gulden Kobalt aus. Bei Gosenbach auf dem Rothenberg und Schönberg findet sich auch Kobalt. Den Nachrichten nach sollen im Nassau-Siegenschen vom Jahr 1767–1784 für ungefähr 73,807 Gulden Kobalte gewonnen worden sein.

7) In dem Würtembergischen war ehedem zu Alpirsbach, Steinerts-Au und Schiltach ergiebiger Kobaltbau; und zu Alpirsbach das Farbenwerk, welches, nachdem es 1787 wieder aufgenommen worden, von Zeit zu Zeit in einigem Betriebe sein soll.

8) In dem Fürstenthum Fürstenberg giebt die Grube St. Joseph unweit dem Kloster Wittichen und der Grube Sephia, Neuglück, Güte Gottes, St. Anton und Ferdinand Kobalt. Zu Wittichen verarbeitete man anfänglich Spanische, nachher Piemontesische, Wallisische und Böhmische, auch Steyermärkische und Siegensch Kobalte, und endlich einheimische Fürstenbergische.

9) Ferner findet man Kobalte in der Grafschaft Falkenstein, und

10) In dem Steyermärkischen in den Gruben unweit Schladming, wo nach Angabe der Crellischen Chemischen Annalen *) jährlich 1000 Centner Kobalt gewonnen werden.

*) 1793, Bd. 2, Stck. 7.

11) In Tyrol bei Montafün und Schwatz.

12) In dem Salzburgischen findet sich auch bei mehrern Gruben etwas Kobalt mit.

13) Das Bottensteiner Blaufarbenwerk in Niederöstreich und bei Glocknitz im Oestreichischen.

14) Das Blaufarbenwerk zu Sophienau im Saalfeldischen zieht seine Kobalte aus den Gebirgen des Rothenbergs, wiewohl der Sage nach auch viel Kobalt von dessen Gruben ins Ausland gehen soll.

15) Das Farbenwerk Gengenbach in der Norderach, etwa 7 Stunden von Wittichen, zog Anfangs die Kobalte aus Böhmen, nachher aus dem Piemontesischen, dem Nassau-Siegenschen und dem Elsaß.

16) Außerdem sind noch einige in dem Bayreuthischen und ein kleines im Herzogthum Berg.

17) Außer den Teutschen Grenzen findet man in Ungarn an verschiedenen Orten Kobalt; dahin gehören die Gegend im Gomorrer Komitate bei Pyganz, in der Zips bei Schmolnitz und Dobschau, und bei Oraviza im Bannate.

18) In dem Piemontesischen sind die Gruben von Schera und zu Traves in dem Valleji de Lanz.

19) In Frankreich findet man in den Gebirgen Chalonches in der ehemal. Dauphine’ und bei Juset in den Pyrenäen Kobalte, welche der Graf von Beust entdeckte, und das von ihm zu St. Mamet an der Pique 1784 errichtete, welches in kurzem beträchtliche Fortschritte machte, *) dessen Lieferungen ansehnlich sein müssen, wenn es nicht bei den Zerrüttungen der Revolution gelitten. In dem Elsaß findet sich auch dergleichen bei Markkirchen St. Marie aux mines.

*) Description des gites des mines des Pyrenées par Mr. Dietrich, p. 95. und Carbonieres Reisen nach den höchsten Französischen und Spanischen Pyrenäen, 1. Theil.

20) In Spanien liefert das Thal Gistan in den Pyrenäen von Arragonien Kobalt, welcher bei der Anlage des Schmaltewerks des Grafen von Beust zu St. Mamet meist dahin zum Verarbeiten gezogen wurde; allein die Spanier haben seit einiger Zeit die Kobalte selbst zu benutzen gesucht, worin sich sonderlich der Graf Aranda, welcher Teutsche dazu verschrieb, viel Mühe gegeben.

21) Auch in England hat man 1775 etwas Kobalt gefunden.

22) In Schweden bei Tunaberg Cos Skila, im Kirchspiele Skingsketteberg in der Provinz Westmannland, auch zu Gladhammer unweit Kalmar in der Provinz Smaland.

23) In Norwegen zu Bregniis und bei Fossum und Modum.

Es können sich hier und da vielleicht noch einige finden, wovon aber bis jetzt die Nachrichten fehlen.

Leipzig.                                  Dr. Rößig.